Was wurde aus dem Suff-Rap? 

Schon klar: Rapper und ihre Freunde machen Cash mit Packs, Geld mit Schnuff, sie schmuggeln H in das Land und mischen codeine pills and molly in a lemonade. Doch was wurde aus dem guten, alten Suff-Rap?

So wie:

Oder:

Oder:

Immerhin: Es gibt noch Shacke One und die Nordachse.

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Ein Selbstgespräch über die neue Ausgabe von Zeit Campus (2/13)

ZEIT CAMPUS 2-2013 Teilzeit

Was ist das denn? Ein Einblick in die neue Ausgabe von Zeit Campus (Ausgabe 2/2013, März/April), an der meine werten Kollegen und ich die letzten zwei Monate gearbeitet haben. Ist ganz gut geworden, glaube ich.

Warum ist das so scheiße fotografiert? Weil ich das Heft mit dem iPad geknippst habe. Denn unser Magazin gibt es nicht nur ab heute im Kiosk, sondern neuerdings auch im App-Store. Hallo unscharfe Zukunft!

Äh, und was steht drin? In der Titelgeschichte geht es um unfaire Noten. Im Mensagespräch um den Penis von Lars Eidinger. Außerdem stellen wir Leute vor, die keinen Bock haben, ihr ganzes Leben an die Arbeit zu verschwenden (oben), überprüfen den Kinofilm Spring Breakers auf seinen dokumentarischen Gehalt (unten) und fragen nach, wie es ist, bei Fatih Akin Film und bei Josef Ackermann Finanzwirtschaft zu studieren (ganz unten).

Meine Freundin sagt, ihr seid Hipster. Stimmt das? Eher nein. Ich kann jetzt natürlich nicht für alle aus der Redaktion sprechen, aber ich neige zu einem empathischen Hipsterbegriff, der an Thomas Meinecke geschult ist. Und dem werden wir wohl nicht gerecht. Aber unser Coverfoto ist von den Synchrodogs. Immerhin!

Blablabla! Das Heft kostet übrigens 2,80 Euro. Also weniger als ein halber Liter warme Milch mit Kaffee im Pappbecher. Abo geht auch. Am besten, Sie zögern nicht lange und unterschreiben gleich hier.

ZEIT CAMPUS 2-2013 Rausch

ZEIT CAMPUS 2-2013 Promis

Wir trinken, um eine Ausrede zu haben, sagt Kate Fox

Video: Schon schlimm, so eine Hausparty (Videokampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Enthemmungen durch Alkohol sind kulturell und nicht chemisch bedingt, behauptet die britische Sozialanthropologin Kate Fox in einer Rede, die hier als Audiostream und hier gekürzt in deutscher Übersetzung vorliegt.

Demnach gebe es etwa in England und Deutschland »ambivalente Trinkkulturen«, die mit Alkoholkonsum die Erwartung gesteigerter Aggressivität, Promiskuität und asozialem Verhalten verbinden – während es diese Erwartungshaltung in anderen Ländern nicht gebe und sich Menschen dort auch besoffen noch ordentlicher benähmen als Engländer oder Deutsche:

Die britische und andere ambivalente Trinkkulturen gehen davon aus, dass Alkohol enthemmt und er Appetit auf Sex oder aggressiv macht, so dass die Probanden in Experimenten nach Alkoholgenuss – und sogar nach alkoholfreien Placebos – dazu übergehen, ihrer Hemmungslosigkeit freien Lauf zu lassen. […] Unsere Meinungen hinsichtlich der Wirkungen des Alkohols sind sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Wenn man fest davon überzeugt ist und erwartet, dass man vom Alkohol aggressiv wird, dann wird man es auch. Ja man kann selbst nach dem Konsum von alkoholfreien Placebos stockbetrunken werden.

Leider fehlen die Verweise auf die Quellen, auf die Kate Fox sich stützt – auch im englischsprachigen Vortrag, der die Grundlage des deutschen Essays bildete.

Die Pointe wäre gleichwohl faszinierend: Gut gemeinte und steuerfinanzierte Anti-Alkohol-Kampagnen (wie zum Beispiel »Alkohol – Kenn Dein Limit«, die zumindest in Hamburg sämtliche Plakatwände in Beschlag nimmt, die H&M&Lana del Rey freigelassen haben) wären demnach kontraproduktiv.

Denn statt abzuschrecken, in dem sie alkoholbedingtes Fehlverhalten benennen, argumentiert Kate Fox, stärken sie den Mythos, dieses Fehlverhalten sei alkoholbedingt.

Damit wirken sie womöglich einladend: Wer mal richtig die Sau rauslassen will, findet im Alkohol eine gesellschaftlich akzeptierte Entschuldigung dafür. Wenn Kate Fox Recht hat, dann mindern solche Kampagnen das Problem nicht, sondern verschärfen es.

[Mit Dank an die NovoArgumente-Redaktion]

»Oh, my God, you’re my totally fucking, like, favorite [slave]«, sagte Martha Washington, sagte Jen Kirkman, betrunken

Es gibt Ideen, die kann man gar nicht oft genug feiern. Zum Beispiel Derek Waters Videoserie »Drunk History«, in der Betrunkene ihre Lieblingsanekdoten aus der amerikanischen Geschichte erzählen und Schauspieler die erzählten Szenen parallel nachstellen.

Ein Mensch namens Eric Falconer erklärt nach acht Wodka-Cranberry, warum Benjamin Franklins Sohn ein Arsch war. Mark Gagliardi erzählt nach einer Flasche Scotch, wie Alexander Hamilton im 18. Jahrhundert per Handy seine Familie anrief. Und Jen Kirkman (s. Video oben) offenbart nach anderthalb Flaschen Wein, dass der Wortschatz von George Washingtons Ehefrau erstaunlich deckungsgleich war mit dem einer, na ja, betrunkenen 30-something im 21. Jahrhundert.

Da könnte man jetzt ins Nachdenken kommen: Inwieweit bestimmen die Persönlichkeiten (und die persönlichen Grenzen) von Historikern unsere Wahrnehmung der Vergangenheit? Wie belastbar sind vermeintlich historische Fakten? Wie stark wird »Geschichte« durch den Prozess der »Geschichtsschreibung« erzeugt und/oder verzerrt?

Oder man könnte sich sehr gut amüsieren.

[Wiederentdeckt via USIH // Ein Gespräch mit Derek Waters gibt es bei Sound of Young America]