The influence of literature:

The guy talking is George Saunders. He’s written quite a few potentially life-changing stories. Here’s one of them.

Klare Sprache, schwarze Tinte, weißes Papier: Mein Artikel über kleine amerikanische Kulturmagazine – ab heute in der Zeit

Oskar Piegsas Artikel "Klare Sprache, schwarze Tinte" Feuilleton der Zeit vom 13. Februar 2013

In Amerika gründen junge Ostküstenintellektuelle wieder Zeitschriften. Jacobin, zum Beispiel. Oder The Point oder The Baffler oder n+1. Eine Entwarnung für den Medienmarkt ist das nicht, aber ein Hoffnungsschimmer für die politische Kultur. Und: Um das zu lieben, muss man noch nicht mal das Internet hassen. Ausführlicher schreibe ich darüber im Feuilleton der aktuellen ZEIT (hier das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe als PDF).

[Nachtrag 24.2.2013]: Inzwischen ist der Text auch online. And someone took the time to translate the article. Quite impressive!

Letzte Worte von Tony Judt: das postum veröffentlichte Interview- und Erinnerungsbuch Nachdenken über das 20. Jahrhundert

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Abb.: Buch vor ostfriesischer Winterlandschaft

Das New York Magazine attestierte ihm den »lebhaftesten Verstand in New York City«. Doch dieser Verstand war gefangen in einem sterbenden Körper. Im Jahr 2008 war bei dem Geschichtsprofessor und Essayisten Tony Judt eine Nervenkrankheit festgestellt worden, deren Ursache unbekannt und deren Ausgang unaufhaltbar ist: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Nach und nach verfielen bei Tony Judt die Nervenzellen, die für die Muskelbewegungen zuständig sind. Anfangs konnte er sich in seiner New Yorker Wohnung noch selbst bewegen, dann brauchte er dafür einen Rollstuhl, zuletzt auch ein Beatmungsgerät. Sein Denkvermögen blieb aber intakt. In der New York Review of Books beschrieb er es so:

Anders als bei den meisten anderen ernsten und tödlichen Krankheiten kann man müßig und ohne große Schmerzen den katastrophischen Fortschritt des eigenen Verfalls beobachten.

Im Januar 2010 war das, als Tony Judt schon nicht mehr schreiben, nur noch diktieren konnte.

Solange es ihm möglich war, hielt Judt noch Vorträge, schrieb autobiografische Essays  (veröffentlicht unter dem Titel Das Chalet der Erinnerungen) und traf sich zu Gesprächen mit seinem Historikerkollegen Timothy Snyder. Der hatte es sich in den Kopf gesetzt, dem Sterbenden ein letztes Buch abzuringen: Nachdenken über das 20. Jahrhundert, eine Ideengeschichte, die zugleich eine Geschichte der Intellektuellen ist und die persönliche Geschichte eines Intellektuellen.

Schließlich war Tony Judt Marxist und früherer Kibbuznik, hatte während des Mai 1968 in Paris gelebt und in New York während des 11. Septembers 2001. Er war nicht nur Historiker, sondern auch Zeitzeuge und – weil seiner Meinung nach moderne Historiker die »Pflicht […] zur Einmischung in aktuelle politische Debatten« haben – auch Teilnehmer einiger der politischen Kontroversen, über die er schrieb. Weiterlesen auf Spiegel Online