Norman Foster’s idea of the future is surprisingly ecotopian

Is technofix dead? Well, at least in terms of aesthetics, we may be past it’s heyday.

Here’s journalist Jackie Daly, writing about starchitect Norman Foster, in the Financial Times‘ How to Spend it magazine:

Lord Foster has conceived some of the world’s most iconic buildings – The Gherkin in London, Berlin’s The Reichstag, Cupertino’s Apple Park and the headquarters of the Hong Kong Shanghai City Band. But asked what future he’d create with unlimited resources, his ideal is not a »Blade Runner«-like skyline of kinetic skyscrapers and flying cars, but something simpler and more sustainable, which builds on the idea of community.

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OMG, »Titane«

1) Wenn die Hauptfigur eines Films völlig wahllos und unmotiviert mordet und in mehr als anderthalb Stunden nicht einen vollstĂ€ndigen Satz sagt — wird dieser Film dann dadurch interessant, dass diese Hauptfigur eine Frau ist? Oder bleibt es: ein schlechter Film?

2) Leute sagen, Titane sei feministisch, aber ich sehe einen Film, in dem willensstarke und skrupellose Menschen determiniert bleiben durch ihre Biologie. MÀnnerkörper altern und schlaffen ab, Frauenkörper menstruieren und werden schwanger. Was ist daran fortschrittlich oder auch nur neu?

3) So viel zu meinen EindrĂŒcken, fragen wir mal einen Experten: Der Horrorfilm-Connaisseur meines Vertrauens (HfCmV) sagt, der Bodyhorror sei nicht schlecht. Wie sich die Figur von Agathe Rousselle absichtlich die Nase am Waschbecken bricht, zum Beispiel. Allerdings, wendet der HfCmV ein: Cronenberg habe das alles schon in den 1980ern gemacht und ohne diese französische, katholische, ĂŒberkandidelte WerbefilmĂ€sthetik (in Ton und Bild). Außerdem sagt der HfCmV: »Man denkt, Rousselle sei wandelbar, aber in echt verĂ€ndert sich nur ihre Frisur.«

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Die jĂŒngsten Stars Hamburgs

Der Detektivclub Die Pfefferkörner, den man seit mehr als zwanzig Jahren im NDR-Fernsehen und im Kinderkanal sehen kann, ist diverser als Die drei ???, glaubwĂŒrdiger als TKKG und drehte schon eine Folge im großen Saal der Elbphilharmonie, als Til Schweiger und sein Tatort dort noch vor verschlossenen TĂŒren standen.

Gerade lĂ€uft der zweite Kinofilm der Bande, die ihr HQ in der Speicherstadt hat und in Actionszenen immer wieder ĂŒber die BrĂŒcke vor dem Maritimen Museum rennt. Ich hatte das besondere VergnĂŒgen, fĂŒr die Hamburg-Seiten der ZEIT nicht nur den neuen Film zu sehen, sondern auch mit Hilfe einer Pfefferkörner-Expertin einige SchauplĂ€tze in Speicherstadt und HafenCity zu besuchen.

Hier geht es zu meinen Beitrag zum Start der Herbstferien (fĂŒr Abonnent*innen der ZEIT und ihre Kinder).

Tanz den General Patton

Es gibt x-tausend BĂŒcher ĂŒber Krautrock, Punk in DĂŒsseldorf und Hamburg oder die AnfĂ€nge der Techno-Bewegung in Berlin (darunter einige sehr gute).

Aber eine der vielleicht interessantesten Phasen (west-) deutscher Popmusikproduktion ist meines Wissens intellektuell und historisch noch weitgehend unbearbeitet: der Schlager der mittleren 1950er- bis mittleren 1960er-Jahre.

Es geht hier um populĂ€re Musik vor der Durchsetzung der Popmusik im heutigen (engeren) Sinne. Und: um die komplizierte Gemengelage aus einer im  Wirtschaftswunder neu aufblĂŒhenden Kulturindustrie, der Erfindung der Jugend, der VerdrĂ€ngung von Kriegsschuld und Shoa, der GrĂŒndung eines neuen, demokratischen Staates sowie um die sogenannte Amerikanisierung, die vielleicht tatsĂ€chlich eine Art mentale Entnazifizierung zumindest der jungen Deutschen war? (Diese Idee bitte nachlesen bei Frank Apunkt Schneider.)

Allein, man mĂŒsste wohl mehr von tiefenpsychologischen Effekten der Massenkultur verstehen, um das Zeug sinnvoll deuten zu können. Dieser Song zum Beispiel: Mr. Patton aus Manhattan (erschienen 1957), die Eindeutschung von Bill Haleys See you later, alligator, mit einem Gaga-Text. Eine ganz platte, hedonistisch hohle Nummer.

Bis einem einfĂ€llt, dass General Patton 1944 die US-Armee gegen die deutschen Linien vorantrieb. Unter seinem Kommando wurde das KZ Buchenwald befreit, es soll seine Idee gewesen sein, deutsche BĂŒrger durchs KZ zu fĂŒhren, auf dass sie gezwungen sind, endlich hinzusehen.

Und das Manhattan Project entwickelte die Atombombe, die den amerikanischen Sieg im Zweiten Weltkrieg besiegelte.

Dass zehn Jahre spĂ€ter die Kinder der Nazis durch Tanzschuppen wirbelten, zu amerikanischer Musik und dem Text „Patton! … Manhattan! … Patton! … Manhattan!“, das ist doch bemerkenswert.

