Never mind the Sperrmüll, here is „zu verschenken“!

Der notwendige Erklärversuch zur seltsamen Annahme mancher Menschen, sie müssten ihren Unrat bloß in den öffentlichen Raum stellen, dann werde schon jemand kommen, der ihn nicht nur wegräumt, sondern sich sogar daran erfreut, dieser Erklärversuch ist bereits geschrieben worden.

Tobias Haberl verfasste ihn fürs SZ Magazin über die Müllraussteller von München. Inhaltlich habe ich dem nichts hinzuzufügen, deshalb ergänzend hier nur einige Fotos und Bildunterschriften zur selben Praxis in Norddeutschland:

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Wie Facebook löscht:

Auch wenn das Wort »Gemeinschaftsstandards« so harmlos klingt wie der Putzplan einer Studenten-WG: […] Es ist eine Art Parallelgesetz der Meinungsfreiheit, festgelegt von Konzernen, mit großem Einfluss darauf, was Milliarden Menschen jeden Tag sehen – und was was nicht. Dabei geht um mehr als um die Frage, ob eine entblößte Brustwarze anstößig ist oder nicht. Facebook ist ein wichtiges Mittel der politischen Bildung und Einflußnahme.

Aus: Hannes Grassegger und Till Krause: »Im Netz des Bösen«, Süddeutsche Zeitung Magazin, Nr. 50, 16. Dezember 2016.

Ergänzend ist zu sagen, dass die »Community Standards« als Regelwerk und auch die Praxis ihrer Anwendung von Facebook geheim gehalten werden.

Facebook löscht und zensiert nach Regeln, die niemandem verraten werden, die teilweise die eigenen Mitarbeiter nicht verstehen (so schildern es Grassegger und Krause in ihrem Text, für den sie einige der geheimen »content moderators« von Facebook interviewten), nach Regeln, die gegenüber der Öffentlichkeit von dem Konzern nicht begründet werden und die in keiner Weise durch die Betroffenen anfechtbar sind.

Haben IT-Konzerne wie Facebook die Aufstände in der arabischen Welt mitermöglicht? Vielleicht. Haben Sie den Wahlsieg Trumps mitermöglicht? Der Vorwurf steht im Raum.

Während viele journalistische Medien ihre Arbeitsweise, Berufsethik und Entscheidungsprozesse heute so transparent machen, wie noch nie, leugnen mächtige IT-Konzerne die Verantwortung, in der sie gegenüber der (pardon, großes Wort) Weltöffentlichkeit stehen und verweigern sich jeder Transparenz, Kontrolle und Kritik.

Zur Löschpraxis von Facebook siehe auch hier.