Gewinne, Gewinne, Gewinne! ­čĆć

Ich freue mich sehr ├╝ber den zweiten Platz beim Medienpreis Mittelstand Nord+Ost f├╝r meinen Artikel ├╝ber Berufseinsteiger*innen in der Corona-Krise, erschienen im Hamburg-Ressort der ZEIT.

Und ich freue mich fast noch ein bisschen mehr dar├╝ber, dass der Autor Moritz Herrmann den ersten Platz belegt hat, mit seinem Portr├Ąt eines SUV-H├Ąndlers in Hamburch-Wellingsb├╝ttel, ebenfalls im Hamburg-Ressort der ZEIT erschienen. Go team! Ôťî´ŞĆ

Gl├╝ckwunsch auch an alle weiteren Preistr├Ąger*innen in den Kategorien Print, TV und H├Ârfunk!

Schulen und Corona: Was war wann bekannt?

Meine Kollegin Nike Heinen ist freie Wissenschaftsjournalistin. Seit die Entdeckung eines neuen SARS-Virus in Wuhan bekannt wurde, berichtet sie de facto ├╝ber nichts anderes mehr.

Ich kam als Bildungsredakteur einige Monate sp├Ąter zum selben Thema ÔÇö als das besagte Virus den Schulbetrieb in Hamburg lahmlegte.

Jetzt haben wir uns zusammengetan und uns gemeinsam durch die Studien, die Schutzverordnungen und die politischen Beschl├╝sse der vergangenen zw├Âlf Monate gearbeitet. Wir wollten ÔÇö mit etwas Abstand, aber nat├╝rlich noch mitten in der Pandemie ÔÇö die Diskussion um die Schulen nachvollziehen und um die politische Frage: Schlie├čen oder ├Âffnen?

Also: Was war wann ├╝ber die Verbreitung des Virus bekannt? Und wie wurde dann entschieden? Nachzulesen ist das hier auf ZEIT ONLINE f├╝r Abonnent*innen (und alle, die das noch werden wollen).

Ein neues Interview mit Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) gibt es ÔÇô ebenfalls f├╝r Abonnent*innen ÔÇô hier.

Enjoy! ­čśĚ

Uni Hamburg: Die ersten 100 Jahre

Die Uni Hamburg feierte 2019 ihr hundertj├Ąhriges Jubil├Ąum. Sie war in der Weimarer Republik von der SPD als erste demokratische Reformuniversit├Ąt in Deutschland ersonnen worden (aber: in der Praxis wurde das nix), diente sich im ┬╗Dritten Reich┬ź den Nationalsozialisten an, wurde sp├Ąter Nebenschauplatz der ┬╗68er┬ź-Bewegung ÔÇŽ

Es ist also eine vergleichsweise junge Universit├Ąt, aber eine, die sich immer wieder neu erfunden und den Zeitgeist gespiegelt hat.

Seit dem runden Geburtstag gibt es ein eigenes Universit├Ątsmuseum im Hauptgeb├Ąude am Dammtorbahnhof. Jetzt folgt eine Buchreihe mit Aufs├Ątzen zur Universit├Ątsgeschichte, herausgegeben von den Historikern Rainer Nicolaysen, Eckart Krause und Gunnar B. Zimmermann.

Der erste Band zu ┬╗allgemeinen Aspekten und Entwicklungen┬ź ist gerade erschienen, der zweite, der speziell auf die Geisteswissenschaften schaut, soll im Fr├╝hsommer 2021 folgen, danach im Halbjahrestakt die abschlie├čenden beiden B├Ąnde zu Sozialwissenschaften sowie zu Naturwissenschaften und Medizin.

Mit Rainer Nicolaysen habe ich nun ├╝ber die ersten 100 Jahre der Geschichte der Uni Hamburg gesprochen. Es wurde ein ziemlich ausf├╝hrliches Interview, featuring Pfeffers├Ącke, Kaisertreue, Kolonialbeamte, muffige Talare und ├╝berf├╝llte H├Ârs├Ąle. Daf├╝r kein Wort zu Corona.

