Die Dinge Europas: Unser neues Ding erzĂ€hlt von Sexarbeit in Spanien

Im vergangenen Monat wurde das Anti-Prostitutionsgesetz in Frankreich verschĂ€rft. Dort mĂŒssen Freier jetzt mit hohen Geldstrafen rechnen, wenn sie den Kontakt zu einer Prostituierten suchen.

In dem spanischen StĂ€dtchen La Jonquera warten die Leute nun ab, was das fĂŒr sie bedeutet. Als 2002 die Prostitution in Frankreich verboten worden war, dauerte es nicht lange, bis in La Jonquera ĂŒberall halbnackte Frauen an den Straßen standen. So erzĂ€hlt es die BĂŒrgermeisterin des Ortes, der direkt hinter der französischen Grenze in Spanien liegt. Die Prostitution ist dort nicht verboten und weitgehend unreguliert.

Die Folge ist, dass nicht nur Freier aus dem Ausland kommen, sondern auch viele Frauen aus Mittel- und Osteuropa, die hier anschaffen. Freiwillig? Oder weil ZuhĂ€lter sie bringen und sie zur Prostitution zwingen? Die BĂŒrgermeisterin von La Jonquera geht von Letzterem aus.

Sollte die Prostitution also auch in Spanien verboten werden? Nein, sagt die BĂŒrgermeisterin, das wĂŒrde das Problem nicht lösen, sondern nur verlagern, so wie es das Verbot in Frankreich getan hat. Sie fordert: »Wir brauchen eine europĂ€ische Lösung!«

Die ganze Geschichte gibt es auf der Website Die Dinge Europas, die ich gemeinsam mit dem Fotografen Claudius Schulze betreibe. Zusammen suchen wir nach Dingen, die von Europa erzĂ€hlen. Unser neuestes FundstĂŒck: ein Kondom, das wir bei La Jonquera gefunden haben. Hier entlang, bitte.

Foto: Die Bundesstraße 2 zwischen La Jonquera und Figueres, (c) Claudius Schulze. Dieser Text erschien zuvor mit minimalen Änderungen in unserem Dinge-Europas-Blog.

Die Dinge Europas: ein Nelkengruß zum »Tag des Sieges«

estland

Abb.: Die Fundstelle unseres Nelkenstrauß in der estnischen Hauptstadt Tallinn (Foto: Claudius Schulze)

Am 9. Mai feiern Russen den »Tag des Sieges« im Zweiten Weltkrieg. Sie feiern nicht nur in Russland, sondern auch in LÀndern, die von der Roten Armee besetzt wurden. Heute vor einem Jahr waren der Fotograf Claudius Schulze und ich in Estland, um uns das anzuschauen.

Unseren Bericht haben wir auf der Internetseite Die Dinge Europas veröffentlicht, ein journalistisches Langzeitprojekt, fĂŒr das wir Dinge suchen, die von Europa erzĂ€hlen und sie dokumentieren: Ein Ding, ein Foto, ein Text. Vom »Tag des Sieges« in Estland haben wir einen Strauß Nelken mitgebracht. Mehr dazu hier.

Curating the Now. First thoughts on Rapid Response Collecting

liberator

Image: One of the new objects on display at the V&A is this, a gun that comes from a 3D printer (CC image by Electric-Eye via flickr)

I’ve learned a new term today. Indeed, it’s quite a facy one that will help me smarten up my rusty English.

Check this out: Rapid Response Collecting.

Sorry, but … Rapid what? Well, apparently, the folks at Britain’s Victoria and Albert Museum (V&A, »The world’s greatest museum of art and design«) are trying their hands at a new concept.

Okay, so what is Rapid Response Collecting about?

From what I can tell so far, Rapid Response Collecting centers on the idea that museums aren’t exclusively for old stuff. What follows is that curators select objects that are representative of what’s happening right now.

In the V&A’s own words
:

Rapid Response Collecting is a new strand to the V&A’s collecting activity. […] The display, which will constantly change, shows how design reflects and defines how we live together today. Ranging from Christian Louboutin shoes in five shades of »nude«; a cuddly toy wolf used as an object of political dissent; to the world’s first 3D-printed gun, each new acquisition raises a different question about globalisation, popular culture, political and social change, demographics, technology, regulation or the law.

Curators of other museums are watching this idea closely, according to the New York Times:

Sebastian Chan, the director of digital and emerging media at the Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, in New York, called rapid-response collecting »a bold move« that »opens up a new way for the museum to engage the public in the social and political context of the designed products and services in the world around them.« He added that when the Cooper Hewitt reopens in December after a renovation, it will have space for »our own rapid-response initiatives and we will be watching the V&A’s work closely.«

The Rapid Response show opened only recently and being stuck in Hamburg with a day job and recovering from a summer flu, I haven’t had a chance to make plans for a trip to London yet. However, some of the displays must be quite intriguing. I love how they staged the aforementioned »nude« shoes.

Yeah … but what if Rapid Response Collecting turns out to be a bad idea?

Weiterlesen Curating the Now. First thoughts on Rapid Response Collecting“

Die Dinge Europas: Mein neues journalistisches Projekt startet

betatestblog
So sieht ein Betatest aus: GerĂ€tegerĂŒmpel in einer KĂŒche auf St. Pauli

In diesem Blog ist es in den vergangenen Monaten etwas ruhiger geworden (keine Essays ĂŒber uralte Zombiefilme mehr, keine Links auf experimentelle Pornos, nur noch vereinzelte HipsterPostings). Das hat auch damit zu tun, dass ich online gerade an anderer Stelle etwas Neues ausprobiere.

Zusammen mit dem Fotografen Claudius Schulze habe ich ein Projekt gestartet: Die Dinge Europas. Gemeinsam reisen wir durch Europa und suchen nach Dingen, an denen sich europĂ€ische (Alltags-) Geschichte und Konflikte veranschaulichen lassen. Wir zeigen diese Dinge und schreiben ihre Geschichte auf: Ein Ding, ein Foto, ein Text. Etwas ausfĂŒhrlicher habe ich hier ĂŒber unsere Idee geschrieben.

Den aktuellen Stand unserer Sammlung, die bisher aus fĂŒnf Dingen besteht, im Laufe des Jahres aber noch umfangreicher werden soll, zeigen wir im Netz unter der Domain die-dinge.eu/ropas (bis Ende der Woche werden Klicks auf diesen Link gegen eine Passwortschranke prallen, ab 21. Februar 2014 ist der Weg frei).

So schlicht & straight wie die Idee und unsere Umsetzung soll auch unsere Website werden: großes Foto, serifenloser Text, schwarz auf weiß, denn content is ja bekanntlich king. Damit das alles geil aussieht, auch auf Telefonen und Tablets, arbeiten wir gerade mit unserem Entwickler Olaf Stelze am Feinschliff.

Launchen werden wir die Seite am Freitag, 21. Februar, um 12 Uhr im Rahmen des Vocer Innovation Media Day in der Macromedia Hochschule in Hamburg. Das Vocer Innovation Medialab hat uns mit einem Stipendium unsere ersten Reisen ermöglicht. Wer dies liest, möge vorbeikommen – es gibt Sekt zu trinken und HĂ€nde zu schĂŒtteln.