Magazine machen (1): Merkur

Magazine machen, wie geht das? Ab sofort sammle ich in diesem Blog einige Zitate und Fundstücke von Zeitschriftenmachern (Redakteuren, Art-Direktoren, Herausgebern), die sich zu ihrem Handwerk und Selbstverständnis äußern.

Was unterscheidet das Schreiben für ein Magazin als kompositorischem Ganzen vom Schreiben fürs Internet, wo (zumal in den Sozialen Medien) jeder Text auf sich allein gestellt funktionieren muss? Wie gelingt das Zusammenspiel von Text und Fotografie und Illustration? Von kurzen und langen Texten? Was können andere Medien besser? Was können Magazine – und nur Magazine?

Das sind ein paar der Fragen, um die es hier gehen wird. Dieses Posting und spätere Postings haben den Charakter einer Materialsammlung, noch ohne über den einzelnen Text hinausweisende Schlussfolgerungen (vielleicht kommen die später).

Diese Materialsammlung wird von Zufälligkeit und Vorläufigkeit geprägt sein. Was mir bemerkenswert erscheint, werde ich hier festhalten. Ergänzungen und Anmerkungen sind jederzeit willkommen.

Gemäß diesem Prinzip beginne ich mit einem Zitat von Karl Heinz Bohrer, dessen Memoiren gerade bei Suhrkamp erschienen sind. Bohrer war von 1984 bis 2011 Herausgeber der Intellektuellenzeitschrift Merkur.

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Darf man noch »Hipster« sagen? Und was hat das mit Miley Cyrus zu tun? Schnelle Zwischenbilanz zur jüngsten Begriffsgeschichte

Video: Miley Cyrus verwandelt bei den American Music Awards die Bühne in ein Tumblr. Ein später Sieg des Hipsterism?

Es ist ja nicht so, dass wir immer gewusst hätten, wovon wir sprachen. OK, früher (zu Zeiten von Diedrich Diederichsens Sexbeat), oder ganz früher (zu Zeiten von Norman Mailer & Twen), da wussten die Leute vielleicht, was gemeint war, wenn einer »Hipster« sagte.

Aber seit der Begriff wieder Teil des Sprechens und Nachdenkens über zeitgenössische Kultur geworden ist, also spätestens seit 2008, als Adbusters zur Hipster-Kritik ansetzte, und verschärft noch einmal ab 2010, als der breit rezipierte n+1-Reader What was the Hipster erschien (Sexbeat war 1985, Twen 1962), war da immer auch eine Unschärfe – wohl auch deshalb, weil diese Begriffsgeschichte des »Hipster« kaum eine Rolle spielte.

Bereits in seinem ergänzenden Kapitel zur deutschen Übersetzung von What was the Hipster (erschienen 2012 unter dem schlichten Titel Hipster) wies Jens-Christian Rabe darauf hin, dass »Hipster« heute (= Anfang 2012) vor allem als Schimpfwort benutzt werde und dabei an Trennschärfe einbüße. Ein »Hipster« sei demnach so etwas wie ein »irrer Idiosynkrat«, ein »krampfiger Exzentriker«, bestenfalls noch ein »Konsum-Avantgardist«, in jedem Fall aber ein Opfer des »Distinktionswahn«.

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