Zeitschriften in der Krise

Nach der Neuausrichtigung von Vice als Zentralorgan der lamoryanten Abstinenzler will jetzt der US-Playboy ein feministisches Magazin werden.

Mehr dazu in diesem Artikel der New York Times.

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Vice hält Drogen jetzt für ein Problem?

… oh Mann, die Zeiten haben sich wirklich geändert (auf Acid!)

Lange war Vice das Magazin für rücksichtslosen Hedonismus. Möglichst origineller und/oder idiotischer Drogenkonsum war ein Teil der Agenda (siehe z.B. The Vice Guide to Drugs, der auch in diesem Best-of-Buch abgedruckt worden ist, oder die legendären Reportagen auf LSD: The Westminster Dog Show on Acid!, A Visit to the Mormon Temple on Acid!, Monster Trucks on Acid!, usw.).

Das ist jetzt vorbei! Offenbar. Jedenfalls ist mir heute morgen beinahe meine Haschpfeife ins Müsli gefallen (übrigens: »You got your big dreams, I got my Hash Pipe« — auch das ist lange vorbei, seit Leute mit großen Träumen Cannabis-Start-Ups gründen), als ich das Editorial dieser deutschsprachigen Ausgabe las (Vol. 15, Nr. 1).

Dort heißt es (ich schalte mal auf Schnelldurchlauf):

Wir sind die erste Generation, die durchgehend online und erreichbar ist … kein Feierabend … Unsicherheit im Teenageralter … Erschöpfung, Überforderung, Depression … allein schon die politische Weltlage kann Menschen zum Verzweifeln bringen.

Und dann:

Dass der Drogenkonsum in vielen Ländern ansteigt, überrascht angesichts der zahlreichen Krisen und Probleme kaum.

Wow. Der Stern redet so — klar. Der Spiegel auch. Aber Vice, das Heft, in dem der Vollrausch immer ein großer, bisschen doofer Spaß war? #thingsdonechanged

Webserie »Shore, Stein, Papier«: Der Ramschladen YouTube probiert Journalismus – und das kann sich sehen lassen

Video: Die zweite Folge von Shore, Stein, Papier, einer Interview-Serie auf YouTube

Ein Typ sitzt am Küchentisch und erzählt von Heroin. Und von allem, was passierte, nachdem er mit 15 Jahren das erste Blech »Shore« geraucht hat. Er hat keinen Namen (manche nennen ihn $ick), aber man kann ihm ins Gesicht sehen und seine Stimme hören. Und: Er kann toll erzählen. Es geht um seine Geschichte, grob chronologisch, in kurzen Episoden: Familie, Freundschaft, Drogen, Dealen, Knast.

Im Hintergrund dudelt ein penentrantes Klavier, immer wieder wechselt die Kamera in eine irritierende schräg-von-oben-voll-auf-die-Geheimratsecken-Perspektive. Aber egal: Das alles kriegt die Serie Shore, Stein, Papier nicht kaputt, denn sie lebt von dem intimen Setting und von dem Temperament und der Lebensgeschichte von $ick.

Der namenlose Protagonist erzählt diese Geschichte, als würde er mit einem alten Freund reden. Er sitzt stets an einem Tisch, mal in der Küche, mal im Wohnzimmer, mal mit einem Joint, mal mit einer Zigarette in der Hand. Die offensichtlich am Stück aufgenommenen Gespräche sind grob zu Themenblöcken zusammengeschnitten.

… schreibt Eike Kühl im Netzfilmblog von Zeit Online.

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Canada’s coming culture war

Found by Bronques at Craigslist:

MILE-END GIRLS ARE MOSTLY SLUTTY AND HATE COMMITMENT. YES THIS IS A GENERALIZATION. THE BLAME?: VICE MAGAZINE, COBRASNAKE, PARTY PHOTOGRAPHY, THE INTERNET IN GENERAL, SEX AND THE CITY, AMERICAN APPAREL ADS, COMMODITY CULTURE SEEPED INTO EVERY ORIFICE OF YOUR MEDIOCRE, SEX-CRAZED, IRRESPONSIBLE LIVES. SUCH AN INCESTUOUS GANG-BANG OF 20-SOMETHING MIND-FUCKS ACTING AS THOUGH EXPLOITATION IS EMANCIPATED SEXUALITY. USE YOUR BRAINS! GET OUT.

I wonder if Adbusters magazine contributed to this outburst, with their hating on hipsters and concern for the death of „Relationships in Late Capitalism.“