Wie ist das Logo-Shirt entstanden?

Die Künstlerin Pippa Garner hat eine Theorie:

T-shirts are interesting because it’s a trash medium that sort of evolved out of the sandwich boards from the depression era. A person could walk around in front of a restaurant wearing a couple of strapped together panels with an ad. It was a pathetic, low-level way to get people to eat something. Now it’s become a medium where people pay for the privilege of advertising a product.

Zitat aus Spike Art Quarterly, #57 (Autumn 2018), Seite 104.

Foto: DncnH from Melton Mowbray, UK  (CC BY 2.0, via Wikimedia)

Advertisements

Wie die Marine für ihre, äh, Dienstleistungen wirbt:

»Deutsche, kauft deutsche Bananen«, hat Kurt Tucholsky gesagt. Musste er aber auch, denn er war Pazifist. Heute sieht die Sache ein bisschen anders aus:

Video: Ein Clip der Imagekampagne Meer. Für Dich, die im Juni von der Marine lanciert wurde

Es handelt sich offenbar um ein offizielles Video und – mehr noch – um eine ganze Kampagne, wie Thomas Wiegold schreibt und hier noch einmal von verantwortlicher Seite nachzulesen ist. Die Marine: ein moderner Dienstleister.

Dieser Clip ist nicht der erste der deutschen Streitkräfte, über dessen Ästhetik ich mich etwas wundere. Vielleicht wäre es eine subtilere PR-Strategie, weiter Komiker nach Afghanistan einzuladen?

Andererseits: Deutsche Truppen schützen deutsche Handelsrouten. Diese Aussage scheint heute problemlos sagbar zu sein. Möge es dem armen Horst Köhler Genugtuung verschaffen.

[♥ to SpOn]

Sklavenarbeit im Schanzenviertel:

01

02

Abb. 1-3: Graffiti an der Bushaltestelle Bernstorffstraße in Hamburg

Eine originelle – wie sagt man? – urbane Intervention ist derzeit an einer Bushaltestelle im Schanzenviertel zu sehen. Die Totenköpfe sind so auf die Scheibe vor den rotierenden Werbeplakaten gemalt, dass sie die Gesichter der Models verdecken, die hier für Billigkleider von C&A und Mango werben. Daneben steht: »Made from Slaves!«

Die Präposition »from« statt »by« ist natürlich falsch, aber erstens ist das mit der englischen Rechtschreibung eh so eine Sache und zweitens hat man als Graffiti-Künstler manchmal einfach nicht viel Zeit

Dass sich dieses Adbusting ausgerechnet gegen C&A und Mango wendet, ist wohl kein Zufall: Die Kampagne für Saubere Kleidung wirft Mango vor, in Bangladesch Fabriken zu nutzen wie jene, bei deren Einsturz im Mai mehr als tausend Menschen getötet wurden. Beim Brand in einer Fabrik von C&A sind im vergangenen Jahr ebenfalls in Bangladesch mehr als hundert Menschen gestorben.

Womöglich wurde der Urheber auch von der Website Slavery Footprint inspiriert.

WeiterlesenSklavenarbeit im Schanzenviertel:

Spex #329, November/Dezember 2010: Ab Freitag am Kiosk


Abb. 1: Spex #329, Nov./Dez. 2010. (Pardon wg. der Verpixelung, mein Telefon wird alt.)

Aus dem Briefkastenschlitz und durch die Jalousien starrt Ninja von »Die Antwoord«, einer Band, die viele Fragen aufwirft. Er ist Coverheld der neuen Ausgabe der Spex, die ab Freitag im Zeitschriftenfachhandel bereitgehalten wird. Und nach dem ersten, hastigen Durchblättern sehr gut aussieht. Hier geht’s zum Online-Inhaltsverzeichnis.

Wie immer ist die Lektüre-Empfehlung nicht ganz uneigennützig: Zusammen mit dem scheidenden Chefredakteur Max Dax habe ich für die aktuelle Ausgabe Antony Hegarty (Antony and the Johnsons) Lieder von Britney Spears vorgespielt. Für den Schwerpunkt »Digitale Evolution Film« mit den Filmemachern Harmony Korine (»Trash Humpers«) und Gareth Edwards (»Monsters«) gesprochen. Und für das Pop Briefing die neuen Alben von Classless Kulla & Istari Lasterfahrer, Baths, Patrice und Big Boi gehört, sowie die feine Compilation »F*<k Dance Let’s Art: Sounds from a new American Underground«.

Spex #328, September/Oktober 2010: Ab Freitag im Kiosk

Abb.: Spex-Ausgabe #328, wahlweise mit Christoph Schlingensief oder Helene Hegemann auf dem Titel

Heute im Abo, ab Freitag im Kiosk: Die September/Oktober-Ausgabe der Spex (Inhaltsverzeichnis: klicken). Wahlweise mit Helene Hegemann oder Christoph Schlingensief auf dem Cover. Drinnen steckt viel Theater (eben Schlingensief, René Pollesch, Monika Gintersdorfer). Und Robert Misik erklärt patent, wie das mit der Wechselwirkung von Pop und Kapitalismus zu verstehen ist.

Meinerseits enthalten sind einige Zeilen zu Aloe Blacc (Hit: klicken), sowie Pop-Briefing-Anmerkungen zu M.I.A., Kraków Loves Adana (ausführlicher: klicken), HGich.T, und dem fantastischen neuen Album von Stella.

Nachtrag (18.8.2010, 12h): Nicht von mir, sondern von Elias Kreuzmair ist der längere Beitrag über 1000 Robota. Misstrauen Sie der Autorenzeile. Das lehrt ja auch der Kunstsprache-Schwerpunkt im Heft.

Nachtrag (21.8.2010, 18:45h): Christoph Schlingensief ist tot. Falls die Matjes-Collage jemals lustig war–jetzt ist sie das nicht mehr. Ich habe sie durch einen neutrales Doppelcoverfoto ersetzt.

Spex #327, Juli/August 2010: Ab Freitag am Kiosk

Die neue Ausgabe des »Magazin für Popkultur«: Mit dem besten Menschtiercover seit der Animal-Collective-Titelgeschichte vor, ach, drei Jahren. Außerdem mit meinem Porträt des talentierten, tollen, wohlfrisierten Radiopoppers Darwin Deez und einem Einspalter zur queeren Elektropop-Band MEN, die es dringend live zu sehen gilt. Und: mit Popbriefing!

OK, und wer ist der junge Mann im Tierkostüm, der da unter den mäßig diszipliniert bewässerten Margeriten hervor lugt? Auflösung: Das Spex-Cover (scharf) und Inhaltsverzeichnis (vollständig) gibt’s hier. Und das Heft ab Freitag im Zeitschriftenhandel.

Frage: Wie hip ist Peek & Cloppenburg?

peekundcloppenburg_2

Antwort: Geht so hip. Dieser eher unbeholfene Versuch der Schleichwerbung/Streetcred-Aneignung durch Platzierung des Vice Magazins im Berliner Werbeprospekt macht jedenfalls nur eingeschränkt Lust auf Kapuzen-Jacke mit Print, Größen S-XXL, 29,90.

[Foto von Jonas und Annika, herzlichen Dank!]