Schafft zwei, drei, viele Elbphilharmonien!

Hamburg plant ein neues Großbauprojekt

In Hamburg ist der #elphischock (also das kollektive Trauma aus Kostenexplosion, Bauzeitverzögerung und struktureller Verantwortungslosigkeit) jetzt offiziell überwunden. Der Stolz überwiegt, die Schmach ist vergessen, „Elbphilharmonie“ ist kein Schimpfwort mehr.

In Köln betont man zwar noch, der Neubaukomplex am Dom werde keine „zweite Elbphilharmonie“. Dasselbe heißt es in München über das Interimsquartier in Sendling und in Rostock über das Landesmuseum (keine „zweiten Elbphilharmonien“!). Und, ja, auch in Hamburg war noch vor wenigen Monaten beteuert worden, die Sanierung des Kongresszentrums werde keine „zweite Elbphilharmonie“ und auch der geplante Elbtower: keine „zweite Elbphilharmonie“.

Doch jetzt zieht die SPD mit einer neuen Idee in den Bürgerschaftswahlkampf: Kultursenator Carsten Brosda verkündet heute im Abendblatt, man wolle in Hamburg ein bundesweit einzigartiges Großprojekt starten, dessen Kostenrahmen und Finanzierung offenbar noch weitgehend ungeklärt ist, „eine Art Elbphilharmonie der Digitalisierung“.

Alles Gute dafür.

Er bringt Musik in die Elphi

Es wurde viel über das Gebäude der Elbphilharmonie gestritten – wer ist der Mensch, der es bespielt? Nach zwei oder drei Begegnungen mit dem Intendanten Christoph Lieben-Seutter habe ich für Die Zeit aufgeschrieben, wo der Mann herkommt. Und was er mit seinem teuren Konzerthaus vorhat. Hier nachzulesen.

Foto: Michael Zapf, via Elbphilharmonie.

Hallo, Elbphilharmonie!

Die Zeit macht ein Sonderheft & der Intendant verlegt seinen Schlüssel

Zehn Mal so viel wie geplant hat die Elbphilharmonie die Stadt Hamburg gekostet (statt 77 Millionen Euro rund 790 Millionen), ein bisschen länger gedauert als geplant hat es auch (eröffnet wird am 11. Januar 2017 statt im Jahr 2010), und jetzt, wo das Ding endlich steht, kann man den Verantwortlichen immer noch eine gewisse Nervosität unterstellen. Zumindest ist doch kurios, dass sie sogar die Rauchverbotschilder in der Elbphilharmonie mit Logos versehen haben. Bloß nicht vergessen, wo wir uns gerade aufhalten!

Das Foto oben habe ich am vergangenen Freitag gemacht, als ich mit meinen Kollegen Daniel Haas, Hanno Rauterberg und mit einigen weiteren Journalisten durch das Gebäude geführt wurde.

Als wir rauskamen, dachte ich: leider geil. Die kritische Haltung, die man über Jahre der Baupannen, Skandale und Kostenexplosionen entwickelt hat, wird durch einen Besuch in diesem Bau doch einigermaßen verunsichert. Es fällt mir jedenfalls nicht mehr leicht, die Elbphilharmonie abzulehnen, nachdem ich erst mal drin gewesen bin.

Ausführlicher erzählte ich von meinen Eindrücken aus dem Neubau im Hafen am Mittwoch auf einer Diskussion der Zeit im Bucerius Kunstforum, die hier als Videomitschnitt zu sehen ist.

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