Willkommen in der Science City!

Science City

Am Anfang war der L├Ąrm. Ein ununterbrochenes Kratzen, Schleifen und Scharben. Das ist der Sound der Autobahn A7, die in den 1970er-Jahren ohne R├╝cksicht auf Verluste durch Bahrenfeld gepfl├╝gt wurde. Parks, Pl├Ątze, Seen, Knabenschulen: Weg damit und her mit dem Verkehr!

Dann kam der Wunsch, die Autobahn unter die Erde zu verlegen. Und schlie├člich die Idee, obendr├╝ber einen neuen Stadtteil zu bauen, der von Stanford bis Shenzhen aller Welt zeigen soll, dass Hamburg nicht nur eine historische Hafenstadt ist, sondern ein Metropole der Wissenschaft und Innovation.

├ťber die Genese der ┬╗Science City Bahrenfeld┬ź, die erstmal nicht viel mehr ist als eine Idee, berichtete ich in den Hamburg-Seiten der ZEIT. Der Text ist das Destillat vieler Gespr├Ąche und einiger Radtouren durch Bahrenfeld, Stellingen und Schnelsen ÔÇô und jetzt auch online zu lesen (f├╝r alle Menschen mit ZEIT-Abo).

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Besuch bei B├╝ttner (mit Meese & Richter)

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Ich (Foto links) war mit den K├╝nstlern Jonathan Meese (ebenfalls Foto links) und Daniel Richter (Foto rechts) in der Hamburger Kunsthalle, um Gem├Ąlde von Werner B├╝ttner anzusehen (ebenfalls Foto rechts), der einst der Kunstprofessor der beiden an der Hochschule f├╝r bildende K├╝nste Hamburg war und jetzt in den Ruhestand geht.

Die Ausstellung von Werner B├╝ttner hei├čt Last Lecture Show. Ich kann den Besuch sehr empfehlen, notfalls auch ohne Meese und Richter: Selten bin ich so gut gelaunt aus einer Kunsstaustellung gekommen, die aber v├Âllig deprimierend ist.

Mein Artikel ├╝ber die Ausstellung und den Besuch mit Meese und B├╝ttner sowie ihre Erinnerungen an das Kunststudium: hier.

PS: Der Esel nennt sich immer zuerst, normal!

Credits: Das linke Foto hat Petra Bassen aufgenommen, das rechte Foto Hanna Lenz f├╝r DIE ZEIT / VG Bild-Kunst, Bonn 2021. Merci! ÔŁĄ

Kirche + Kapital ÔŁĄ´ŞĆ Ton Steine Scherben

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Die Band Ton Steine Scherben ist 1970 angetreten, um die bestehende Ordnung abzur├Ąumen. ┬╗Musik ist eine Waffe┬ź, schrieb sie und stellte sich in den Dienst aller Gruppen, die den Klassenkampf vorantreiben (diese Erkl├Ąrung erschien in der Zeitschrift Agit 883, in der kurz zuvor die Rote Armee Fraktion ihre Gr├╝ndung bekannt gegeben hatte).

Und heute? Werden Ton-Steine-Scherben-Songs in Weihnachtspredigten zitiert (wie 2011 in der Kart├Ąuserkirche in K├Âln) oder auf die Titelseiten von Wirtschaftsmagazinen gedruckt (wie auf der aktuellen Ausgabe von brand eins, siehe Foto).

Sind Ton Steine Scherben also gescheitert am Kapitalismus, der sich noch seine ├Ąrgsten Feinde einverleibt und durch Kritik nur st├Ąrker wird? Oder haben sie gewonnen, weil sie der Gesellschaft ihren Stempel aufdr├╝ckten und sie zu ver├Ąndern halfen, wenigstens ein bisschen?

Ich wei├č es nicht. Aber ich wollte kurz durchgeben, dass mein Artikel ├╝ber den Auftritt der Band 1971 an der katholischen Sophie-Barat-Schule in Hamburg jetzt auch auf ZEIT ONLINE zu lesen ist (f├╝r alle mit Abo).

Sommerferien auf der Streuobstwiese

Nach 20 Jahren bei einem Mittelst├Ąndler und im Maschinenbau sagte Florian Menger zu seinem Chef: Ich k├╝ndige. Und fange noch mal was Neues an. Ich miete mir Schafe und pflanze ein paar Apfelb├Ąume und starte einen Lehrbauernhof f├╝r Kinder.

Und sein Chef sagt: Wissen Sie was? Super Idee. Da investiere ich und werde Partner.

Die unwahrscheinliche Gr├╝ndungsgeschichte von Greenkids Neuengamme und die Frage, was H├╝hner und Regenw├╝rmer mit einer gl├╝cklichen Kindheit und guten Bildung zu tun haben: Jetzt in DIE ZEIT (Hamburg-Seiten) oder hier auf ZEIT ONLINE (#aboaboabo).

Hallo, Joachim Franz B├╝chner Band

Na, das klingt doch wie ein guter Anfang. Guter move auch, das Soloalbum mit einem Duett anzuk├╝ndigen. Solo wie allein war jetzt schlie├člich lang genug.┬á

OK, der Typ hei├čt also Franz Joachim B├╝chner. Schon mal gesehen bei B├╝rgermeister der Nacht. Und wer singt da mit? Ist das nicht die eine von dieser tollen, leider verschollenen Band Zucker? Ja, ist sie.

