Wie Corona die Ungleichheit in den Schulen verstĂ€rkt

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SchĂŒlerinnen und SchĂŒler aus armen Familien werden in Hamburg doppelt benachteiligt, sagt die Schulbehörde. Das gilt aber nur in guten Zeiten. Jetzt, in der Coronakrise, ist die Benachteiligung wohl eher eine drei- bis fĂŒnffache.

Mehr dazu ab heute in den Hamburgseiten der neuen ZEIT, erzĂ€hlt am Beispiel der Grundschule FĂ€hrstraße in Wilhelmsburg.

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Corona-Proteste: Arme WĂŒrste, gefĂ€hrliche Nazis oder was?

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Der Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma beantwortet die Fragen einer Journalistin der taz zu den Corona-Protesten:

Gibt es keinen ideologischen Kitt, der diese Gruppe zusammenhÀlt?

Nein, da zĂ€hlen nur die Affekte. […]

Was glauben Sie, wo die Bewegung hinsteuert?

Die steuert nirgendwo hin. Sie tut, was sie tut, bis zu einem Erschöpfungspunkt, der möglicherweise bald erreicht ist, oder sie wird eine Bewegung mittlerer Dauer, weil es so großen Spaß macht teilzunehmen.

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Corona: Was passiert, wenn Menschen offen darĂŒber reden?

Alle reden von der zunehmenden Polarisierung in der Diskussion der Corona-Maßnahmen – ZEIT ONLINE tut was dagegen.

FĂŒr die neue Ausgabe des Projekts Deutschland spricht wurden dieses Mal Menschen zusammengebracht, die zu Themen wie Kontaktsperre, Alltagsmasken und der Informationspolitik zu Sars-CoV-2 bzw. Covid-19 unterschiedlicher Meinung sind. Ihre Positionen wurden zuvor per Fragebogen abgefragt, anschließend Diskussionsgegner*innen (oder: Diskussionpartner*innen?) gematcht.

Wie das ausgehen kann, sieht man hier beispielhaft an dem GesprĂ€ch, das mein Kollege Philip Faigle, 40, aus Berlin, mit Suzan Mazumdar, 51, im AllgĂ€u, gefĂŒhrt hat.

Ziemlich spannend, die eigenen Annahmen und Positionen auf diese Weise der PrĂŒfung auszusetzen. Das klappt sogar, wenn man beim GesprĂ€ch nur zuhört.

Corona: Post-demokratische Expertokratie? Nö.

»Ist die Politik je zuvor derart von der Wissenschaft – oder genauer: von Virologen und Epidemiologen – dominiert worden?«, fragen die Journalisten Martin Beglinger und Marc Tribelhorn den Geschichtswissenschaftler Caspar Hirschi.

Der antwortet:

Der Eindruck tĂ€uscht. Virologen und Epidemiologen haben gerade eine enorme PrĂ€senz in der Öffentlichkeit, aber das heißt noch nicht, dass sie die Politik beherrschen. Vielmehr haben gewiefte Politiker erkannt, dass ihre Beliebtheitswerte nach oben schnellen, wenn sie im Namen der Wissenschaft hart durchgreifen. Darum zeigen sie sich gerne mit Experten. […] Wenn Politiker wie Söder mehr auf Mediziner als auf Ökonomen oder PĂ€dagogen hören, so ist das ihre politische Entscheidung und Verantwortung. Man kann dafĂŒr nicht die Experten verantwortlich machen und schon gar nicht von einer Expertokratie sprechen. Kein Mediziner regiert!

Das ganze Interview ist auf der Website der NZZ kostenlos online lesbar.

YASO: Die Spuren eines SprĂŒhers in Ottensen

YASO, Große Rainstraße, Hamburg (April 2019)
YASO, Große Rainstraße, Hamburg (April 2019)

Manche Leute sagen, dass GerĂŒche eine besondere Kraft haben, Erinnerungen zu wecken. Oder Melodien, die man lange nicht mehr gehört hat. Das ist bestimmt alles wahr. Aber fĂŒr mich gibt es noch etwas, das Erinnerungen triggert: Straßenecken.

Mitte der Nullerjahre zog ich – eher widerwillig – nach Hamburg und fing hier ein Studium an. Auf der Reeperbahn standen damals noch Koberer (»Sssss-tehn geblieben, Freunde des Sexualsports!«). In Ottensen gab es noch Bunker und Brachland. Und fĂŒr das Geld, das man heute fĂŒr eine Eigentumswohnung zahlen muss, hĂ€tte man damals drei bekommen. OK, ich ĂŒbertreibe: zweieinhalb.

Es ist nicht lange her, aber einige Sachen sind unwiderbringlich verloren. Zum Beispiel Buchstaben, die auf WÀnden standen. Damals sind mir zwei Graffiti-Pieces aufgefallen, an denen ich fast tÀglich vorbeikam und die sich in mein GedÀchtnis eingebrannt haben.

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