Neue Metaphern: JD Samson über Clubkultur und Camping
Wie Disko:

Ich schätze an Wohnmobilen dieselbe Eigenschaft, die ich auch an Dancemusic mag. Mir gefällt die Idee, dass du mit anderen Leuten in einem Raum feststeckst und dich mit ihnen einfach vergnügen musst.
Zitat (Übersetzung) via Motherboard/Electric Independence (VBS.tv). Wohnwagenfoto von Thomas doerfer (GNU).
Studentinnensex: Die Rückkehr des »Schulmädchenreports«
»Studentin und Teilzeit-Hure«, »Studentin, 19 Jahre, Nebenjob: Prostituierte«, »Nach der Vorlesung ins Bordell«: Nach Pornos klingen diese Untertitel aktueller Studentinnen-Sex-Bücher nicht wirklich. Der Abgleich mit der FSK18-Abteilung der Videothek um die Ecke ergibt: Viel zu zahm.
Auch deshalb überzeugt, dass die Journalistin und Schriftstellerin Judith Liere besagte Bücher in einem Artikel im KulturSpiegel lieber mit 70er Jahre Sexfilmen à la »Schulmädchenreport« vergleicht. Und en passant diagnostiziert: Emanzipativ ist das Zeugs nicht, auch wenn es sich in die Nähe von Popfeminismus und Post-Porn behauptet.
Denn erstens wird Prostitution hier aus einer privilegierten und exklusiven Sprecherinnenposition — und an der Realität des Drogenstrichs vorbei — glamourisiert. Und zweitens eben doch nur die biedere Sexfilm-Fantasie der »versauten Streberin« bedient. Gekauft. Und die Chancen stehen gut, dass das nicht nur der erste, sondern auch letzte Text ist, den ich zu dem Genre zu lesen werde.
(Die Damen und Herren vom Studentenmagazin »Halbstark« hatten in ihrer letzten Ausgabe einen Sexualwissenschaftler zu Wort kommen lassen, der die Vereinbarkeit von Studium und Prostitution zusätzlich problematisierte — das Heft mit dem Interview gibt’s hier als 2MB-PDF zum Download.)
Vom Elend der Vinyl-Mailorder im Zeitalter der MP3…
…da schreiben die in ihrem Werbeprospekt doch tatsächlich über das große, wunde, würdevolle neue Album von Gil Scott-Heron:
Haptisch ein Orgasmus für den Fan!
Äh, wie bitte?!
John Stewart & Bill O’Reilly discuss Fox News:
It’s always great edutainment when Jon Stewart and Bill O’Reilly meet. However, even better than the two of them talking about politics — something both are passionate and witty about, though middle ground is not always easy to be found — is the two of them discussing what they do for a living: TV.
It’s become a common theme for Stewart to refuse being held accountable for people who watch his political comedy show in lieu of “real” news. It’s also a common theme for Fox News hosts to flatly deny charges that their shows are everything but “fair and balanced.” So do we learn something new in this segment? Probably not. And yet, seing Stewart and O’Reilly trade accussations and poke fun at each just made my day.
I’d be glad to have Fox News in Germany if we got Stewart along with it.
Canada’s coming culture war
Found by Bronques at Craigslist:
MILE-END GIRLS ARE MOSTLY SLUTTY AND HATE COMMITMENT. YES THIS IS A GENERALIZATION. THE BLAME?: VICE MAGAZINE, COBRASNAKE, PARTY PHOTOGRAPHY, THE INTERNET IN GENERAL, SEX AND THE CITY, AMERICAN APPAREL ADS, COMMODITY CULTURE SEEPED INTO EVERY ORIFICE OF YOUR MEDIOCRE, SEX-CRAZED, IRRESPONSIBLE LIVES. SUCH AN INCESTUOUS GANG-BANG OF 20-SOMETHING MIND-FUCKS ACTING AS THOUGH EXPLOITATION IS EMANCIPATED SEXUALITY. USE YOUR BRAINS! GET OUT.
I wonder if Adbusters magazine contributed to this outburst, with their hating on hipsters and concern for the death of “Relationships in Late Capitalism.”
New York ist schlauer als Hamburg. Jetzt auch verkehrspolitisch.
“The ideal city is a city in which private automobile use is minimized”, sagt Paul Steely White von Transportation Alternatives. Und der ist — Achtung! — ein Amerikaner. Die Altonaer sind noch nicht so weit und laden sich mit großer Mehrheit mehr automobilen Verkehr in ihr Viertel ein. Unmut hiermit bekundet.
»You’re not dressed like rappers!«, erkennt sogar Fox News angesichts der »Young Cons« und ihrem konservativen HipHop
Wie balastbar sind subkulturelle Codes und Prämissen? Wann wird aus der Aneignung eine (unfreiwillige) Parodie? HipHop hat seine Tentakel bis in die norddeutsche Provinz, palästinensische Flüchtlingslager und Burkina Faso ausgestreckt und funktioniert in diesen Kontexten (unterschiedlich gut) als oppositionelle Haltung. Was aber, wenn HipHop hemmungslos affirmativ gedacht wird? Ich habe hier schon häufiger Martin Büsser zitiert, der über den Status Quo der Jugendkultur in Deutschland einst schrieb:
Coolness wird nicht mehr mit Verweigerung, sondern mit Disziplinierung, Durchsetzungsvermögen und Leistungsbereitschaft gleichgesetzt. Und das nicht zuletzt in Folge zweier Jahrzehnte HipHop-Battles, die von Pädagogen und Institutionen wie der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert werden.
Trotzdem: Ab einem bestimmten Punkt (zum Beispiel auch bei MC Wladimir Putin) kippt das ganze und wird zur Farce. Siehe obiges Fundstück der seeeeehr weißen rappenden amerikanischen Konservativen “The Young Cons”. Ausgestrahlt bereits im vergangenen Jahr und entgegen der auf BoingBoing geäußerten Zweifel und der dubiosen Website offenbar kein Fake. Aber einige Monate zuvor hatte im Februar 2009 ja auch schon der Republikaner-Vorsitzende Michael Steele gefordert, seine Partei müsse zum HipHop finden. Diese Leute sind bestimmt dagegen.
Krasser Politrap geht übrigens so.




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