Beste Spam-Betreffzeile der Woche:

Elton John shot dead in London

schreibt ein/e gewisse/r Mueller und bewirbt damit einen „Flirtclub for all the guys out there“.

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"Time Magazine" schreibt über Wachshitler-Enthauptung: Deutschland begeistert, Henryk M. Broder erst recht.

Habe ich was verpasst? So wie ich die viel diskutierte Enthauptung des Wachshitlers im Berliner Madame Tussaud’s durch Frank L. mitbekommen habe, war die Aktion ziemlich umstritten. Oder zumindest: Es war nicht der nationale Konsens, Frank L. jetzt total super zu finden.

Stefanie Kirchner schreibt nun in der aktuellen Ausgabe des amerikanischen Time Magazine das Gegenteil:

Last Saturday, though, a moment of vandalism turned Frank L. into something of a national hero, mentioned by some in the same breath as the legendary Claus Schenk Graf von Stauffenberg, who led a failed assassination attempt against Hitler in 1944. Frank L. accomplished his extraordinary rise from obscurity to national celebrity through a simple act of decapitation.

(Hervorhebung nachträglich eingefügt)

Nationalheld? Nationale Bekanntheit: ja. Aber Held? Es geht noch weiter:

Weiterlesen „"Time Magazine" schreibt über Wachshitler-Enthauptung: Deutschland begeistert, Henryk M. Broder erst recht.“

Die Leute wollen über Zeitschriftentitel diskutieren.

Interessantes Hobby. Erst wurde denen beim Dummy Magazin die Bude dafür eingerannt, dass sie ihr nächstes Heft „Neger“ nennen wollten (ich finde: zu recht). Jetzt ist man bei jetzt.de in heller Aufruhr darüber, dass man ein feministisches Pop-Magazin Missy nennen wollen kann (eindeutig: zu unrecht).

Hoffentlich führt das jetzt nicht dazu, dass demnächst das Verfahren der Benennung von Dingen und Zuständen anhand von Erhebungen der Publikumsmeinung wieder in großem Stil reaktiviert wird.

Sie wissen schon, alle schreiben ihren Vorschlag auf einen Zettel und werfen ihn in einen Kasten, und am Ende kommt dabei heraus, das sitt das Pendant zu satt ist, und dass hässliche Maskottchen Trix und Flix heißen sollten.

Und damit ist dann ja niemandem geholfen.

Stadtfest-Gonzo: Reportage von den Hamburg Harley Days. Erschienen bei Zuenders.

Rocker-Opa

Abb.: Rocker-Opa auf den Harley Days. © Anne Ackermann für zuender

Es ist ja schon ein bisschen kurios: Landaus, landein lassen Eltern, deren Erziehungskonzept keinen Platz für Zinnsoldaten und Platzpatronen lässt (zum Beispiel meine), ihre Kinder zum Poffertjes-Essen und Kettenkarusselfahren aufs Schützenfest. Dass der Anlass für solche Feste kollegiales Rumballern und Besoffensein ist, fällt ja kaum auf. Stattdessen: Ein bisschen Folklore, gute Stimmung und viel gefühlte Harmlosigkeit.

Einen ähnlichen Eindruck machten auf mich am Wochenende die Hamburg Harley Days auf dem Heiligengeistfeld. Von dem martialisch/übermaskulinen Lifestyle, den Harley-Fahren in der öffentlichen Wahrnehmung mal darstellte, war hier nichts mehr zu sehen. Nur noch ein paar imposante Bikes, ein paar imposante Bärte, ein paar imposante Bäuche und vereinzelte Totenkopf-Aufnäher. Aber: keine Gefahr. Die Hamburg Harley Days waren vor allem eins: ein echt nettes Stadtfest. Und auch die Biker, mit denen ich dort sprach, waren vor allem eins: echt nett.

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