Und der zweite Song, den man schon jetzt vom Joachim-Franz-B├╝chner-Band-Album h├Âren kann, Plan 9 aus dem Weltall, ist nicht nur eine Verneigung vor dem Trashfilmregisseur Ed Wood, sondern auch vor Tr├╝mmerfrauen, dem Theme Song von Zucker. Toll. Apropos: Was machen eigentlich Tr├╝mmer?

Ich deute diesen Song als Vorboten nicht nur des kommenden Albums, sondern auch einer Zeit, in der wir endlich wieder auf Konzerte gehen werden. Und zwar auf viele. Oder?

[Update, 28. Juni 2021] Sieh an! Kaum ist die Frage ausgesprochen, kommt schon die Antwort: Ein neues Tr├╝mmer-Album ist f├╝r den 17. September angek├╝ndigt, hier kann schon man den ersten Song h├Âren.

Was sagen Zehnj├Ąhrige zu ÔÇŽ naja, allem gerade?

ZEIT ONLINE: Was fehlt euch beiden gerade am meisten?
Benedikt: Mir fehlt das Gemeinschaftsgef├╝hl. Nicht immer nur allein zu Hause zu hocken.
Valerie: Das Tuscheln im Unterricht!
Benedikt: Und zusammen auf dem Pausenhof zu sein.
Valerie: Eigentlich fehlt mir das ganze Paket: Gruppenarbeiten, Pausenhof, alles. Auch morgens mit dem Fahrrad in die Schule zu fahren.
ZEIT ONLINE: Wirklich? Der Schulweg?
Valerie: Ja, das weckt mich auf.
Benedikt: Dann hat man richtig Motivation! Jetzt steht man auf, isst ein bisschen Fr├╝hst├╝ck und geht mal eben drei Meter r├╝ber zum Computer.
Valerie: Ich bin dann noch total m├╝de.
Benedikt: Man schl├Ąft noch. Fr├╝her hat man gar nicht gemerkt, dass es wichtig ist, morgens an der kalten Luft zu sein und ein bisschen Sauerstoff in den Kopf zu kriegen. Jetzt merkt man: Es ist krass wichtig! Man hockt sonst immer nur drinnen!
Valerie: Au├čer, man hat einen Hund. Dann geht man noch ab und zu mit dem Hund raus.
ZEIT ONLINE: Gibt es etwas, das ihr in den letzten Monaten gelernt habt und das ihr ohne Corona vielleicht nicht gelernt h├Ąttet?
Valerie: Man muss es sch├Ątzen, in einer Gruppe zu sein.
Benedikt: Und, dass man Freunde hat. Und, wenn einem die Eltern was erlauben.
Valerie: Ich h├Ątte auch nie gedacht, dass mir die Schule mal fehlen w├╝rde. Dass ich mir w├╝nschen w├╝rde, wieder in die Schule zu d├╝rfen.
ZEIT ONLINE: Was glaubt ihr, wann d├╝rft ihr wieder?
Valerie: Es gibt so viele Mutanten. Und vielleicht kommt eine, gegen die das Impfen nicht hilft. Ich glaube, dass es noch zwei, drei Jahre dauern wird.

Meine Interviews mit Zehnj├Ąhrigen ÔÇô und mit anderen Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern, die das letzte Mal vor Weihnachten in einem Klassenzimmer sa├čen ÔÇô gibt es jetzt auf ZEIT ONLINE (frei lesbar).

Gewinne, Gewinne, Gewinne! ­čĆć

Ich freue mich sehr ├╝ber den zweiten Platz beim Medienpreis Mittelstand Nord+Ost f├╝r meinen Artikel ├╝ber Berufseinsteiger*innen in der Corona-Krise, erschienen im Hamburg-Ressort der ZEIT.

Und ich freue mich fast noch ein bisschen mehr dar├╝ber, dass der Autor Moritz Herrmann den ersten Platz belegt hat, mit seinem Portr├Ąt eines SUV-H├Ąndlers in Hamburch-Wellingsb├╝ttel, ebenfalls im Hamburg-Ressort der ZEIT erschienen. Go team! Ôťî´ŞĆ

Gl├╝ckwunsch auch an alle weiteren Preistr├Ąger*innen in den Kategorien Print, TV und H├Ârfunk!

Schulen und Corona: Was war wann bekannt?

Meine Kollegin Nike Heinen ist freie Wissenschaftsjournalistin. Seit die Entdeckung eines neuen SARS-Virus in Wuhan bekannt wurde, berichtet sie de facto ├╝ber nichts anderes mehr.

Ich kam als Bildungsredakteur einige Monate sp├Ąter zum selben Thema ÔÇö als das besagte Virus den Schulbetrieb in Hamburg lahmlegte.

Jetzt haben wir uns zusammengetan und uns gemeinsam durch die Studien, die Schutzverordnungen und die politischen Beschl├╝sse der vergangenen zw├Âlf Monate gearbeitet. Wir wollten ÔÇö mit etwas Abstand, aber nat├╝rlich noch mitten in der Pandemie ÔÇö die Diskussion um die Schulen nachvollziehen und um die politische Frage: Schlie├čen oder ├Âffnen?

Also: Was war wann ├╝ber die Verbreitung des Virus bekannt? Und wie wurde dann entschieden? Nachzulesen ist das hier auf ZEIT ONLINE f├╝r Abonnent*innen (und alle, die das noch werden wollen).

Ein neues Interview mit Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) gibt es ÔÇô ebenfalls f├╝r Abonnent*innen ÔÇô hier.

Enjoy! ­čśĚ