Warum gibt es nicht mehr Frauen in MINT-Fächern?

Hier die Einschätzung der Schriftstellerin Sibylle Berg:

Der Wert von Frauen bemisst sich immer noch an ihrer geschlechtlichen Verwertbarkeit. Intellektuelle Fähigkeiten werden bei ihnen bis heute nicht goutiert. […] Studierende der IT-Fächer gelten als Nerds: ästhetisch egal, sozial unverträglich; das ist gerade das Gegenteil aller Eigenschaften, die Frauen immer noch einen gesellschaftlichen, evolutionären Vorteil versprechen. Kurz: FĂĽr Frauen ist der Schritt in einen IT-Beruf eine Fuck-you-Entscheidung – während junge Männer mit Staunen und Bewunderung bedacht werden, wenn sie Coding-Fähigkeiten besitzen.

Wenn Berg recht hat, ist wirklich »das Patriarchat« schuld, dass es nicht mehr Frauen gibt, die MINT-Fächer studieren. Aber nicht, weil es Mädchen sagt: »Ihr könnt das nicht«. Sondern, weil es ihnen sagt: »Ihr könnt das schon machen, aber dann seid ihr nicht mehr sexy.«

Ziemlich viele Initiativen, die Mädchen ermutigen wollen, MINT-Berufe zu ergreifen, wären dann argumentativ auf einem ziemlich falschen Weg.

Quelle: »Albernheit ist der Motor, der mich gut gelaunt durch mein Restleben führt«. Sibylle Berg im Gespräch mit Jens Balzer und Maja Beckers. In: Jens Balzer, Maja Beckers, Thomas Vasek und Lars Weisbrod (Hrsg.): Sibylle Berg, Dietmar Dath. Zahlen sind Waffen. Berlin: Matthes & Seitz, 2021, S. 104–116. Hier: S. 108.

Frontex kann man jetzt studieren: Im neuen Master fĂĽr GrenzschĂĽtzer

Frontex schickt die Führungskräfte von europäischen Grenzschutzeinheiten seit Neuestem gemeinsam ins Studium (Joint Master’s in Strategic Border Management, heißt das).

Neulich waren die Frontex-Studenten zum zweiten Modul in Amsterdam, da ging es um Ethik und Grundrechte. Sie hörten Vorlesungen über Kant, aßen Frittiertes in der Mensa – und diskutierten mit Zekerias Kebraeb, einem Flüchtling aus Eritrea. Claudius und ich haben uns das mal angesehen, als erste Journalisten zu Gast in dem Programm. Unser Bericht: ab heute in Die Zeit (Ausgabe 48 vom 26. November 2015, Seite 81-82).

Nach dem Umbruch: Einige (teils unveröffentlichte) Fotos zum Studiengang. Alle Fotos (c) Claudius Schulze

[Nachtrag, 10.12.2005] Der Text ist jetzt auch kostenlos auf Zeit Online zu lesen. Klicken Sie dafĂĽr bitte hier.

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Ein Selbstgespräch ĂĽber die neue Ausgabe von Zeit Campus (2/13)

ZEIT CAMPUS 2-2013 Teilzeit

Was ist das denn? Ein Einblick in die neue Ausgabe von Zeit Campus (Ausgabe 2/2013, März/April), an der meine werten Kollegen und ich die letzten zwei Monate gearbeitet haben. Ist ganz gut geworden, glaube ich.

Warum ist das so scheiĂźe fotografiert? Weil ich das Heft mit dem iPad geknippst habe. Denn unser Magazin gibt es nicht nur ab heute im Kiosk, sondern neuerdings auch im App-Store. Hallo unscharfe Zukunft!

Äh, und was steht drin? In der Titelgeschichte geht es um unfaire Noten. Im Mensagespräch um den Penis von Lars Eidinger. Außerdem stellen wir Leute vor, die keinen Bock haben, ihr ganzes Leben an die Arbeit zu verschwenden (oben), überprüfen den Kinofilm Spring Breakers auf seinen dokumentarischen Gehalt (unten) und fragen nach, wie es ist, bei Fatih Akin Film und bei Josef Ackermann Finanzwirtschaft zu studieren (ganz unten).

Meine Freundin sagt, ihr seid Hipster. Stimmt das? Eher nein. Ich kann jetzt natĂĽrlich nicht fĂĽr alle aus der Redaktion sprechen, aber ich neige zu einem empathischen Hipsterbegriff, der an Thomas Meinecke geschult ist. Und dem werden wir wohl nicht gerecht. Aber unser Coverfoto ist von den Synchrodogs. Immerhin!

Blablabla! Das Heft kostet übrigens 2,80 Euro. Also weniger als ein halber Liter warme Milch mit Kaffee im Pappbecher. Abo geht auch. Am besten, Sie zögern nicht lange und unterschreiben gleich hier.

ZEIT CAMPUS 2-2013 Rausch

ZEIT CAMPUS 2-2013 Promis

Schummeln ist Alltag: Die neue Ausgabe von Zeit Campus (#5/12) ĂĽber das Spicken, Plagiieren und Abschreiben an deutschen Unis

ZEIT CAMPUS Nr. 5 / 2012 (September / Oktober)

Abb. 1: Beim nächsten Kioskbesuch bitte auf diese Titelseite achten: Zeit Campus 5/2012. Danke.

Schummeln gehört an der Uni zum Alltag. Das zeigt eine neue Studie, die erstmals empirische Daten zum Schummeln unter mehreren Tausend Studenten und Dozenten erhoben hat: 79 Prozent aller Studenten haben innerhalb eines Semesters mindestens einmal geschummelt, gespickt oder abgeschrieben, knapp jeder fünfte hat mindestens ein Plagiat abgegeben. Erwischt wird kaum jemand: 94 Prozent der Plagiatoren bleiben unentdeckt, trotz der Aufregung über gefälschte Doktorarbeiten wie jene von Karl-Theodor zu Guttenberg.

Die sogenannte »Fairuse«-Studie haben wir bei Zeit Campus exklusiv schon vor der Veröffentlichung im September bekommen. Simon Kerbusk und ich berichten darüber in der Titelgeschichte unserer neuen Ausgabe 5/2012 (September/Oktober) und überprüfen einige Mythen des Schummelns (etwa: »In Karrierefächern wird am meisten geschummelt« oder »Dozenten schauen bewusst nicht so genau hin«) mit Hilfe der neuen Daten.

Unser Magazin liegt ab heute an den Kiosken, als Vorgeschmack habe ich hier einige Ergebnisse der Studie zusammengefast, einige Einblicke ins Heft – und seine anderen Themen – gibt es nach dem Umbruch:

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