Menschen, wir sind noch nicht verloren!

James Bridle hat eine simple Falle für autonome Fahrzeuge erfunden

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Wenn ich mich recht erinnere, genügt in Bram Stokers Roman Dracula eine einzele Hostie, um einen Bannkreis zu schaffen, den Vampire nicht betreten können. Sehr praktisch, wenn man gerade durch Transylvanien reist und eines temporären safe space bedarf, zum Beispiel um nachts in Ruhe schlafen zu können.

(Ich bin nicht sicher, ob es eine katholische Hostie sein muss, also der wahrhaftige Leib Christi, oder ob eine evangelische Hostie, also profanes Brot mit erhöhtem Symbolwert, auch funktioniert.)

Einen modernen Bannkreis zu Bezwingung seelenloser Angreifer hat der Künstler James Bridle geschaffen. Bei ihm geht es nicht um Ausschluss, sondern um Einschluss, aber das Prinzip ist ähnlich simpel: Mit Kreide zeichnet er zwei Kreise auf den Boden, die etwa die Größe eines Parkplatzes für handelsübliche PKW haben. Die Linie des äußeren Kreises ist gestrichelt, die des inneren durchgezogen.

Autonome, selbststeuernde Fahrzeuge, die durch ihre Software an die Straßenverkehrsordnung gebunden sind, können nun von außen in diesen Kreis hineinfahren, kommen von innen aber nicht mehr raus. Sie sind gefangen. James Bridle nennt das: Autonomous Trap 001 (siehe Video).

Es scheint derzeit plausibler, dass eines Tages die Maschinen uns Menschen zur Gefahr werden, als dass noch Vampire auftauchen und uns alle ausrotten (ich habe neulich mit dem Philosophen Nick Bostrom darüber gesprochen), insofern empfiehlt es sich für alle Prepper, ein Stück Kreide in der Tasche zu haben (eine einfache, durchgezogene Kreislinie wirkt dann ähnlich wie die Hostie gegen Blutsauger).

Hoffen wir, dass das Wetter stabil bleibt, wenn die Teslas sich eines Tages gegen uns erheben. Regen wäre in dieser Situation wirklich unpässlich.

P.S.: Entdeckt habe ich Bridles Idee in diesem Text aus der Süddeutschen Zeitung.

 

Stephenie Meyers »Twilight«: For Whites Only?

»Hautärzte jubeln«, behauptet berichtet heute die Hamburger Morgenpost. Der Grund: Wegen des Trends um Stephenie Meyers Vampir-Romane rennen die Kids angeblich nicht mehr ins Solarium und kriegen folglich weniger Hautkrebs. »Gebräunter Teint ist out — noble Vampir-Blässe ist in!«, heißt es da. Mal abgesehen davon, dass diese These den älteren (und ähnlich blassgesichtigen) Emo-Trend ignoriert und auch an anderen Stellen spektakulär verknappt, muss man wohl sagen: Blöd gelaufen, wer den »gebräunten Teint« nicht im Solarium bezieht, sondern von Geburt an anders als weißhäutig ist.

Die Frage nach der Hautfarbe mythologischer Figuren in »multikulturellen« Gesellschaften ist aber nicht uninteressant: »Black people make terrible vampires«, behauptet ein User dieses Gothic-Forums — trotz und wegen »Blacula« und »Blade«. Und wenn dort ein anderer User auf Lucio Fulcis Filme als Indiz dafür verweist, dass Zombies (anders als Vampire) verschiedene Hautfarben haben dürfen, scheint das ziemlich entlarvend: Weiße Filmemacher/Filmfans nehmen sich das Recht raus, sich Voodoo-Folklore als »race neutral« anzueignen — die Definitionsmacht über den Vampir geben sie aber nicht ab (…und dabei lehrt uns Wikipedia, dass Vampire noch nicht mal ein exklusiv europäischer Mythos sind).