Wo Hamburg wie im Urlaub ist (DIE ZEIT #27/2020)

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Das mit dem Reisen wird schwierig in diesem Sommer. Aber macht nix, wir wohnen ja in Hamburg. Wo man in dieser Stadt ganz gut sein Fernweh lindern kann, steht in der neuen Ausgabe der ZEIT auf den Hamburg-Seiten.

(Ich empfehle den Russenmarkt in Nettelnburg. Da gibt’s Wassermelonen, so gro├č, dass sie zwei Mann kaum heben k├Ânnen. ­čŹë Und eingelegte Gurken, so weit das Auge reicht. Und liebliche georgische Rotweine aus ├╝bertrieben verzierten Tonflaschen. Und diesen klebrigen Kirschlik├Âr, den die polnische Verwandschaft immer auf den Tisch knallt. Toll!)

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Au├čerdem hatte ich das Vergn├╝gen, mit den Kindern von Bernhard Markwitz zu sprechen, der 1964 in Winterhude die Schwimmfl├╝gel erfand. Die ganze Geschichte nebst kleiner kulturhistorischer Einordnung dieses Design-Klassikers: Jetzt am Kiosk in Hamburg und Umland, als E-Paper ├╝berall in der Welt, etc. etc. etc. ­čÉ│

Nachtrag, 10. Juli 2020: Beide Texte gibt es jetzt auch online, die Urlaubs-Tipps hier, die Geschichte der Schwimmfl├╝gel hier (jeweils f├╝r Abonnent*innen).

Wie ich versuchte, ein besserer ├ľko-Vater zu sein

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Augenringe, Bartschatten, Schlagschatten, richtig scharf ist das Foto auch nicht, aber, hey, ich hab mal wieder was geschrieben!

Ab heute in der ZEIT und auf ZEIT ONLINE: Eine ganze Seite ├╝ber Schei├če. Und dar├╝ber, wie man sie m├Âglichst ├Âkologisch wieder loswird. Sorry, aber das sind so die Themen, wenn man Tag und Nacht ein Baby bet├╝delt.

Danke an alle, die mich beim journalistischen Wickeln-mit-Stoffwindeln-Selbstversuch begleitet haben, nicht zuletzt Wickelversum & Einfach Stoffwindeln.

Und Respekt an die Damen und Herren in der Bildredaktion der ZEIT, die dieses charmante Foto mit Baby-Bauarbeiterdekollet├ęe ausgegraben haben.

Jetzt am Kiosk, hier online (Paywall) oder Aboaboabo.

H├╝tet euch vor den notgeilen Literaten!

Eine der zentralen Aufgaben des Feuilletons ist es heute, seine Leserinnen und Leser vor dem Sexgequatsche alternder (m├Ąnnlicher, wei├čer, heterosexueller) Intellektueller zu warnen. Das ergibt eine vergleichende Fl├Ąchennutzungsanalyse.

Einige Beispiele:

10. Oktober 2018: Ijoma Mangold rezensiert den posthum ver├Âffentlichten autobiografischen Roman Weltpuff Berlin von Rudolf Borchardt in einem ganzseitigen Feuilleton-Aufmacher der ZEIT (┬╗ein Porno┬ź, ┬╗grotesk┬ź, ┬╗Ist es […] eine Parodie?┬ź).

6. Dezember 2018: Michael Naumann rezensiert die posthum ver├Âffentlichten Tageb├╝cher von Lion Feuchtwanger in einem ganzseitigen Text im Feuilleton der ZEIT (┬╗Unterleibsprotokollant┬ź, ┬╗Potenzprotzereien┬ź, ┬╗grotesk┬ź).

4. Januar 2018: Hanna Engelmeier befasst sich im Feuilleton der S├╝ddeutschen Zeitung auf einer halben Seite mit dem autobiografischen Roman Endlos leben von Fr├ęd├ęric Beigbeder (┬╗├╝ber sein Sexualleben erf├Ąhrt man viel┬ź, ┬╗unertr├Ągliche S├Ątze┬ź, ┬╗peinlich┬ź).

Was ist da los? Wieso ist das so ein gro├čes Thema f├╝r die Literaturkritik?

Florian Zinnecker schrieb mir dazu (auf Facebook):

Naja, ist doch klar: Feuilleton bedeutet w├Ârtlich ├╝bersetzt Bl├Ąttchen, und wie wir alle als treue Rezipienten des Alten Testaments und der entsprechenden Darstellungen von Albrecht D├╝rer und Kollegen wissen, besteht der Job von Bl├Ąttchen zuvorderst darin, nackte Genitalien zu covern und uns vor ihrem Anblick zu sch├╝tzen. Es handelt sich also gar nicht um einen Trend, sondern im Gegenteil um Tradition. Der Auftrag kommt, wenn man so will, direkt aus der Kunst.

