Mickey Mouse: the new Hipster Tri▲▲▲ngle?
Azealia Banks feat. Lazy Jay – 212 (via Pitchfork)
Banda UO – Shake de Amor (winner of the Brazilian MTV Web Video of the Year award and endorsed by Diplo)
Kulturindustrie vs. Kunst (zwei Anmerkungen):
Weshalb schreibt man Kritiken über Bücher? Und nicht über Grammophonplatten? Mir ist mein Grammophonplatten-Schrank viel interessanter als mein Bücherschrank. Oft bringe ich mir eine neue Platte mit aus der Stadt. Selten ein neues Buch. Ein neues Buch von Edschmid, Bronnen, Radiguet? Es mag ja ganz nett sein, aber ich kaufe mir lieber „What’ll I do?“ oder „When Dixi Stars are playing peek-a-boo“. Da ist ja allein schon der Titel ein Gedicht.
– Hans Siemsen, 1925, in: Die Weltbühne, 21. Jhg., Nr. 23, via Oliver Pfohlmann
Some time ago, I began playing a game with myself: whenever a gallery opening threatened to be boring, I compared every art object at hand with The Simpsons episode that aired the same afternoon. I probably don’t need to tell you that, in most cases, the cultural industrial product of three scriptwriters, three hundred Korean draughtsmen and women, several actors, and many other people was not only more intelligent, funny, and entertaining than its counterpart, it also succeeded on the home turf of fine art: a self-reflecive discussion of its own means in order to achieve a specific aesthetic goal: justification of that goal.
– Diederich Diederichsen, 2010, in: Judgement and Contemporary Art Criticism
„Das Knurren der Panzer im Frühling“: Keine Rezension, sondern ein Brief an den Autor (& der antwortete jetzt im Kommentarfeld)

Abb. 1: Sebastian Christ (Jhg. 1981) ist Reporter, Afghanistanreisender, Buchautor
Lieber Sebastian,
vor mir liegt „Das Knurren der Panzer im Frühling“, die Sammlung Deiner Aufzeichnungen aus einem deutschen Krieg. In den vergangenen anderthalb oder zwei Jahren haben wir uns immer wieder über Deine Reisen nach Afghanistan unterhalten – und einmal auch über die Absagen, die Du für Deine auf eigene Faust recherchierten und unkonventionell erzählten Kriegsreportagen von mehreren Zeitschriften bekommen hast. (Ich nehme an, dass sich die verantwortlichen Redakteure vor Wut über ihre Fehlentscheidung inzwischen die Schneidezähne an der Schreibtischkante ausgebissen haben – liebe Praktikanten deutscher Großverlage: Sucht nach den Spuren!)
Jetzt ist Dein Buch erschienen, Du hast vor Bundeswehr-Soldaten und in Berliner Altbauwohnungen daraus gelesen und sogar die erste unfaire Amazon-Bewertung bekommen – herzlichen Glückwunsch!
Ich freue mich, dass sich langsam auch die „echten“, ernsteren Rezensionen mehren, im Deutschlandradio und anderswo. „Das Knurren der Panzer im Frühling“ ist ein Buch, das wahrgenommen und diskutiert werden sollte. Ich habe es gerne gelesen, mich aber dagegen entschieden, eine Rezension zu schreiben. Stattdessen hatte ich Dir angeboten, eine Rückmeldung per E-Mail zu schicken. Du fragtest daraufhin, ob ich meine Anmerkungen nicht bloggen könne – deshalb blogge ich jetzt ungefähr das, was ich sonst Dir persönlich geschrieben hätte. Das mag ein fauler Kompromiss sein, weil es einer Rezension nahe kommt, die ich doch aus Befangenheit vermeiden wollte. Aber: Sollte sich außer Dir noch jemand bemüßigt fühlen, das Folgende zu lesen, so ist jetzt offengelegt, dass es mit Vorsicht zu genießen ist. Ich bin noch voreingenommener als sonst.
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O du fröhliche Lana Del Ray/Bestenliste/Wallstreetbesetzung…

