Bemerkenswert

Neu:

Das hier ist die neue Ausgabe von ZEIT CAMPUS, dem Studentenmagazin der ZEIT. Ab Dienstag, 10. Oktober, in vielen Kiosken, Mensen und hier zu kaufen. Oder im Studentenabo.

Es handelt sich hier um die dickste reguläre Ausgabe in der Geschichte unseres Magazins (noch mehr Seiten hatte nur das Heft zum zehnjährigen Jubiläum im vergangenen Jahr) und, hey, es sind ein paar gute Sachen drin.

Zum Beispiel:

WeiterlesenNeu:

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Heimat ist Arbeit

Ich habe die vermutlich extreme Sicht, dass von Natur aus niemand in der Welt irgendwo zu Hause ist. Ich denke, Heimat ist etwas, auf das man hinarbeiten kann und wofür man Wurzeln schlagen muss. Ich sehe Heimat nicht als gegeben. Es erfordert Anstrengung und Arbeit, sich zu Hause zu fühlen.

… sagt die Schriftstellerin Zadie Smith im Interview mit dem SZ Magazin.

Einkaufstipp für die Plattenladenwoche:

Es ist Plattenladenwoche! (Und, ja … das ist was anderes als der Record Store Day, der war nämlich bereits im April. Verwirrend.)

Nähme ich dies zum Anlass, nicht mehr nur Platten zu laden, sondern in einen Plattenladen zu laufen, dann kaufte ich dort die Schallplatte #DIY von Trettmann und KitschKrieg. Dass ich’s nicht tue, liegt allein daran, dass ich sie schon besitze.

Wobei! Bald ist Weihnachten. Die Zeit der Zweit- und Drittkäufe. Und dieses Album ist wirklich gut, wie ich auch neulich schon in der ZEIT ausbreiten durfte: online hier.

Menschen, wir sind noch nicht verloren!

James Bridle hat einen simple Falle für autonome Fahrzeuge erfunden

Wenn ich mich recht erinnere, genügt in Bram Stokers Roman Dracula eine einzele Hostie, um einen Bannkreis zu schaffen, den Vampire nicht betreten können. Sehr praktisch, wenn man gerade durch Transylvanien reist und eines temporären safe space bedarf, zum Beispiel um nachts in Ruhe schlafen zu können.

(Ich bin nicht sicher, ob es eine katholische Hostie sein muss, also der wahrhaftige Leib Christi, oder ob eine evangelische Hostie, also profanes Brot mit erhöhtem Symbolwert, auch funktioniert.)

Einen modernen Bannkreis zu Bezwingung seelenloser Angreifer hat der Künstler James Bridle geschaffen. Bei ihm geht es nicht um Ausschluss, sondern um Einschluss, aber das Prinzip ist ähnlich simpel: Mit Kreide zeichnet er zwei Kreise auf den Boden, die etwa die Größe eines Parkplatzes für handelsübliche PKW haben. Die Linie des äußeren Kreises ist gestrichelt, die des inneren durchgezogen.

Autonome, selbststeuernde Fahrzeuge, die durch ihre Software an die Straßenverkehrsordnung gebunden sind, können nun von außen in diesen Kreis hineinfahren, kommen von innen aber nicht mehr raus. Sie sind gefangen. James Bridle nennt das: Autonomous Trap 001 (siehe Video).

Es scheint derzeit plausibler, dass eines Tages die Maschinen uns Menschen zur Gefahr werden, als dass noch Vampire auftauchen und uns alle ausrotten (ich habe neulich mit dem Philosophen Nick Bostrom darüber gesprochen), insofern empfiehlt es sich für alle Prepper, ein Stück Kreide in der Tasche zu haben (eine einfache, durchgezogene Kreislinie wirkt dann ähnlich wie die Hostie gegen Blutsauger).

Hoffen wir, dass das Wetter stabil bleibt, wenn die Teslas sich eines Tages gegen uns erheben. Regen wäre in dieser Situation wirklich unpässlich.

P.S.: Entdeckt habe ich Bridles Idee in diesem Text aus der Süddeutschen Zeitung.

 

Nicht der Song des Jahres, aber:

Wahnsinn. Schreibt irgendwer ähnlich scharf und klug und gemein und virtuos über das junge Großstadtmilieu? Mir fällt keine_r ein.

Wenn Trettmann der Clemens Meyer des Trap ist (wie ich hier schwadronierte), dann sind Zugezogen Maskulin der Karl Kraus des Raps.

Weiterhin gilt: »Die Kritik an Hipstern kann die Hipster der Kritik nicht ersetzen«.