Bester Sprayername:

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StGB!

(Gesehen: Esmarch-/Virchowstraße, Hamburg-Altona)

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OZ lebt! Teil 3 & Schluss

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Abb. 1: Eine recht freie Interpretation des Oz-Themas. Bitte fragen Sie mich nicht nach dem Ursprung der braunen Substanz.

Die neuesten OZ-Tags, die ganz sicher nicht von OZ selbst stammen, habe ich nach den Funden in der Schanze und in der Holstenstraße gestern im Hamburger Westen entdeckt.

Oben ein Tag aus dem S-Bahnhof Othmarschen (dessen Urheber putzigerweise nicht mal mehr versucht, die Handschrift des Vorbilds originalgetreu zu kopieren), unten zwei aus dem S-Bahnhof Altona.

Damit erlaube ich mir, diese Sammlung zu schließen – auch wenn ich fast sicher bin, dass uns die beiden Buchstaben »O« und »Z« noch länger in unserem Hamburger Alltag begleiten werden.

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Re: OZ lebt! Frische Tags in der Schanze all city

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Abb.: Ein Zug mit frischen OZ-Tags, gestern Abend an der S-Bahn-Haltstelle Holstenstraße

Es tauchen weiter neue OZ-Tags in Hamburg auf, obwohl der Sprüher gar nicht mehr lebt … vor ein paar Tagen war’s noch Kreide, jetzt ein gebombter S-Bahn-Zug.

»Polizei und Hochbahn«, schreibt Sarah Levy in der Zeit Hamburg (Ausgabe vom 16. Oktober) in ihrem Artikel über den Nachlass von OZ, haben »seit seinem Tod mit vermehrter Sachbeschädigung zu kämpfen«.

Zeitgleich erreicht sein Gallerist beim OZM Art Space eine massiv angestiegene Nachfrage nach OZ-Bildern. Die einen wollen OZ privat haben, die anderen wollen ihn weiter an den Wänden der Stadt.

Zu Lebzeiten war OZ hingegen ein Gemiedener, fast krankhaft einsam, schreibt Levy. Ihr Artikel trägt die Überschrift: »Plötzlich hat er viele Freunde«.

OZ lebt! Frische Tags in der Schanze

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Abb. 1: Ein frischer Kreidetag, anderthalb Wochen nach dem Tod von OZ (Holstenglacis, etwa auf Höhe des Oberlandesgerichts)

Keine zwei Wochen ist es her, dass der Sprüher OZ in der Nähe des Hauptbahnhofs von einer S-Bahn erfasst und getötet wurde. Sein Kürzel gehört zum Stadtbild Hamburgs, es steht an Stromkästen und an Mauern geschrieben, laut Abendblatt mehr als 120.000 Mal. Im Millerntorstadion weht es auf einer Flagge über den Köpfen der Ultràs.

Mag sein, dass sich Hausbesitzer immer noch über die Spuren aufregen, die OZ überall in der Stadt hinterlassen hat. Vielen anderen Menschen wird es so ähnlich gehen wie mir: Wir haben uns längst daran gewöhnt.

Trotzdem war ich überrascht, wie sehr mich die Meldung von seinem Tod getroffen hat. Und nicht nur mich: Freunde posteten Beileidsbekundungen auf Facebook. Statt seinen Tod bloß zu vermelden, veröffentlichten mehrere Zeitungen Nachrufe, darunter sogar der Guardian. Tags drauf hörte ich, abends vor einer Lesung im Thalia Gaußstraße, wie eine Frau in ihr Handy sprach: »Hast Du schon gehört? OZ ist tot. Voll traurig.«

Seit seinem Tod fallen mir die Signaturen an den Häuserwänden wieder auf. Wir sitzen im Bus, auf derselben Route, die wir jeden Tag fahren, schon hunderte Male gefahren sind, und stubsen uns an: »Guck mal, da hat er auch getaggt!« Es ist unser Erbe und sein Lebenswerk: OZ macht, dass wir die Stadt wieder mit offenen Augen sehen.

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Sklavenarbeit im Schanzenviertel:

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Abb. 1-3: Graffiti an der Bushaltestelle Bernstorffstraße in Hamburg

Eine originelle – wie sagt man? – urbane Intervention ist derzeit an einer Bushaltestelle im Schanzenviertel zu sehen. Die Totenköpfe sind so auf die Scheibe vor den rotierenden Werbeplakaten gemalt, dass sie die Gesichter der Models verdecken, die hier für Billigkleider von C&A und Mango werben. Daneben steht: »Made from Slaves!«

Die Präposition »from« statt »by« ist natürlich falsch, aber erstens ist das mit der englischen Rechtschreibung eh so eine Sache und zweitens hat man als Graffiti-Künstler manchmal einfach nicht viel Zeit

Dass sich dieses Adbusting ausgerechnet gegen C&A und Mango wendet, ist wohl kein Zufall: Die Kampagne für Saubere Kleidung wirft Mango vor, in Bangladesch Fabriken zu nutzen wie jene, bei deren Einsturz im Mai mehr als tausend Menschen getötet wurden. Beim Brand in einer Fabrik von C&A sind im vergangenen Jahr ebenfalls in Bangladesch mehr als hundert Menschen gestorben.

Womöglich wurde der Urheber auch von der Website Slavery Footprint inspiriert.

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Hässliche Kunst (2): »Ich hab leider keine Zeit, ich muss meinen Arsch immer in Bewegung halten, damit die Knete stimmt.«

Gesehen am Freitag, 2. Juli 2010. U-Bahn Uhlandstraße, Hamburg. Das Gunter-Gabriel-Zitat aus der Überschrift ist dem tollen Song zum Thema von Adolf Noise/DJ Koze entliehen. Mehr hässliche Kunst gibt’s hier.