Bevor niemand mehr was von "Wahlkampf" hören will…

…schnell noch das hier lesen, bitte:

  1. Das Popmagazin Spex räumte in der aktuellen Ausgabe eine Seite frei, damit ich den Country-Sänger John Mellencamp vorab zum Sieger des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs ausrufen konnte. Der ganze Text über Musik im amerikanischen Wahlkampf ist jetzt auch online verfügbar.
  2. Das sehr gute Blog USA erklärt (es ist mir ein Rätsel, warum dessen Autor Scot Stevenson noch nicht von der Printpresse als Kolumnist weg gekauft wurde) wird im Tagesspiegel gefeiert. Mit Foto! (Fotos von Bloggern haben einen ähnlichen Effekt wie Literaturverfilmungen.)
  3. This. Fucking. Election. Grafische Wahlkampf-Retrospektive in Schlagworten und dicken Buchstaben. Beautiful, beautiful, beautiful.
  4. Und nochmal was von mir: Blogs im Wahlkampf: Die Schlacht im Netz ist vorbei. Vorerst. Auf ZEIT Online. Klick.
  5. Auch das noch: Fotos von der Wahlparty in Hamburg. Im Zuender-Blog. Klick.

"Abtreibung = Mord an Frauen" – Gibt es den rechten Feminismus?

TV-Moderatorin Elizabeth Hasselbeck (die konservative Stimme in der Frauen-Talksendung „The View“) spricht auf einer Wahlveranstaltung in Florida die einleitenden Worte vor dem Auftritt der Republikaner-Vizekandidatin Sarah Palin. Zitatschnipsel:

I have to thank the governor because she gave a speech about issues important to all women. She talked about equal pay for equal work, putting an end to honor killings, aiding women who are being exploited in the sex trade, and ending policies that sanction abortion of a country’s unborn daughters.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Interessant, wie hier das Recht auf Schwangeschaftsabbruch (unumstritten wohl eines der wesentlichen Errungenschaften Anliegen der feministischen Bewegung) aus einer Position der Frauenrechte argumentierend angegriffen wird und abgeschafft werden soll.

Aha: Die Ablehnung der Abtreibung ist in USA nicht nur Sache der Mieslinge, sondern mindestens auch der Mieslinginnen… was dann wohl wieder ein großes Stück Kuchen für die Gleichberechtigung wäre.

Aber mal ernsthaft: in Deutschland hat Alice Schwarzer immer wieder darauf hingewiesen, dass Feminismus (auch wenn das hierzulande oft so wirkt) nicht per se „links“ sei. Zuletzt zum Beispiel in der Börne-Preis-Rede, als es um Stellvertreterpolitik ging. Aber kann von einem „rechten“ Feminismus gesprochen werden?

Vergleichen Sie dazu auch: Caryl Rivers Kommentar zu Ann Coulter, der Königin der konservativen Polemik: „The Right-Wing Feminist Success Story“. Weiterhin ist noch Tammy Bruce zu nennen (Bruce über Bruce: „openly gay, pro-choice, gun owning, pro-death penalty, voted-for-President Reagan progressive feminist“, anti-Hillary-Clinton, pro-Rudy-Giuliani, und, wie Hasselbeck, pro-Sarah-Palin).

HipHop feat./vs. Barack Obama: Kleiner Zuender-Themenschwerpunkt

Auf dem Zuender brechen wir heute das Three Strike Law in punkto Barack Obama & HipHop:

  1. Barack Obamas HipHop-Dilemma: Immer mehr Rapper mischen sich in den USA in den Wahlkampf ein. Barack Obama profitiert von dem Support – und leidet darunter.
  2. „Obama lost me“: Unter Präsident Obama werde für schwarze Amerikaner alles schlechter, sagt HipHop-Aktivist Troy Nkrumah. Ein Interview.
  3. Von „Fight The Power“ zu „Yes We Can“: Früher war politischer Rap gegen das System. Heute ist er immer häufiger Wahlkampfwerbung. Fünf Videos aus 20 Jahren HipHop.

Viel Vergnügen!