Spex #336 ab Freitag, 16. Dezember 2011, am Kiosk. Oder schon ein paar Tage früher im Briefkasten. Enthält mein Mark-Greif-Epos. Vorwort lesen hier (und, ja, ich weiß: Keith Gessen wurde festgenommen, nicht verhaftet – das war eine aufgeregt und hastig verfasste E-Mail, aus der mich die verehrten Kolleg(inn)en im Editorial zitierten…).
Netter Kuschelporno: Über die Premiere von „Hotel Desire“ in Berlin
Ob man sich an den Bildungsbürger, den Kommunisten, oder die Popfeministin hält – beim Stichwort Pornografie sind sie alle seltsam einig:
„Die Darstellung sexueller Vorgänge ist vom rein Körperlichen her (…) überhaupt kein Problem“, sagt Marcel Reich-Ranicki. „Den Partner aus Fleisch und Blut benutzen wir nur als Masturbationshilfe bei der Umsetzung unserer sexuellen Fantasien“, sagt Slavoj Zizek. Und Charlotte Roche, neulich in einer ZDF-Talkshow: „Ich finde, wenn man ein echtes Paar filmt, wenn es echten Sex hat, würde das ganz schön eklig aussehen.“
Soll heißen: Was die Körper beim Sex machen ist zweitrangig im Vergleich zu dem, was im Kopf passiert.
Einen Porno zu drehen, der zugleich erregend, authentisch und schön ist, dürfte demnach unmöglich sein.
Sergej Moya hat es freundlicherweise dennoch versucht. Gestern Abend hatte sein 40-minütiger (O-Ton Moya:) „porNEOgrafischer“ Film „Hotel Desire“ in Berlin Premiere, ich habe für Spiegel Online aufgeschrieben wie ich es fand: weniger schlimm als erwartet, aber auch eher unspektakulär. Meine Premierenberichtfilmrezension: hier.
We are the 99% (of your target audience). How the fashion corporation Esprit hijacked Occupy Wall Street and killed the Fan Sign
People holding up signs with messages have been a common sight on the internet. Half-naked, predominantly female people, that is.
I’m talking about Fan Signs, of course – where people scramble messages like i ♥ achtmilliarden on a piece of cardboard or any part of their body and e-mail a photo of this message to the people or blogs addressed.
This practice has been, ahem, virulent on the web for years and years and years – in the best cases it was cute, in the worst cases it was banal (you can find relatively safe-for-work examples at Driven By Boredom or with a little help of Mr Google).
However, as the world took a turn for the worse, the Fan Sign got serious – and powerful. The messages on the cardboard got longer and longer, the people holding them were suddenly of different ages and genders (also: fully closed) and the act of solidarity that lies at the heart of the Fan Sign now spanned beyond the people immediatly addressed.
This is thanks to We Are the 99 Percent, a confessional blog that invites people to share their stories about how life (or US capitalism) has treated them and why they support the Occupy Wall Street movement.
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Aliaa Elmahdy: Wie eine 20jährige Ägypterin den Nacktivismus rettete
Vor fünf Jahren war alles ganz einfach: Wenn eine amerikanische Frau ihre Brüste zeigte um damit den Irak-Krieg zu stoppen, dann war das einfach eine blöde Idee. So in etwa das Fazit meines damaligen Artikels über Nackt-Proteste im zuender:
Der „Nacktivismus“ galt einmal als eine kreative Protestform. Tatsächlich ist er inzwischen beliebig. Und wer kam eigentlich auf die Idee, dass sich der Triebtrottel für Politik interessiert?
Damit war das Thema für mich gegessen. Wie konnte es anders sein? Selbst die Tierschützer von „People for the Ethical Treatment of Animals“, die den „Nacktivismus“ einst in den Mainstream trugen, verließen sich nicht mehr allein aufs langweilige Nacktsein, sondern agitieren gegen virtuelle Tierquälerei in den quietschbunten Videospielen der „Super Mario“-Serie – das ist mal gewagt und kontrovers.
Am Wochenende feierte der „Nacktivismus“ jedoch ein überraschendes Comeback in der öffentlichen Wahrnehmung, ist ein bisschen komplizierter und damit sehr viel spannender geworden.
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Kritische Theorie ♥ Schnitzel

…Scan aus dem Interviewband Gespräche mit Herbert Marcuse, den der Suhrkamp-Verlag gerade zum Spitzenpreis von 2,50 Euro antiquarisch verramscht.
Zwischenstand:
Der siebenmilliardste Mensch ist geboren. Nur noch eine Milliarde!
[via Jonas]
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