Wenn der Atomkrieg kommt,

wird alles besser. Dann steigt aus den Trümmern der alten Gesellschaft die sozialistische Weltrepublik. Weil die Arbeiterklasse sich mit den Aliens verbündet.

So sah es in den 1960er und 1970er Jahren der argentinische Trotzkist J. Posadas, dessen Ideen erfreulicherweise nie Anwendung fanden – außer in Star Trek.

Mehr dazu in diesem Essay über Science-Fiction und revolutionären Sozialismus, den der Autor A.M. Gittlitz für die New York Times geschrieben hat.

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Anti-Trump. Ein Best of

Was US-Medien über den nächsten Präsidenten schreiben

Trump is not a man of ideas. He is a demagogue, a xenophobe, a sexist, a know-nothing, and a liar. He is spectacularly unfit for office, and voters—the statesmen and thinkers of the ballot box—should act in defense of American democracy and elect his opponent.

Aus der Zeitschrift The Atlantic, die eine Wahlempfehlung für Hillary Clinton aussprach. Der ganze Text hier.

This year, the choice isn’t between two capable major party nominees who happen to have significant ideological differences. This year, one of the candidates — Republican nominee Donald Trump — is […] unfit for the presidency.

Aus der Tageszeitung USA Today, die grundsätzlich keine Wahlempfehlungen ausspricht, die in diesem Jahr aber dringend von der Wahl Donald Trumps abriet. Der ganze Text hier.

Nothing anyone could reveal about Trump could get me to change my opinion that he’s an asshole. And not a „yeah, but he’s our asshole“ kind but rather a cartoon villain, a fake, a cheat, a liar, a creep, a bullying, bragging, bullshitting, blowhard kind of asshole.

Aus der Zeitschrift Esquire. Der Autor, Mark Salter, war Redenschreiber des früheren republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain. Esquire druckte den Text auf der ersten Seite der Ausgabe, deren Titelseite ein Foto von Trump zusammen mit der Zeile „Hater in Chief“ zeigte. Der ganze Text hier.

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Original Hustlers: Zeitungsjungen & Zeitungsmädchen in der Fotografie

Diese drei Herren hier sind original hustlers. Jungs aus armen Verhältnissen, die an Straßenecken rumhängen und sich durchschlagen. Fotografiert hat sie Lewis Hines in St. Louis. Das war 1910. Sogenannte newsies, die auf der Straße Zeitungen verkauften, prägten damals das Stadtbild der Vereinigten Staaten.

Die New York Times berichtete in einem Artikel:

The first full-flegded American newsboys are said to to have been employed by The Sun about 1836 [Anmerkung: Gemeint ist wohl die New Yorker Zeitung]. Within a fews years all the cheaper newspapers had them. […] The newsboys were undoubtedly a rough lot, though they may have had hearts of gold under their tattered coats. They had to be hardboiled to survive at all

Offenbar wurden die newsies immer wieder als Ärgernis wahrgenommen. Die Times berichtet in den 1920ern von newsies, die saftige Geldstafen bekamen, weil sie verbotenerweise in der U-Bahn handelten oder mit ihrem Geschrei gegen Lärmschutzgesetze verstießen. Bisweilen streikten die Zeitungsjungen auch und legten mit ihren Protestmärschen für bessere Bezahlung den Verkehr lahm.

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„Against Meat“: Jonathan Safran Foer über das (Nicht-) Fleisch-Essen

Fleisch.

Abb.: Eine Handvoll Tiere, bereit zum Verzehr. Foto: Markus Ram (CC BY-ND 2.0)

In einem Restaurant, irgendwo in der Ukraine:

„You are very hungry, yes?“ „I’m a vegetarian.“ „I do not understand.“ „I don’t eat meat.“ „Why not?“ „I just don’t.“ „How can you not eat meat?“ „I just don’t.“ „He does not eat meat,“ I told Grandfather. „Yes he does,“ he informed me. „Yes you do,“ I likewise informed the hero. „No. I don’t.“ „Why not?“ I inquired him again. „I just don’t. No meat.“ „Pork?“ „No.“ „Meat?“ „No meat.“ „Steak?“ „Nope.“ „Chickens?“ „No.“ „Do you eat veal?“ „Oh, God. Absolutely no veal.“ „What about sausage?“ (…)

Über zwei oder drei Seiten erstreckt sich in Jonathan Safran Foers Roman „Everything is Illuminated“ der Versuch des „hero“, eines amerikanischen Ukraine-Reisenden, seinem Übersetzer und Erzähler dieser Romanpassage zu erklären, dass er kein Fleisch ist. Mit Betonung auf: Kein. Fleisch.

Der Vegetarismus des Romanprotagonisten überfordert nicht nur den Übersetzer, sondern auch das Restaurantpersonal. Der Kellner lässt sich schließlich darauf ein, das Stück Fleisch mit zwei anstatt nur einer Kartoffel zu servieren. Aber Beilage ohne Fleisch? Geht nicht. So ausdauernd ist das Hickhack um das Nicht-Fleisch-Essen von Safran Foers Protagonisten, dass die Gründe des Warum nie erläuert werden.

Argumente fürs Vegetariertum holte Jonathan Safran Foer nun in einem Aufsatz namens „Against Meat“ im  New York Times Magazine nach. Der Text ist eine unbedingt lesenswerte Reflektion über Nahrungsaufnahme als identitätsbildende Maßnahme, Nahrungsaufnahme als sozialer Akt, Nahrungsaufnahme und Moral. Wie scheinbar alles, was Safran Foer schreibt, ist der Text lustig, traurig, mächtig. Und erfrischend weit weg vom Terror-und-Titten-Stumpfsinn derjenigen, die sonst die Diskussion ums Nicht-Fleisch-Essen dominieren.

[Artikel gefunden bei: Moving Citations c/o PopMatters]

Die Zukunft wird ganz gut: "Yes Men" hacken "New York Times"

Die Medien-Guerilleros der „Yes Men“ haben nach einem Bericht der heutigen FAZ eine gefälschte „New York Times“-Ausgabe in den Umlauf gebracht, die auf den 4. Juli 2009 datiert ist und das Ende des Irak-Krieges, die Aufhebung des „Patriot Act“ und andere frohe Botschaften für die amerikanische Linke vermeldet. Mit einer Auflage von einer Millionen gedruckten Exemplaren übertrifft die Fake-NYT demnach die Auflage der echten NYT. Kudos.

Noch mehr Heldentaten: in der sehenswerten Doku „The Yes Men“ von 2003, in Gänze online bei Google Video (Aber leider zensiert in der Türkei?).