Post-apokalyptische Landschaftsbilder

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In Australien brennt der Wald, im Amazonas, in Kalifonien ‚ÄĒ und im Harz sahen die Baumkronen im letzten Sommer auch nicht √ľberall gut aus. ūüĒ•

Es passt also, dass der K√ľnstler Andreas Greiner als Kaiserring-Stipendiat gerade eine Etage im Goslarer M√∂nchehaus Museum mit Bildern post-apokalyptischer W√§lder bespielt. Zumal die Br√§nde (und die verdorrten Fichten auf den Bergk√§mmen) ja nur Symptom des Artensterbens sind, f√ľr das es abseits der Pressefotos von Feuerwalzen noch kaum eindringliche Bilder gibt.

Wie macht man Biodiversit√§tsverlust sichtbar? Greiner versucht es so: Er f√ľttert eine KI mit Fotos europ√§ischer Urw√§lder und l√§sst die Software neue Waldbilder kreieren. So sieht eine Zukunft aus, in der W√§lder nur noch im Computer wachsen: irgendwie falsch. Ein zweiter Ansatz: Greiner zerlegt einen Mischwald in seine pflanzlichen Einzelteile, Farne, Gr√§ser, Setzlinge, die k√ľnstlich bew√§ssert in Plastiks√§cken wie auf einer Raumstation wachsen. Man sieht bei ihm nicht das Sterben, aber daf√ľr sieht man, was in absehbarer Zeit verloren gegangen sein k√∂nnte.

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Man kommt nicht alle Tage nach Goslar, aber die Ausstellung Signs of Life (noch bis 26. Januar) ist sehenswert. Auch, weil Greiner die R√§umlichkeiten dieses Museums im Fachwerkhaus ziemlich smart nutzt: Die niedrigen Decken und sichtbaren Balken wirken zusammen mit den nun greenscreengr√ľn gestrichenen W√§nden wie ein Studio ‚ÄĒ der perfekte Rahmen f√ľr diese deprimierenden Simulationen.