Schule im Containerbau

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Wer mit offenen Augen durch Hamburg lĂ€uft, kennt die Container, die lĂ€ngst nicht ehr nur im Hafen stehen, sondern auch auf den Schulhöfen der Stadt. Dort dienen sie als KlassenrĂ€ume fĂŒr Kinder, die in den GebĂ€uden keinen Platz mehr finden. Denn Hamburg wĂ€chst, und der Schulbau kommt nicht hinterher.

Öffentliche Bauvorhaben brauchen Zeit und oft sogar mehr Zeit als geplant. Das ist in der HafenCity zu sehen, wo die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler des neuen Gymnasiums, der Grund- und Stadtteilschule derzeit in einem »temporĂ€ren Schuldorf« untergebracht sind. Genauer: in Containern. Erst in vier Jahren soll der eigene Neubau bezugsfertig sein. (Foto links)

Oder in Altona, wo anderthalb Jahre nach dem symbolischen ersten Spatenstich durch den BĂŒrgermeister der Bau des Deutsch-Französischen Gymnasiums an der Königstraße immer noch nicht richtig angefangen hat. (Foto rechts)

Wie Finanz- und Schulbehörde das Problem lösen wollen (Spoiler: Es hat ebenfalls was mit Containern zu tun, aber auf ganz andere Weise), das habe ich hier fĂŒr DIE ZEIT aufgeschrieben.

Auf dem Schulhof mit Zoe Wees

Zoe Wees

»Zoe, das darf man doch nicht!«, rief Frau WesemĂŒller durch die Aula der Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg (ATW). Aber da stand Zoe Wees schon auf den Heizkörpern, um fĂŒr den Fotografen Dennis Dirksen zu posieren.

Und vielleicht meinte es Sabine WesemĂŒller, die Leiterin der Grundschule und der legendĂ€ren Chorkatzen, bei denen Zoe einst gesungen hat, auch gar nicht so ernst.

Sie waren ja alle froh, dass Zoe Wees wieder hier war: Das MĂ€dchen, das vor zwei Jahren noch SchĂŒlerin des ATW war und inzwischen in einigen der beliebtesten amerikanischen Late-Night-Shows aufgetreten ist, als erste deutsche KĂŒnstlerin bei den American Music Awards und die bei Spotify mehr monatliche Hörer hat als Nena und Helene Fischer zusammen.

Mein Artikel ĂŒber Zoe Wees, ihren sensationellen Erfolg als SĂ€ngerin, ihre alte Schule und alles andere, ist in der ZEIT im Hamburg-Ressort zu lesen oder hier auf ZEIT ONLINE (#abo).

Das beste Jugendbuch des Jahres

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Krummer Hund ist das beste Jugendbuch des Jahres 2021. Sage nicht ich, sondern die Jury des Luchs-Preis fĂŒr Kinder- und Jugendliteratur. Dieses Urteil scheint mir plausibel zu sein.

Am Freitag, 18. MĂ€rz, wird der Preis an die Autorin Juliane Pickel ĂŒberreicht, die Laudatio hĂ€lt Sven Regener, das könnte ein guter Abend werden. (FĂŒr alle, die nicht in den Resonanzraum kommen können oder wollen, gibt es ab 19 Uhr einen Livestream hier.)

Ich habe Juliane Pickel neulich schon treffen dĂŒrfen, wir waren verabredet in einem Keller auf St. Pauli. Mein Text ĂŒber unsere Begegnung steht jetzt hier auf ZEIT ONLINE.

Und wegen Krummer Hund: Man kann das auch sehr gut als Erwachsene/r lesen!

P.S.: Bitte nicht ĂŒber meine Topfblumen lachen.

Soll man jetzt Anna Netrebko das Singen verbieten?

20220304 - Anna Netrebko

In MĂŒnchen wurde in dieser Woche Valery Gergiev als Chefdirigent der Philharmoniker entlassen, in Hamburg hat die OpernsĂ€ngerin Anna Netrebko ihren Auftritt in der Elbphilharmonie Hamburg kurzfristig abgesagt.

Beide gelten schon lĂ€nger als Freunde Wladimir Putins und hatten sich zuvor nicht deutlich von ihm und seinem Überfall auf die Ukraine distanziert.

DĂŒrfen wir von russischen KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstlern politische Bekenntnisse einfordern? Oder droht hier eine neue Form von »Cancel Culture«, die Kultur unnötig politisiert und KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler erpresst?

DarĂŒber habe ich im Podcast »Hinter der Geschichte« mit Florian Zinnecker gesprochen. Er hat im aktuellen Feuilleton der DIE ZEIT berichtet, wie einige russische Musikerinnen und Dirigenten um eine Haltung zum Angriffskrieg ihres Heimatlandes ringen.

Unser GesprĂ€ch: Überall, wo es Podcasts gibt oder hier.