Frei lesbar auf ZEIT ONLINE.

Jeder hat sein P├Ąckchen zu tragen

Warum ist die Filiale der Postfiliale am Kaltenkircher Platz in Hamburg-Altona so furchtbar? (┬╗Mieser Service, freches Personal┬ź, schrieb die Mopo, ┬╗Postfiliale des Grauens┬ź.) Und wie soll es erst werden, wenn unsere Black-Friday-Deals und Weihnachtsgeschenke dort eintreffen?

F├╝r die Hamburg-Seiten der ZEIT habe ich versucht, der Sache mal auf den Grund zu gehen. Mein Bericht ├╝ber Staatskonzerne, Privatisierungspolitik und ein Kiosk-Imperium, das auf 3D-Pop-up-Gl├╝ckwunschkarten errichtet worden ist: hier. (#abo)

┬╗Destroy┬ź: Retro-Graffiti in Rissen

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Neulich war ich in der Stadtteilschule Rissen ÔÇö und, wow, was die auf ihrem Schulhof f├╝r geiles Graffiti haben! Erwartet man gar nicht in den Elbvororten, bei den Reitst├Ąllen, usw.

Andererseits: Vielleicht ist auch genau das der Grund, warum sich dieses historische Werk erhalten hat. In der Schanze w├Ąre es vermutlich schon etliche Male ├╝berspr├╝ht worden. Auch in Rissen sind nicht mehr alle mit diesem, naja, naiven Stil einverstanden. ┬╗Toy┬ź steht links und rechts als kritischer Kommentar am Bildrand.

Ich hingegen finde das wirklich super. Vielleicht, weil ich mit dem Ego-Shooter DOOM aufgewachsen bin (Sie k├Ânnen das hier online spielen), dessen Hauptfigur eine ├Ąhnlich exzentrische Kleiderwahl hatte wie der Character hier im Bild: Atemschutz, Brustpanzer, dazu aber T-Shirt-├ärmel. Hauptsache man sieht den Bizeps, n├Ą?

DOOM kam Ende 1993 raus, ich w├╝rde mal tippen, dass dieses Graffito entsprechend auch aus den mittleren bis sp├Ąten 1990er-Jahren stammt. Wer diesen Style mag, dem sei noch schnell das Buch ZAR ZIP FLY ZORO empfohlen, das die erste Schicht Graffiti in M├╝nchen dokumentiert. Nicht ganz dasselbe, denn das Buch dokumentiert Graffiti der 1980er, aber: Es ist ganz reizend.

Weiterlesen „┬╗Destroy┬ź: Retro-Graffiti in Rissen“

Schlaflos im Shopping-Tempel

Dass die Nacht im Einkaufszentrum eine unruhige werden k├Ânnte, d├Ąmmert mir kurz nach Ladenschluss. Da komme ich gerade von der Mitarbeitertoilette, die hinter den Shops und Fahrstuhlsch├Ąchten gelegen ist, in jenen G├Ąngen der Hamburger Europa-Passage, die man als Kunde eigentlich gar nicht betreten darf, und werde von einem Sicherheitsmann gestoppt.

┬╗Sie sind derjenige, der heute in diesem Cube schl├Ąft┬ź, sagt er. Ich nicke, obwohl der Mann das als Feststellung formuliert hat, nicht als Frage. ┬╗Nur, dass Sie sich nicht wundern┬ź, f├Ąhrt er fort, ┬╗wir testen heute ein paar Mal den Neptun 500.┬ź Den was? ┬╗Den Neptun 500┬ź, sagt der Sicherheitsmann. ┬╗Das ist soÔÇÖn Feueralarm.┬ź Dann singt er eine kurze Melodie: ┬╗Dii-D├╝├╝-D├╝mm. Neptun 500. Muss gemacht werden. Also nur, dass Sie sich nicht wundern.┬ź

In der Europa-Passage in der Hamburger Innenstadt kann man jetzt ├╝bernachten. Ja, mitten in einer Pandemie. Ich habe das mal ausprobiert und erz├Ąhle auf ZEIT ONLINE, was ich nachts im Einkaufszentrum erlebt habe (Z+ / Abo).