ÔÇŽ und das ist als Erkl├Ąrung wohl tats├Ąchlich nicht zu schlagen.

Oh, Jacobin! Hello again!

It’s been more than five years since I met Bhaskar Sunkara, the founder and editor of Jacobin Magazine, in a coffee shop in a basement somewhere in Bed-Stuy. He was in his 20s, I was in my 20s and I had no idea he’d write American history.

Back then, I’d been on a trip down the east coast to meet the editors of a resurgent scene of little magazines who published their cultural criticism the (very) old way: With black ink on white paper, with little or no photos or fancy layouts, in a language free of jargon and academese. Serious people. Smart people. People who seemed rather out of place in the 21st century.

After all, newspapers and magazines were dying left and right and experts talked about the wonders and inevitability of a form of digital publishing that was geared towards social media. Which meant: Short pieces. Short sentences. Don’t provoke people to think. Trigger them, so your shit may go viral.

Talking to the editors of n+1 (in New York), The Baffler (in Cambridge and DC), The Point (in Chicago) and Jacobin (also in NY) was inspiring. Here were people who demanded the right to treat their readers like grown-ups. I loved it.

But my trip also felt like a rather nerdish pursuit. I’d written about n+1 for Spex, but when I embarked on my journey, I had no idea whether I would find a German publication that might be interested in my exploits. Eventually, DIE ZEIT offered a whole page for me to introduce their readers to n+1, The Baffler, The Point and Jacobin. My piece was called „Klare Sprache, schwarze Tinte“. Someone even translated it into English, guerilla-style.

Fast forward five years and I pull this book from my mailbox. It’s an anthology of German translations of pieces taken from Jacobin, published by Suhrkamp Verlag.

It makes sense to read and to re-read Jacobin pieces now. After all, on both sides of the Atlantic, the left is struggling to find it’s purpose. Jacobin, in the meantime, has been part of the revival of socialist thought in the US, one of the many unexpected surprises on the American political scene in recent years.

Neuer Podcast: Warum die Hitzewelle bereits der Klimawandel ist

Auf einen Cold Brew (deutsch: kalte Br├╝he) mit Stefan Schmitt, dem stellvertretenden Leiter des „Wissen“-Ressorts der ZEIT.

F├╝r den ZEIT-Podcast „Hinter der Geschichte“ sprachen wir ├╝ber die aktuelle Hitzewelle. Und ├╝ber die Frage, ob das da drau├čen bereits der Klimawandel ist.

Lessons learned:
1) Ja, ist es.
2) Trotzdem tut sich wenig, auch im vermeintlichen Klimaretterland Deutschland. Stefan: „Wir zahlen gerade auf mehr Extremwetter und generell auf mehr Unsicherheit in der Zukunft ein.“ Und das, obwohl schon die letzten zwanzig Jahre f├╝r den Klimaschutz verschwendete Zeit gewesen sein.
3) Liegt im extrahei├čen Sommer auch die Chance f├╝r einen Bewusstseinswandel und f├╝r politische Aktion, weil wir jetzt sp├╝ren, was bisher abstraktes, statistisches Wissen war? Stefan: „W├Ąre toll.“
4) Optimistisches Schlusswort: entf├Ąllt.

Nachzuh├Âren gibt es das ab sofort: online unter freunde.zeit.de, in der ZEIT-App, auf Spotify und an vielen anderen Orten, an denen es Podcasts gibt.

Wie entstehen die Titel der ZEIT?

Wie entstehen die Titelseiten der ZEIT? Wer hat sich die Zeile ┬╗Jamaika ÔÇô Fluch der Karibik┬ź ausgedacht? Welche beleidigte Leberwurst sieht besser aus: die grobe oder die feine?

Dar├╝ber habe ich mit Malin Schulz gesprochen. Sie ist Artdirektorin und Mitglied der Chefredaktion der ZEIT und hat hunderte Titelseiten entworfen.

Unser Gespr├Ąch gibt es als Podcast: Hier kostenlos anh├Âren, bittesehr.

Neu:

Das hier ist die neue Ausgabe von ZEIT CAMPUS, dem Studentenmagazin der ZEIT. Ab Dienstag, 10. Oktober, in vielen Kiosken, Mensen und hier zu kaufen. Oder im Studentenabo.

Es handelt sich hier um die dickste regul├Ąre Ausgabe in der Geschichte unseres Magazins (noch mehr Seiten hatte nur das Heft zum zehnj├Ąhrigen Jubil├Ąum im vergangenen Jahr) und, hey, es sind ein paar gute Sachen drin.

Zum Beispiel:

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