Schafft zwei, drei, viele Elphis! 

In Hamburg ist der #elphischock (also das kollektive Trauma aus Kostenexplosion, Bauzeitverz├Âgerung und Verantwortungslosigkeit) jetzt offiziell ├╝berwunden. Der Stolz ├╝berwiegt, die Schmach ist vergessen, ┬╗Elbphilharmonie┬ź ist kein Schimpfwort mehr.

In K├Âln betont man zwar noch, der Neubaukomplex am Dom werde keine ┬╗zweite Elbphilharmonie┬ź. Dasselbe hei├čt es in M├╝nchen ├╝ber das Interimsquartier in Sendling und in Rostock ├╝ber das Landesmuseum (keine ┬╗zweiten Elbphilharmonien┬ź!).

Und, ja, auch in Hamburg war noch vor wenigen Monaten beteuert worden, die Sanierung des Kongresszentrums werde keine ┬╗zweite Elbphilharmonie┬ź und auch der geplante Elbtower: keine ┬╗zweite Elbphilharmonie┬ź.

Doch jetzt zieht die SPD mit einer neuen Idee in den B├╝rgerschaftswahlkampf: Kultursenator Carsten Brosda verk├╝ndet heute im Abendblatt, man wolle in Hamburg ein bundesweit einzigartiges Gro├čprojekt starten, dessen Kostenrahmen und Finanzierung offenbar noch weitgehend ungekl├Ąrt ist, ┬╗eine Art Elbphilharmonie der Digitalisierung┬ź.

Alles Gute daf├╝r.

Hallo, Elbphilharmonie!

Zehn Mal so viel wie geplant hat die Elbphilharmonie die Stadt Hamburg gekostet (statt 77 Millionen Euro rund 790 Millionen), ein bisschen l├Ąnger gedauert als geplant hat es auch (er├Âffnet wird am 11. Januar 2017 statt im Jahr 2010), und jetzt, wo das Ding endlich steht, kann man den Verantwortlichen immer noch eine gewisse Nervosit├Ąt unterstellen. Zumindest ist doch kurios, dass sie sogar die Rauchverbotschilder in der Elbphilharmonie mit Logos versehen haben. Blo├č nicht vergessen, wo wir uns gerade aufhalten!

Das Foto oben habe ich am vergangenen Freitag gemacht, als ich mit meinen Kollegen Daniel Haas, Hanno Rauterberg und mit einigen weiteren Journalisten durch das Geb├Ąude gef├╝hrt wurde.

Als wir rauskamen, dachte ich: leider geil. Die kritische Haltung, die man ├╝ber Jahre der Baupannen, Skandale und Kostenexplosionen entwickelt hat, wird durch einen Besuch in diesem Bau doch einigerma├čen verunsichert. Es f├Ąllt mir jedenfalls nicht mehr leicht, die Elbphilharmonie abzulehnen, nachdem ich erst mal drin gewesen bin.

Ausf├╝hrlicher erz├Ąhlte ich von meinen Eindr├╝cken aus dem Neubau im Hafen am Mittwoch auf einer Diskussion der Zeit im Bucerius Kunstforum, die hier als Videomitschnitt zu sehen ist.

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