Stealing art for love

Stealing art for money, he says, is stupid. Money can be made with far less risk. But stealing for love, Breitwieser knows, is ecstatic.

Der Reporter Michael Finkel erzählt die Geschichte von Stéphane Breitwieser, einem notorischen Kunstdieb, der Werke von Dürer und Cranach dem Jüngeren aus Museen in verschiedenen europäischen Ländern stahl. Nicht, um sie zu verkaufen, sondern aus Liebe, wie er sagt.

Eine Love Story ohne Happy End: hier lesen.

[via Next Draft]

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Vorschlag für ein Promotionsthema:

„Ikea im Kunstkontext — Möbel zwischen ästhetischer Aneignungspraxis und budgetären Zwängen.“

(Das Foto zeigt Frosta-Hocker in der Freien Akademie der Künste in Hamburg während der Fototriennale.)

Wie Grisebach die Kunst singularisiert

Kunstwerke war schon immer anders als andere Konsumgüter. In Andreas Reckwitz‘ Theorie der Gesellschaft der Singularitäten ist die Kunst die eine gesellschaftliche Sphäre, in der schon in der klassischen Moderne (ca. 1750 bis 1970) massiv singularisiert worden ist, d.h.: in der Güter nicht durch ihren Nutzwert an Begehrlichkeit gewannen, sondern dadurch, dass sie durch Erzählungen mit immateriellem Wert aufgeladen wurden, etwa in dem sie als ästhetisch neu oder radikal, jedenfalls als „besonders“, galten:

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Gut aussehen im Netz

Ein Paradigma für die Gestaltung von Waren, Kunst, Protesten, Promis

Es reicht heute nicht mehr, dass Dinge gut aussehen. Sie müssen auch im Internet gut aussehen:

[I]n Zeiten von Smartphones und Social Media wirbt ein Produkt nicht mehr nur im Laden für sich […]. Wirklich erfolgreich ist ein Produkt erst, wenn es möglichst oft auf Plattformen wie Instagram, Pinterest oder Facebook auftaucht.

Das schreibt der Kulturwissenschaftler Wolfgang Ullrich (in: »Knips mich!«, Brand Eins, Nr. 12/2016, Seite 122).

Im Produkt- und Verpackungsdesign komme es demnach darauf an, nicht nur schöne, sondern auch möglichst fotogene Waren zu gestalten. Das Produkt müsse sich in die professionelle Ästhetik der bezahlten »Influencer« einfügen lassen, aber auch dann noch gut aussehen, wenn es von Laien fotografiert wird. Und: Ein erfolgreiches Produkt müsse seine Nutzer anregen, es fotografieren zu wollen.

Die Aufmerksamkeits- und Erfolgskriterien, die Wolfgang Ullrich für die Warenwelt beschreibt, haben sich auch einige junge Künstler angeeignet.

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Ganz schön glatt: Byung-Chul Hans Buch Die Errettung des Schönen

In seinem neuen Buch schreibt der Philosoph Byung-Chul Han, es gebe keine Schönheit mehr, nur noch Glätte. Ich bin nicht überzeugt und habe auf Spiegel Online meine Einwände/Anmerkungen/Rückfragen formuliert.

Gesehen beim Rundgang der HfbK (2)

Die Video-Installation Untitled (Haul) von Malte Stienen

Die erste Arbeit, an der ich beim Rundgang der HfbK länger hängen geblieben bin, trägt den Titel Untitled (Haul). Sie besteht aus zwölf Flatscreens, einem Computer und einem Laufband (nicht im Bild). Auf den Bildschirmen laufen unterschiedliche Videos, die der Computer automatisch bei YouTube abruft. Es handelt sich dabei um die zuletzt hochgeladenen Videos zum Suchbegriff »Haul«. Zeitgleich zeigt das Laufband die Titel der Videos.

Moment, was sind Haul-Videos? Hier, Wikipedia:

Bei diesen Videos stellen hauptsächlich weibliche, jüngere Personen kürzlich gekaufte Kosmetikartikel und Kleidung, oft auch modische Accessoires vor. Dabei beschreiben sie die gekauften Produkte, Herkunft, Preis und betten dies oftmals in einen kleinen Erlebnisbericht ein, der rund um das Shoppingerlebnis zustande gekommen ist. Neben Fashion-Haul gibt es auch Food-Haul-Videos, in denen gerade eingekaufte Lebensmittel vorgestellt werden.

Haul-Videos sind also sowas wie Unboxing-Videos ohne Box: Ein massenkulturelles Phänomen, dessen Potential wohl kaum ein Medienschaffender erahnt hätte – bis diese Videos plötzlich auf YouTube auftauchten, tausendfach, mit Abrufen, die teilweise in die Millionenhöhe gehen, wie Malte Stienen erklärt, der Untitled (Haul) gebaut hat.

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Gesehen beim Rundgang der HfbK (1)

Ein Abend mit den Arbeiten junger Künstler (und Bier)

Rundgang der HfbK. Gute Gelegenheit, mal wieder ungekühltes Bier zu trinken, dabei durch Räume zu schlendern, in die man unter anderen Umständen nie hineingelassen worden wäre (Mappe? Aufnahmeprüfung? Bitte?) und sich dabei interessant angezogene Menschen anzuschauen. Und, okay, meinetwegen auch ein bisschen Kunst.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Ausstellungseröffnungen oft mehr mit Volksfesten zu tun haben als mit kontemplativem Kunstgenuss. Dass einige künstlerische Arbeiten sich gegen den Lärm und das Gedränge durchsetzen können und andere nicht. Dass man bei so einem Rundgang wohl mehr übersieht als man entdeckt.

Dieser Vorrede zum Trotz werde ich im Laufe des Wochenendes ein paar kurze, ad-hoc-Eindrücke zu künstlerischen Arbeiten notieren, die ich auf dem Rundgang der HfbK gesehen habe – und die ich auch heute noch interessant finde, obwohl die Wirkung (und das Nachwirken) des ungekühlten Bieres längst abgeklungen ist.

Teil 1 einer Serie. Die Absolventenausstellung der Hochschule für bildende Künste Hamburg (»Rundgang«) wurde am vergangenen Donnerstag eröffnet und läuft noch bis Sonntag, 12. Juli 2015, 14–20 Uhr. Mehr Infos hier.

Abbildung: Foyer der Hochschule für bildenden Künste am vergangenen Donnerstagabend