Ist das Supreme-Meme das neue Run-DMC-Meme?

Kein Mensch braucht zwei rote Balken für seine Sticker. Einer reicht.

Advertisements

Kann schon sein, dass Supreme sterben muss, aber zumindest hindert das einige Leute nicht daran, noch schnell das Logo des Labels zu klauen.

Zuerst sah ich es vor einige Monaten, als ich mir Trettmanns fantastische neue Platte im Online-Shop des Sängers bestellte und aus dem Päckchen ein paar Sticker rieselten, in denen Trettmanns Name im Supreme-Logo-Design gesetzt war (siehe hier).

Dann klebte »Clubratten« im Supreme-Design an Türrahmen und anderen Stellen beim Rundgang der HGB Leipzig vor zwei Wochen (siehen oben). Und zuletzt fand ich an der Mülltonne meines Vertrauens in Hamburg-Altona das hier:

WeiterlesenIst das Supreme-Meme das neue Run-DMC-Meme?

Supreme Sell-out

Wie aus einer kleinen, radikalen Streetwear-Marke ein millionenschwerer Imagefaktor der Modeindustrie wurde

Alexander Langer hat in Business Punk eine ziemlich sensationelle Geschichte über den Aufstieg und Sell-out der Streetwear-Marke Supreme geschrieben.

Zentrale These: Supreme, neulich noch ein kleines Label mit Skater-Credibility und Fuck-off-Attitude, wurde zu einer Wirtschaftsmacht, weil dem Label die Kommerzialisierung des Skateboardings in großem Stil gelingt.

Warum ist das relevant? Deshalb:

Das Skateboard ist das einzige überlebende Utensil der Permajugendlichkeit, das letzte verbliebene Verweigerungsgerät. E-Gitarre? Spielt vielleicht noch dein Vater im Hobbykeller. Frisbee? Haha.

Supreme hat sich durch seine radikale Haltung und Ästhetik, seine Stores, sein eigenes Skateteam und seine limitierten Produkte einen internationalen Ruf erarbeitet, den es jetzt verscherbelt. Durch Collaborations mit Marken wie Louis Vuitton, Nike oder Playboy bietet sich die Marke als Glaubwürdigkeitsbeschaffer für große Modefirmen an. Eine Zusammenarbeitet mit Supreme erzeugt zuverlässig Hypes – online und offline.

Unvermeidlich wurde die Marke dadurch jedoch zum Lieblingslabel der rich kids und verspielt damit seine Kernkompetenz: die Radikalität, die Edginess, die Skater-Credibility. Und so sagen heute ein paar verarmte, vernarbte, ultra-kredibile Skater in Langers Artikel stellvertretend für xtausend andere über Supreme: »It’s shit. I hope it dies.« 

Seit Oktober gehört Supreme zu einer am Nasdaq gelisteten Unternehmensgruppe, die auch Rüstungskonzerne im Portfolio hat. Der Wert des Labels wird heute mit einer Milliarde US-Dollar bewertet.