Generation Umbruch

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Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie treffen besonders die J├╝ngeren. Drei von ihnen habe ich dazu befragt:

Miriam Dickmann, 19, ist Auszubildende zur KfZ-Mechatronikerin. Sie repariert einige der gr├Â├čten Fahrzeuge, die auf Hamburgs Stra├čen unterwegs sind: die Gelenkbusse der Hochbahn im HVV. Abstandhalten ist in ihrer Werkstatt kein Thema, sagt sie. Als einzige Frau unter 20 Azubis hat sie eine Umkleide f├╝r sich allein.

Julian Stowasser, 33, ist Sternekoch und der neue K├╝chenchef im Lakeside, dem Restaurant von Hamburgs teuerstem Hotel. Sein erstes Mal Kochen f├╝r G├Ąste war Mitte M├Ąrz. Vier Abende sp├Ąter kam der Lockdown. ┬╗Am Tag der Schlie├čung war mein erster Gedanke: ÔÇ║Schei├če, ich hab doch frischen Fisch bestellt!ÔÇ╣┬ź

Jana Lilienthal, 28, hat in der Pandemie ihre Stelle verloren. Sie jobbt jetzt bei einem Kunststoffkonzern, der Plastikfolien f├╝r k├╝nstliche Darmausg├Ąnge herstellt. ┬╗Ich bin ein bisschen ins kalte Wasser gesprungen┬ź, sagt sie, ┬╗denn ich komme aus der Lifestyle-Branche.┬ź

Es sind drei von Tausenden, die in diesem Jahr einen neuen Job oder eine Ausbildung angefangen haben oder sich beruflich neu orientieren mussten. Wie es ihnen mit der Pandemie und ihren Folgen geht, steht jetzt in den Hamburgseiten der ZEIT (jetzt im Handel in und um Hamburg, bundesweit in den E-Papers und Apps oder per Abo). Mit Fotos von Michael Kohls!

Wieso liegen in Gro├čst├Ądten teure Grundst├╝cke brach?

Die St├Ądte wachsen, die Mieten steigen, der Wohnraum wird knapp. Trotzdem gibt es mancherorts unbebaute Grundst├╝cke in bester Lage.

Zum Beispiel das Grand Central am D├╝sseldorfer Hauptbahnhof. Oder das Holsten-Areal in Hamburg-Altona. Hier sollten jeweils 1000 und mehr Wohnungen entstehen. Stattdessen wechseln die Gel├Ąnde zwar immer wieder den Eigent├╝mer und werden dabei immer teurer, doch gebaut wird nicht.

Was soll das? Welches Gesch├Ąftsmodell steckt dahinter? Was kann man politisch dagegen tun? Das habe ich mir von Christoph Twickel erkl├Ąren lassen, der als freier Journalist f├╝r DIE ZEIT ├╝ber Stadtentwicklung schreibt. Wer will, kann das jetzt in unserem Podcast ┬╗Hinter der Geschichte┬ź anh├Âren.

(Trigger-Warnung f├╝r Audiophile: Meine ohnehin viel zu ausufernde Anmoderation klingt leider recht knarzig, aber sobald Christoph spricht, wird’s besser!)

┬╗Wir m├╝ssen bei der Digitalisierung viel, viel besser werden┬ź

Politiker*innen reden nie Klartext? Wer das glaubt, kennt den Hamburger Schulsenator Ties Rabe nicht ÔÇö und das Interview, das er meiner Kollegin Nike Heinen und mir gegeben hat.

Wir sprachen ├╝ber den Umgang mit dem Dilemma, einerseits Infektionen zu vermeiden, andererseits aber eine ganze Generation von jungen Hamburger*innen nicht um ihr Recht auf Bildung bringen zu wollen.

Und ├╝ber den Reformstau bei der Digitalisierung der Schulen, der in den vergangenen Monaten etliche Eltern auf die Palme brachte ÔÇö und der sich ├Ąndern soll. Korrektur: muss.

Hier das ganze Interview (f├╝r Abonnent*innen der ZEIT).