What we talk about when we talk shit

Wie übersetzt man Donald Trumps »shithole countries« treffend ins Deutsche?

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Präsident Donald Trump ist eine Herausforderung für die Berichterstatter. Sobald er den Mund aufmacht, beginnen die Probleme. Nicht nur, weil er habituell lügt (hier eine Übersicht). Sondern auch, weil er Begriffe im Mund führt, die sich respektable Medien in den USA bis vor Kurzem nicht zu drucken trauten. Jetzt müssen sie.

Und nicht-englischsprachige Medien müssen Übersetzungen finden, die dem präsidialen Wortschaft gerecht werden. Zum Beispiel für »shithole countries«. Alle deutschen Medien, die Google auf Anhieb findet, übersetzen »shithole« mit »Dreckloch«.

»Dreckloch, das« ist laut Duden ein »schmutziges Zimmer; schmutzige, ungepflegte Wohnung«. Womöglich hat der Präsident das genau so gemeint, als er Medienberichten zufolge von Haiti und afrikanischen Staaten sprach.

Nun ist die Bedeutung des Wortes »shit« aber recht ambivalent und reicht von »solid waste released from the bowels« bis »anything« (Cambridge Dictionary).

Ist »Dreckloch«, das für mich nach einer Entschärfung, fast einer Verniedlichung klingt, nach einer Übersetzung, die eine inhaltliche Annäherung darstellt, aber das Temperament des Sprechers nicht adäquat mitüberträgt, also die treffendste Übertragung ins Deutsche?

Man könnte für »shithole countries« ja auch schreiben: »Plumpskloländer«, was aber ebenfalls nicht vulgär genug und zugleich wohl noch irreführender ist, weil dann unklar bleibt, ob sich der Begriff auf Länder bezieht, in denen Plumpsklos noch breite Verwendung finden, oder ob nicht im Sinne des Sprechers vielmehr die Länder selbst die Plumpsklos sind (scheint mir korrekter).

Also, wie Bekannte auf Facebook vorschlugen: Kackländer? Scheißländer? It’s complicated. Die Stilblüte des Tages ist jedenfalls diese Zeile von CNN: »Trump’s ’shithole‘ comment is his new rock bottom«.

PS: Mr. Carver, verzeihen Sie mir!

Barack Obama: »I ♥ Books«

Wie sich der scheidende Präsident aus dem Amt verabschiedet – und dabei noch mal die Unterschiede zu seinem Nachfolger unterstreicht

Andere scheidende US-Präsidenten versuchen in ihren letzten Amtstagen noch schnell den Nahost-Konflikt zu lösen, um in guter Erinnerung zu bleiben. Barack Obama macht es sich leichter. Er gibt der New York Times ein Interview und redet über: Bücher.

Über Old-School-Zeugs wie die Stücke von William Shakespeare und die Reden von Abraham Lincoln. Über moderne amerikanische Klassiker von Schriftstellerinnen und Schriftstellern wie Toni Morrison und Norman Mailer. Über zeitgenössische Romane von Colson Whitehead und Junot Díaz. Über Bestseller wie Gone Girl und Science-Fiction wie The Three-Body Problem. Und nebenbei spricht er noch über seine eigenen Bücher und das Schreiben.

Man kann sagen, was man will, aber der Typ ist so ein Schlaufuchs: Wie er sich wenige Tage vor der Amtseinführung von Donald Trump noch mal ausdrücklich als leidenschaftlicher Leser positioniert, als einer, der sich für die Welt und die Blickwinkel anderer Leute interessiert, der Worte ernst nimmt und mit Bedacht wählt, der demütig ist vor den Ideen und Erfahrungen anderer.

Hier geht es zu seinem Interview.

»Ich bin Donald Trump«

Protestsongs waren 2016, jetzt schreiben Gangstas Tributes

Er protzt, pöbelt & packt deine Mudda bei der Pussy: Dass der designierte US-Präsident Donald J. Trump (Freitag ist die Vereidigung!) das neue Vorbild Berliner Straßenrapper wurde, war ja irgendwie unvermeidlich.

So konsequent, wie Bass Sultan Hengzt hier eine Figur aus der Mitte des bürgerlichen Lebens anti-bürgerlich wendet, ist das bisher wohl nur 2Malle & FVR1 gelungen (mit ihren Mini-Hits Til Schweiger und Tim Mälzer).

Und Ufo361, dessen unvergessene JFK-im-Späti-Nummer im Video von Bass Sultan Hengzt möglicherweise zitiert wird.

Anti-Trump. Ein Best of

Was US-Medien über den nächsten Präsidenten schreiben

Trump is not a man of ideas. He is a demagogue, a xenophobe, a sexist, a know-nothing, and a liar. He is spectacularly unfit for office, and voters—the statesmen and thinkers of the ballot box—should act in defense of American democracy and elect his opponent.

Aus der Zeitschrift The Atlantic, die eine Wahlempfehlung für Hillary Clinton aussprach. Der ganze Text hier.

This year, the choice isn’t between two capable major party nominees who happen to have significant ideological differences. This year, one of the candidates — Republican nominee Donald Trump — is […] unfit for the presidency.

Aus der Tageszeitung USA Today, die grundsätzlich keine Wahlempfehlungen ausspricht, die in diesem Jahr aber dringend von der Wahl Donald Trumps abriet. Der ganze Text hier.

Nothing anyone could reveal about Trump could get me to change my opinion that he’s an asshole. And not a „yeah, but he’s our asshole“ kind but rather a cartoon villain, a fake, a cheat, a liar, a creep, a bullying, bragging, bullshitting, blowhard kind of asshole.

Aus der Zeitschrift Esquire. Der Autor, Mark Salter, war Redenschreiber des früheren republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain. Esquire druckte den Text auf der ersten Seite der Ausgabe, deren Titelseite ein Foto von Trump zusammen mit der Zeile „Hater in Chief“ zeigte. Der ganze Text hier.

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