Ein fünfminütiges Plädoyer für Mathcore:

Start-Up-Idee: Radiostation gründen, „Axis of Awesome“ einkaufen, alle Titel live einspielen und GEMA-Gebühren sparen. Oder macht das Radio Hamburg schon so?

Vgl.

[via Bettmenschblog / Joaquins Musikblog]

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Mist, ich glaub, ich mag jetzt Metal… Erste Begegnung mit Tyranny und The Number 12 Looks Like You

Vorhin zufällig im Netz entdeckt: The Number 12 Looks Like You. Ich würde ja tippen: Postcore. Las irgendwo aber auch Mathcore. Was offenbar ein Subgenre des Sammelbegriffs Postcore ist. Einigen wir uns auch Kompositon-„Core“-Musik. Jedenfalls: toll, toll, toll. Hier (am besten nicht auf’s Video achten, das lenkt nur ab):

Die erste Assoziation beim Auto-Abgleich mit meiner Popkonsumbiografie ist Blood Brothers, die ich zwei- oder dreimal live gesehen habe, aber nie wirklich auf Tonträger anhörte. Vielleicht war ich zu jung. Das hier klingt jedenfalls super. Und ist beim dritten Mal Hören immer noch frisch und unverbraucht. Toll, toll, toll.

Neulich unterhielt ich mich mit einem sympathischen Menschen, der erzählte, dass er bei der Arbeit im Newsroom ganz gerne Doom-Metal höre. Ich kenne Metal ja nur aus dem bezaubernden Dokumentarfilm „Full Metal Village“. Und von den jungen Männern aus der Heimatkleinstadt, die bei einer gemeinsamen Gartenveranstaltung den geliehenen Grill meines Vaters demontierten und damit meine Lust noch weiter schmälerten mich mit ihrer Jugendkultur auseinanderzusetzen, die mir ohnehin machistisch, verklemmt, potentiell reaktionär und schlecht frisiert erschien.

Folgerichtig war, wenn andere sagten, sie hörten „Alles, einmal quer durch den Gemüsegarten“, oder „Alles, außer Techno“, meine Antwort auf das „Und du so?“ stets „Alles, außer Metal“. (Allein schon, sich darüber streiten zu müssen, ob eine bestimmte Band jetzt eher als Speedmetal, Trashmetal, oder Metalcore zu verorten sei — idiotisch!)

Ein schwerer Fehler, wie sich jetzt rausstellt. Als ich in dem bereits erwähnten Gespräch von neulich sagte, ich fände es strebermäßig, dass es beim Metal offenkundig darum geht, wer sich am längsten nicht die Haare schneidet und wer am häufigsten Gitarrespielen übt, und Musik von besser frisierten Menschen mit weniger Gitarrenskills (frühe Tocotronic, The 5.6.7.8’s) ja wohl geiler sei, keulte mich der kluge Doom-Metal-Hörer mit dem Authentizitätsvorwurf um.

Darauf konnte ich nichts mehr antworten. Und nahm mir vor, die von ihm empfohlene Band Tyranny mal anzuhören. (Interessant! Die englischsprachige Wikipedia verzeichnet diverse Alben und sogar einen Sternenzerstörer namens Tyranny, nicht aber die Band!) Freundlicherweise haben sie eine MySpace-Seite:

Zu meinem eigenen Erstaunen finde ich Tyranny sehr hörbar. Vielleicht nicht unbedingt emanzipatorisch („Salvation Takes Like Lead“: rassistisch?! Mindestens: saudumm), enthemmt, progressiv und gut gestylt, aber: sehr hörbar. Der Zufallsfund The Number 12 Looks Like You macht aber noch mehr Spaß.

Jetzt erstmal: Nochmal die Blood-Brothers-Sachen anhören. Dann: In Hamburg einen Plattenladen finden, der Tyranny und The Number 12 Looks Like You verkauft (und in den ich mich reintraue). Und dann: Trotz der neuen Lieblingsmusik auf keinen Fall Haare-wachsen-lassen und hoffentlich nicht auf’s Wacken wollen. Man muss ja nicht gleich übertreiben.

Lieber wieder Melt! — das Line-Up sieht schon jetzt sehr gut aus.

Farewell, Vanity!

Offenbar macht die deutsche „Vanity Fair“ zu. Meldet Kress.de. Dabei hat doch gerade erst Konkurrent „Park Avenue“ das Handtuch geworfen! Blöde Krise.

Susi via Facebook: „Vanity…äh…Dings“, eine Zeitschrift für … hm, … man kann sie jedenfalls beim Frisör auslegen“ wird eingestellt ….. ähm, schade ..“

Ähnliches schreibt auch Sonja Pohlmann über das Ende des Magazins:

Vanity Fair sollte gleich vier Zeitschriften in einer sein. Mit einem People-Teil sollte Bunte und Gala Konkurrenz gemacht werden, mit einem politischen Agenda-Teil Stern und Spiegel, mit Mode und Beauty Vogue und Elle und mit einem Kultur-Teil den Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung. Doch haben die anderen Blätter jeweils für den einen Bereich so viele oder sogar mehr Mitarbeiter wie die Vanity Fair für alle vier. „Da kann das Ergebnis am Ende nur minderwertiger sein“, sagt [Ex-Tempo-Macher und Lead-Academy-Vorsitzender Markus] Peichl.


Let's shake hands:

Keine Ahnung was das PolitCamp09 ist, aber auf Drängen meiner Freundin habe ich mich eben angemeldet. Beträchtliche Teile der ZUENDER-Alumni werden dort auch antreten. Wir können alle im Kreis stehen und unsere Hände schütteln. Oder was man sonst eben so macht, auf dem PolitCamp09.

[Update:] Für alle, denen ich mich nicht persönlich vorstellen kann, habe ich mich nun der Konvention gefügt und eine gute versteckte „About Me“-Seite veröffentlicht, inkl. Mini-Bio und Phantombild.

DeLon zu M.I.A.: "You ain't representing for Sri Lanka, 'cause Sri Lanka wants peace and you want war"; "Fuck your terrorist group"str

Anlässlich der Grammy-Performance von M.I.A. brachte die New York Times gestern einen Artikel über die politischen Statements und unterstellte Tamil-Tigers-Sympathie der Rapperin. Ganz neu ist diese Auseinandersetzung nicht, 2007 führte die Zeile „Like PLO I don’t surrender“ zum MTV-Boykott des Songs „Galang“, M.I.A. selbst brachte die Zeile mit ihrem Einreiseverbot in die USA in Verbindung.

Erst durch den NYT-Artikel bin ich auf das Video des Rappers DeLon aufmerksam geworden, der die Kritik an M.I.A. etwas pointierter vorträgt — auf ihrem eigenen Beat:

[via]