┬╗Pl├Ądoyer f├╝r einen ehrenwerten Begriff┬ź: Rolf Bauerdicks Buch Zigeuner – Begegnungen mit einem ungeliebten Volk

Rolf Bauerdick: Zigeuner. Begegnungen mit einem ungeliebten Volk (DVA, 2013)

Abb.: Der Reporter Rolf Bauerdick berichtet in Zigeuner ├╝ber seine Reisen ÔÇô und streitet f├╝r einen ┬╗ehrenwerten Begriff┬ź

Der Titel des Buchs von Rolf Bauerdick ist eine Provokation. Er lautet: Zigeuner – Begegnungen mit einem ungeliebten Volk. Wenn man auch sonst nichts ├╝ber die Menschen wei├č, um die es hier geht, so meint man doch wenigstens zu wissen, dass es sich nicht um ein Volk handeln kann, sondern mindestens um zwei. Und, dass man nicht ┬╗Zigeuner┬ź sagt, sondern Sinti und Roma. Doch Bauerdick h├Ąlt nichts von solchen Sprachregelungen und jenen, die sie einfordern.

Sein Buch ist als Reportage angelegt. Doch ├╝ber weite Teile liest es sich wie eine Streitschrift: Wenn Bauerdick ├╝ber Antiziganismusforscher und den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma schreibt, dann oft kritisch und manchmal sp├Âttisch. Er schimpft ├╝ber ┬╗Normierungszwang┬ź, ┬╗Korrektheitswahn┬ź und den ┬╗Amoklauf der politischen Korrektheit┬ź. Und G├╝nter Grass unterstellt er ┬╗grenzenlose Naivit├Ąt┬ź, weil dieser ein europaweites Bleiberecht f├╝r Roma gefordert hatte.

Was macht Rolf Bauerdick so zornig?

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Moderne Grausamkeit: Henning Ritters Essay Die Schreie der Verwundeten. Versuch ├╝ber die Grausamkeit

Henning Ritter: Die Schreie der Verwundeten (C.H. Beck)
Abb.: Henning Ritters Essay Die Schreie der Verwundeten, neulich erschienen bei C.H. Beck

Beste Vorlesung des bisherigen Jahres. Auch wenn man sie selber lesen muss. Mehr in meiner Buchempfehlung zu Henning Ritters Die Schreie der Verwundeten, einem Essay des fr├╝heren FAZ-Redakteurs ├╝ber die Grausamkeit und ihre Gegner im 19. Jahrhundert, bei Spiegel Online.