Abo-Werbung, aber in gut:

Missy

Beim BlĂ€ttern im neuen Missy Magazine purzelte diese Karte aus dem Heft: Ein »Liebesbrief« an die Abonnent*innen, der zugleich einen kleinen Blick hinter die Kulissen erlaubt (und damit deutlich macht, warum Abos fĂŒrs Überleben des Magazins entscheidend sind).

Vielen Printmedien liegen diese »Ihre Meinung ist uns wichtig«-Briefe bei. Die geben sich als persönliche Anschreiben des Chefredakteurs aus, was kein Kompliment fĂŒr die Intelligenz der Leser*innen ist: Jede*r sieht, dass es sich um billigen und massenhaft produzierten Postwurfsendungsmarktforschungsbullshit handelt.

Bei Missy dagegen: Offene Worte. Und rĂŒckseitig ein Motiv der Illustratorin Antimimosa, deren Arbeiten auch im Heft zu sehen sind, gedruckt auf festem Karton, fast eine kleine Kunstedition, die man sich rahmen und aufhĂ€ngen könnte.

Es ist das erste Mal, dass ich Werbepost aus einer Zeitschrift nicht gleich wegwerfe, sondern das GefĂŒhl habe: Hier will wirklich jemand jemandem danke sagen.

OK, ich kĂŒndige mein Abo doch nicht.

Feminismus mit Eiern (in jeder Hinsicht) im neuen Missy Magazine

Abb. 1: Das neue Missy Magazine (Ausgabe 1/2012)

Hui! Da ist ganz schön viel Penis im neuen Missy Magazine, in das sonst fast nur Frauen dĂŒrfen. Zum einen liegt das an der Bildstrecke nackter, starker, tĂ€towierter MĂ€nner in Pin-Up-Posen, die Paula Winkler fotografiert hat.

Zum anderen am zĂ€hnefletschend old-school-feministischen Mark Greif, den wiederholten Verbeugungen vor Heinz Erhard im Dossier ĂŒber „Frauen und Comedy“ und dem wilhelminischen SchnauzbarttrĂ€ger auf dem HeftrĂŒcken.

Ich habe einen etwas irrlichternden Text ĂŒber The Good Men Project und The Guy’s Guide to Feminism beigetragen, dessen Titel ebenfalls stark ins Genitale zielt: „Feminismus mit Eiern“.

Ab heute ist das Heft im Zeitschriftenfachhandel erhĂ€ltlich. Es sieht von außen aus wie siehe oben und kann wie siehe unten aufgeblĂ€ttert werden. Viel VergnĂŒgen.

[Nachtrag, 16:30 Uhr:] Morgen, am Dienstag, 21. Februar 2012, lĂ€uft auf byte.fm mittags ein von der Missy-Redaktion zusammengestelltes „Mixtape“. Ich durfte mir einen Song aussuchen und habe mir „212“ von Azealia Banks gewĂŒnscht. Weil das ein ganzganz fantastischer Track ist. Und weil der Text gut zum Text passt: „What’s your dick like, homie?“

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Missy, Die neue:


Die neue Ausgabe des Missy Magazine
liegt ab sofort an (Bahnhofs-) Kiosken aus. Drinnen: Fast genau hundert Seiten »Popkultur fĂŒr Frauen«. MĂ€nner und geschlechtlich anderweitig Verortete dĂŒrfen aber auch, denke ich — zumindest haben die Damen auch mich mitschreiben lassen. Bitte finden Sie im Heft: Meine Kurzvorstellung von Nellie Bly, einer Journalistin, die schon verdeckt recherchierte, als Undercover-Reporter-Legende GĂŒnter Wallraff noch gar keinen Bartwuchs hatte noch gar nicht geboren war. NĂ€mlich im Jahr 1887.

Persönlich vorstellig werden zwei der vier Missy-Chefinnen, Chris Köver und Stefanie Lohaus, mit ihrem Magazin am Donnerstagabend, 25. Februar 2010, um 20 Uhr in der Art Lawyer Gallery in Hamburg (gegenĂŒber der S-Bahn-Haltestelle Königstraße). Hier gibt’s mehr Infos zur Release-Sause mit Vortrag ĂŒber Feminismus, Pop und Magazinutopien.

Medienkrise wegabonnieren! Vier von vielen guten Zeitschriften: De:Bug, Missy, Foreign Policy, Blank. Jeweils mit kurzer BegrĂŒndung.

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Gut #1: De:Bug, Ausgabe 130 (MĂ€rz 2009), am Bahnhofskiosk

Gut, weil: Die De:Bugger können Spiegel-Titelgeschichten besser als der Spiegel. Zumindest wenn’s um Social Networks geht (vgl. „Fremde Freunde. Vom zweifelhaften Wert digitaler Beziehungen“ und „AnonymitĂ€t & IdentitĂ€t. Das Ende der zwei Welten“). Und außerdem können sie Mode, Gadgets und Tanzmusik. Also alles, was mir gerade fehlt.

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Die Leute wollen ĂŒber Zeitschriftentitel diskutieren.

Interessantes Hobby. Erst wurde denen beim Dummy Magazin die Bude dafĂŒr eingerannt, dass sie ihr nĂ€chstes Heft „Neger“ nennen wollten (ich finde: zu recht). Jetzt ist man bei jetzt.de in heller Aufruhr darĂŒber, dass man ein feministisches Pop-Magazin Missy nennen wollen kann (eindeutig: zu unrecht).

Hoffentlich fĂŒhrt das jetzt nicht dazu, dass demnĂ€chst das Verfahren der Benennung von Dingen und ZustĂ€nden anhand von Erhebungen der Publikumsmeinung wieder in großem Stil reaktiviert wird.

Sie wissen schon, alle schreiben ihren Vorschlag auf einen Zettel und werfen ihn in einen Kasten, und am Ende kommt dabei heraus, das sitt das Pendant zu satt ist, und dass hĂ€ssliche Maskottchen Trix und Flix heißen sollten.

Und damit ist dann ja niemandem geholfen.