Diese BezĂŒge herzustellen, könnte natĂŒrlich eine brutale Überinterpretation sein. Aber es wĂŒrde sich vielleicht lohnen, das mal weiter zu durchdenken und dem nachzugehen. Hey, Ihr da draußen: Wer schreibt das erste interessante Buch ĂŒber den (west-) deutschen Nachkriegsschlager?

Vollautomatisiertes Luxusdings

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Die Partei DIE PARTEI wirbt in Hamburg mit dem Slogan »Vollautomatisierter Luxuskommunismus«. Ist das Satire? Wenn ja, was ist daran Satire?

Der Witz ist doch, dass genau diesen Slogan jemand neulich noch sehr ernst gemeint hat (und The Guardian, The Atlantic und ein, zwei andere, von denen man das nicht zwingend erwartet hÀtte, das sogar halbwegs plausibel und/oder anregend fanden).

Die These des »Fully Automated Luxury Communism«, wie sie der Brite Aaron Bastani formulierte, lautet grob gesagt, dass in Zukunft durch Automatisierung und technischen Fortschritt die Notwendigkeit menschlicher Arbeit geringer wird und dann enormer Überfluss an allem herrscht: an materiellen GĂŒtern, an Freizeit, …

(Dass wohl nicht viele Menschen Überfluss und MĂŒĂŸiggang mit Kommunismus zusammenbringen, ist entweder Ausweis des klĂ€glichen Scheiterns des real existierenden Sozialismus oder der Wirksamkeit anti-kommunistischen Denkens oder beides. Oder die Idee des FALC ist doch ein bisschen irrlichternd, das könnte natĂŒrlich ganz vielleicht auch sein.)

Man tut ihm vielleicht nicht Unrecht, wenn man behauptet: Ohne lustvolle Provokationen mit dem K-Wort hat die Idee schon der in Oxford arbeitende Philosoph Nick Bostrom vertreten. Wobei – bei ihm gab es zwei Optionen: Vollautomatisierter Luxuskommunismus oder vollautomatisiertes Worldwide-Gulag.

Das BilderrÀtsel Mnemosyne

Aby Warburg sollte eine angesehene Privatbank erben, traf aber die weise Entscheidung, lieber Kunsthistoriker zu werden. Guter Typ.

Jetzt ist Aby Warburgs lange verschollen geglaubtes SpÀtwerk, der Bilderatlas Mnemosyne, in Hamburg-Harburg in der Sammlung Falckenberg zu sehen.

Mein Text zu Warburg, seinem Bilderatlas und der einigermaßen unglaublichen Geschichte von dessen Rekonstruktion gibt es jetzt auf ZEIT ONLINE (fĂŒr Leute mit Abo).

Auf der Suche nach Heino Jaeger

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Ich war neulich mit Rocko Schamoni in Harburg verabredet und das erste, das wir dort sahen, war ein LKW mit dem Aufdruck Jaeger. Ist das ein Zeichen, oder was?

Weil: Wir waren ja da, um uns auf die Spuren des verstorbenen, fast vergessenen KĂŒnstlers und Komikers Heino Jaeger zu begeben, den Rocko Schamoni sehr schĂ€tzt. FĂŒr was schĂ€tzt er Heino Jaeger? FĂŒr seinen »pointenlosen Humor«, seinen »feinen Strich«, seine »zerfrĂ€sten, alltagszerstörten Figuren«. Und nicht zuletzt fĂŒr die »seltsame, organische KlumpizitĂ€t« seines bildnerischen Werks.

Sie merken, da spricht ein Fachmann! Aber ohne Flachs: Wieso Schamoni einen Roman ĂŒber Heino Jaeger geschrieben hat (Der Jaeger und sein Meister, neu bei Hanser Blau), als nĂ€chstes eine große Ausstellung mit auf den Weg bringt (ab 26. Februar 2022 im Kunsthaus Stade) und was das alles mit den frĂŒheren BĂŒchern Dorfpunks und Große Freiheit zu tun hat, das steht jetzt in den Hamburg-Seiten der ZEIT.

Übrigens: Der LKW war wirklich ein Zeichen. Denn wir besuchten das ArchĂ€ologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg und wurden dort mit einer Riesenladung an Jaeger-Werken beglĂŒckt, die Jens Brauer und Michael Merkel fĂŒr uns aus dem Lager holten. Danke!

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(Foto mit meinen FĂŒĂŸen, weil ich höre, das mache man jetzt so — und weil ich nicht weiß, wie ich sonst das riesige Doppelseitenformat der ZEIT in ein Hochkantfoto kriegen soll.)

11 Ideen aus der Zeit der Pandemie

Es ist nichts gut an der Pandemie. Die Zeit ist vorbei, in der man darĂŒber sinnieren konnte, sie habe doch auch positive Effekte, als Treibstoff fĂŒr SolidaritĂ€t etwa oder als großer Entschleuniger. Wer derlei heute noch behauptet, verkennt die Lage. Diese Krise spaltet sozial, statt zu vereinen, und stresst mindestens so sehr, wie sie punktuell entschleunigt. Und damit ist noch nichts ĂŒber die Toten gesagt. #justmytwocents

Aber auch wenn nichts gut ist an der Pandemie, ist doch gut, wie einige Menschen auf sie reagieren. FĂŒr die Hamburgseiten der ZEIT haben Viola Diem und ich mit der UnterstĂŒtzung des Ressorts 11 Ideen und Initiativen ausgewĂ€hlt, die uns Hoffnung machen. Und die positive VerĂ€nderungen anstoßen, die vielleicht erhalten bleiben in der Zeit nach Corona (wann auch immer das sein wird).

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