Urbane Archäologie

Was zum Vorschein kommt, wenn Läden ausziehen und ihre Schilder abmontieren (hier: Jeans Projekt am Ida-Ehre-Platz in Hamburg). Rave Mode! Kann man heute, in Zeiten des 90s Revivals, ja durchaus wieder so tragen.

[Update] Die 90er-Assoziation war möglicherweise falsch:

Hm. Rave Mode ist natürlich ungooglebar. Jeans Projekt ist laut Abendblatt erst 1994 in die Immobilie eingezogen. Wer weiß mehr?

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Neu:

Das hier ist die neue Ausgabe von ZEIT CAMPUS, dem Studentenmagazin der ZEIT. Ab Dienstag, 10. Oktober, in vielen Kiosken, Mensen und hier zu kaufen. Oder im Studentenabo.

Es handelt sich hier um die dickste reguläre Ausgabe in der Geschichte unseres Magazins (noch mehr Seiten hatte nur das Heft zum zehnjährigen Jubiläum im vergangenen Jahr) und, hey, es sind ein paar gute Sachen drin.

Zum Beispiel:

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Pop, Mode, Tanzen: Einblicke in die ZEIT CAMPUS-Ausgabe 3/14

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Dies ist die neue Ausgabe von ZEIT CAMPUS, Nr. 3/14. Nachdem unser letztes Heft einen stärkeren politischen Einschlag hatte, herrscht jetzt eine frühlingshafte Unbeschwertheit mit Themen wie Popmusik, Mode, Tanzen …

… auf den ersten Blick. Denn tatsächlich geht es im neuen Heft auch um das prekäre Leben von jungen Musikern und um den Rassismus im Mode- und Designbetrieb. Soviel zur mangelnden akademischen Unverkrampftheit. Seicht werden wir erst, wenn wir alt sind. Vielleicht. Hoffentlich nicht.

Hier einige Einblick ins Heft mit kurzem Kommentar zu den Beiträgen, die mir besonders am Herzen liegen:

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Darf man noch »Hipster« sagen? (3) Das neue Ding heißt »Normcore«, schreibt eine New Yorker Trendagentur

photo from the khole youth reportAbb.: Ein Foto aus Youth Mode: A Report On Freedom, dem Hipster-Manifest der Trendagentur K-Hole

In der Hipster-Diskussion hat sich einiges getan seit meinen letzten Postings. Der neue Player ist K-Hole, eine New Yorker Trendagentur – oder vielleicht eher die Parodie einer New Yorker Trendagentur, wer weiß.

Jedenfalls veröffentlichte K-Hole vor einigen Wochen ein Dokument namens Youth Mode: A Report On Freedom (hier gibt’s die PDF, zuerst gelesen habe ich davon in De:Bug, bezahlt hat den K-Hole-Report offenbar Box 1824).

In dem Report bennen K-Hole drei Folgen des zeitgenössischen Hipsterism, den sie »Mass Indie« nennen:

  1. »Seeming Like a Clone«
  2. »Isolation«
  3. »Maxing Out«

Probleme Eins und Zwei beschreiben das soziale Grunddilemma der Mode: Einerseits will man dazugehören. Andererseits will man einzigartig sein. Selbst wenn man dazu gehört, will man kein Klon sein. Selbst wenn man einzigartig ist, will man nicht einsam sein.

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Sklavenarbeit im Schanzenviertel:

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Abb. 1-3: Graffiti an der Bushaltestelle Bernstorffstraße in Hamburg

Eine originelle – wie sagt man? – urbane Intervention ist derzeit an einer Bushaltestelle im Schanzenviertel zu sehen. Die Totenköpfe sind so auf die Scheibe vor den rotierenden Werbeplakaten gemalt, dass sie die Gesichter der Models verdecken, die hier für Billigkleider von C&A und Mango werben. Daneben steht: »Made from Slaves!«

Die Präposition »from« statt »by« ist natürlich falsch, aber erstens ist das mit der englischen Rechtschreibung eh so eine Sache und zweitens hat man als Graffiti-Künstler manchmal einfach nicht viel Zeit

Dass sich dieses Adbusting ausgerechnet gegen C&A und Mango wendet, ist wohl kein Zufall: Die Kampagne für Saubere Kleidung wirft Mango vor, in Bangladesch Fabriken zu nutzen wie jene, bei deren Einsturz im Mai mehr als tausend Menschen getötet wurden. Beim Brand in einer Fabrik von C&A sind im vergangenen Jahr ebenfalls in Bangladesch mehr als hundert Menschen gestorben.

Womöglich wurde der Urheber auch von der Website Slavery Footprint inspiriert.

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Frage: Wie hip ist Peek & Cloppenburg?

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Antwort: Geht so hip. Dieser eher unbeholfene Versuch der Schleichwerbung/Streetcred-Aneignung durch Platzierung des Vice Magazins im Berliner Werbeprospekt macht jedenfalls nur eingeschränkt Lust auf Kapuzen-Jacke mit Print, Größen S-XXL, 29,90.

[Foto von Jonas und Annika, herzlichen Dank!]