Re: Consent

An Eva Illouz und ihre Kritik des consent musste ich denken, als ich Tortour las, eine beklemmende Reportage von Johannes Musial aus dem aktuellen Reportagen-Magazin, die von einem Mann erzählt, der andere auf deren Wunsch hin foltert. Etwas ausführlicher habe ich dazu hier geschrieben.

Advertisements

Besser als ausgedacht (1): Future Sex von Emily Witt

War jemals ein Buch mit einem so schlimmen Titel / Unterzeile / Cover so toll wie Future Sex von Emily Witt? Mir fällt keins ein.

In dieser Mischung aus Reportage und Memoir, die vielleicht nur Amerikanerinnen und Amerikanern gelingt, erzählt Emily Witt aus ihrem Leben als leicht neurotischer Ü30-New-Yorkerin, die nach einer gescheiterten Beziehung und aus Angst vor der sexuellen Unvermittelbarkeit dorthin flieht, wo bisher noch jede/r eine zweite Chance bekommen hat: an die Westcoast.

Es folgt ein Leben und Forschen und Schreiben zwischen Start-Up-Yuppies, Althippies und Polyamoristen, mit OkCupid, Fortschrittsglauben und Feminismus für Besserverdienende, mit sehr gutem Gras und sehr hohen Mieten und Minimalismus als Lifestyle, mit „consent“ als letztem moralischen Gebot (c.f. Eva Illouz), mit Burning Man, Paleo-Superfood, Orgasmischer Meditation und mit Google-Bussen, die einen kostenlos zur Arbeit fahren.

Mark Greif, einer der Gründer der Zeitschrift n+1, schreibt, Future Sex sei „mit Abstand das beste Buch über weibliche Sexualität dieses Jahrhunderts.“ Mag sein. Es ist zumindest besser als Nora Bossongs ähnlich angelegtes Buch Rotlicht. Trotzdem halte ich Greifs Einschätzung für eine Untertreibung.

WeiterlesenBesser als ausgedacht (1): Future Sex von Emily Witt