MĂ€nner, Frauen, alles ist verknotet

Dilemma der MĂ€nnlichkeit:

[W]as der Sozialpsychologe Rolf Pohl »MĂ€nnlichkeitsdilemma« nennt: Jungs sollen selbstsicher und unabhĂ€ngig sein, das starke Geschlecht. Gleichzeitig sind sie nicht nur erst einmal rundum abhĂ€ngig von einer Mutter, sondern spĂ€ter auch von der Gunst der MĂ€dchen, um die ihre tiefsten WĂŒnsche kreisen und an denen die BestĂ€tigung ihrer MĂ€nnlichkeit hĂ€ngt. Entsprechend hechelten viele von uns mit wachsender BedĂŒrftigkeit den MĂ€dchen hinterher, taten aber so, als sei das alles nur Schnickschnack.

– Anselm Neft: Grausame Geilheit, Zeit Online, 25. MĂ€rz 2018 (Link)

Dilemma des Feminismus:

Der Feminismus ist mit einer zentralen Schwierigkeit konfrontiert: Die Beziehung zwischen MĂ€nnern und Frauen ist sehr viel verwickelter als zum Beispiel zwischen Schwarzen und Weißen. Die Machtbeziehung ist schwerer zu fassen, weil sie sich mit einer affektiven und sexuellen Beziehung verbindet. MĂ€nner sind von denen, ĂŒber die sie Macht ausĂŒben, zugleich abhĂ€ngig. Und sie haben MĂŒtter, Frauen, Schwestern, Töchter, die meist nicht imstande sind, ihre Söhne, MĂ€nner, BrĂŒder, VĂ€ter als Ausbeuter zu sehen. Frauen tragen aktiv zu der Herrschaft bei, der sie unterliegen.

– Eva Illouz im GesprĂ€ch mit Martin Legros, Philosophie Magazin, Mai 2018, S. 22