Jan Philipp Reemtsma ĂŒber Querdenker

Werden Ungeimpfte stigmatisiert? Blödsinn, sagt Jan Philipp Reemtsma. In den Achtzigerjahren grĂŒndete er das Hamburger Instituts fĂŒr Sozialforschung, in dem unter anderem Protestbewegungen beforscht werden.

Neben den »68ern«, deren Nachlass zum Teil im Archiv des Hauses aufbewahrt wird, gehören dazu neuerdings auch die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Reemtsma hat die Leitung des Instituts im Jahr 2015 an seinen Nachfolger ĂŒbergeben, meldet sich aber weiterhin als Intellektueller zu Wort.

Zu den Protesten der »Querdenker« sagt er: Statt um politische Forderungen gehe es nur um die Lust an der gemeinsamen Aufregung. Mehr dazu in meinem Interview mit Jan Philipp Reemtsma auf ZEIT ONLINE (frei lesbar).

Weiterlesen „Jan Philipp Reemtsma ĂŒber Querdenker“

Willkommen in der Science City!

Science City

Am Anfang war der LĂ€rm. Ein ununterbrochenes Kratzen, Schleifen und Scharben. Das ist der Sound der Autobahn A7, die in den 1970er-Jahren ohne RĂŒcksicht auf Verluste durch Bahrenfeld gepflĂŒgt wurde. Parks, PlĂ€tze, Seen, Knabenschulen: Weg damit und her mit dem Verkehr!

Dann kam der Wunsch, die Autobahn unter die Erde zu verlegen. Und schließlich die Idee, obendrĂŒber einen neuen Stadtteil zu bauen, der von Stanford bis Shenzhen aller Welt zeigen soll, dass Hamburg nicht nur eine historische Hafenstadt ist, sondern ein Metropole der Wissenschaft und Innovation.

Über die Genese der »Science City Bahrenfeld«, die erstmal nicht viel mehr ist als eine Idee, berichtete ich in den Hamburg-Seiten der ZEIT. Der Text ist das Destillat vieler GesprĂ€che und einiger Radtouren durch Bahrenfeld, Stellingen und Schnelsen – und jetzt auch online zu lesen (fĂŒr alle Menschen mit ZEIT-Abo).

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Die Zukunft der Klassik

»Orchester sind extrem vielseitig«, sagt Alan Gilbert, Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters: »Sie können sehr gut Musik aus verschiedenen Kulturen abbilden. Es gibt keinen Grund, ausschließlich Musik von toten weißen MĂ€nnern zu spielen.«

Jetzt auf ZEIT ONLINE: Ein GesprĂ€ch ĂŒber das Wunder der Elbphilharmonie, anlĂ€sslich ihres fĂŒnften JubilĂ€ums – und einige Gedanken zur Frage, wie Orchester im 21. Jahrhundert relevant bleiben. Bitte klicken Sie hier (frei lesbar).

Nachtrag, 13. Januar: Eine Videoaufnahme des JubilĂ€umskonzert, ĂŒber das Alan Gilbert und ich gesprochen haben, gibt es hier (kostenlos).

Das verschwundene Bild

Von allen Ausstellungen dieses Jahres war Werner BĂŒttners Last Lecture Show in der Hamburger Kunsthalle mir eine der liebsten.

Jetzt wurde dort – fast unbemerkt – ein GemĂ€lde abgehĂ€ngt. Bei einem der SchlĂŒsselbilder der Ausstellung handele es sich um ein Plagiat, behauptet ein frĂŒherer SchĂŒler des KĂŒnstlers.

Ich berichte darĂŒber auf ZEIT ONLINE (frei lesbar).

Nachtrag, 15. Dezember: Das Kunstmagazin Monopol greift den Vorgang auf (14.12.), das Hamburger Abendblatt ebenfalls (Ausgabe vom 15.12., online mit Abo-Schranke).

Zweiter Nachtrag, 21. Dezember: Heute berichtet auch der NDR Rundfunk. Hier zum Anhören (etwa ab Minute 12:20) sowie hier zum Lesen.

Bagger im Bahnhof

Katjaaufleger

In einer schmuddeligen Bahnhofshalle schlĂŒpfst Du durch eine SeitentĂŒr und gelangst in einen prĂ€chtigen Saal: Tageslicht fĂ€llt durch die hohen Fenster, Stuck hĂ€ngt unter der Decke, kein anderer Besucher ist weit und breit zu sehen.

Und wĂ€hrend Du noch da stehst, ganz bezaubert, und Dich fast fĂŒr Harry Potter hĂ€ltst, neigt sich dieser riesige Greifarm in der Mitte des Raumes zu Dir und spendet Dir spöttisch scheppernd Applaus.

Das, meine Damen und Herren, ist unheimlich.

(Außerdem ist es eine neue Arbeit von Katja Aufleger, die gerade im Kunstverein Harburger Bahnhof gezeigt wird, in der Ausstellung I’m Angry, Just Not Sure About What. Noch bis 13. Februar, geöffnet mittwochs bis sonntags, 14 bis 18 Uhr, Eintritt frei, 2G.)