Unfuckingfassbar

Santa Monica, California, 1964

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»Something to think about«

A video by Helmut Lang (the artist, not the fashion company). From Commercial Break (2011). Curated by Neville Wakefield. Found at Ubuweb.

What we talk about when we talk shit

Wie übersetzt man Donald Trumps »shithole countries« treffend ins Deutsche?

Präsident Donald Trump ist eine Herausforderung für die Berichterstatter. Sobald er den Mund aufmacht, beginnen die Probleme. Nicht nur, weil er habituell lügt (hier eine Übersicht). Sondern auch, weil er Begriffe im Mund führt, die sich respektable Medien in den USA bis vor Kurzem nicht zu drucken trauten. Jetzt müssen sie.

Und nicht-englischsprachige Medien müssen Übersetzungen finden, die dem präsidialen Wortschaft gerecht werden. Zum Beispiel für »shithole countries«. Alle deutschen Medien, die Google auf Anhieb findet, übersetzen »shithole« mit »Dreckloch«.

»Dreckloch, das« ist laut Duden ein »schmutziges Zimmer; schmutzige, ungepflegte Wohnung«. Womöglich hat der Präsident das genau so gemeint, als er Medienberichten zufolge von Haiti und afrikanischen Staaten sprach.

Nun ist die Bedeutung des Wortes »shit« aber recht ambivalent und reicht von »solid waste released from the bowels« bis »anything« (Cambridge Dictionary).

Ist »Dreckloch«, das für mich nach einer Entschärfung, fast einer Verniedlichung klingt, nach einer Übersetzung, die eine inhaltliche Annäherung darstellt, aber das Temperament des Sprechers nicht adäquat mitüberträgt, also die treffendste Übertragung ins Deutsche?

Man könnte für »shithole countries« ja auch schreiben: »Plumpskloländer«, was aber ebenfalls nicht vulgär genug und zugleich wohl noch irreführender ist, weil dann unklar bleibt, ob sich der Begriff auf Länder bezieht, in denen Plumpsklos noch breite Verwendung finden, oder ob nicht im Sinne des Sprechers vielmehr die Länder selbst die Plumpsklos sind (scheint mir korrekter).

Also, wie Bekannte auf Facebook vorschlugen: Kackländer? Scheißländer? It’s complicated. Die Stilblüte des Tages ist jedenfalls diese Zeile von CNN: »Trump’s ’shithole‘ comment is his new rock bottom«.

PS: Mr. Carver, verzeihen Sie mir!

Keep your home dumb

The smart home is a data-harvesting method. If you think about the home appliances of the ’50s and the ’60s, a critic like Reyner Banham could argue that they were socially liberating, because the housewife with a washing machine was no longer obliged to boil clothes in a vat, or whatever it might be. The result was free time. Yet the micro-efficiencies provided by today’s appliances don’t have the same social impact at all. The significant gain is for companies.

– Justin McGuirk, chief curator at the Design Museum, in apartamento (issue #20, autumn/winter 2017/2018).

Was wurde aus dem Suff-Rap? 

Schon klar: Rapper und ihre Freunde machen Cash mit Packs, Geld mit Schnuff, sie schmuggeln H in das Land und mischen codeine pills and molly in a lemonade. Doch was wurde aus dem guten, alten Suff-Rap?

So wie:

Oder:

Oder:

Immerhin: Es gibt noch Shacke One und die Nordachse.

Urbane Archäologie

Was zum Vorschein kommt, wenn Läden ausziehen und ihre Schilder abmontieren (hier: Jeans Projekt am Ida-Ehre-Platz in Hamburg). Rave Mode! Kann man heute, in Zeiten des 90s Revivals, ja durchaus wieder so tragen.

[Update] Die 90er-Assoziation war möglicherweise falsch:

Hm. Rave Mode ist natürlich ungooglebar. Jeans Projekt ist laut Abendblatt erst 1994 in die Immobilie eingezogen. Wer weiß mehr?

Fotobücher des Jahres: State of Nature & andere

25 Fotobücher empfielt LensCulture in dieser Liste zum neuen Jahr.

Für eines davon durfte ich einen Textbeitrag schreiben: State of Nature von Claudius Schulze, ein fotografisches Kompendium der (bisher!) vereitelten Sturmfluten, Erdrutsche und sonstigen Naturkatastrophen in Europa.

Wer jetzt irgendwen vergessen hat, dem er noch dringend nachträglich was Nettes zu Weihnachten kaufen muss: Dieses Buch wäre mein Tipp.

Mehr zum Buch: hier.