"Abtreibung = Mord an Frauen" – Gibt es den rechten Feminismus?

TV-Moderatorin Elizabeth Hasselbeck (die konservative Stimme in der Frauen-Talksendung „The View“) spricht auf einer Wahlveranstaltung in Florida die einleitenden Worte vor dem Auftritt der Republikaner-Vizekandidatin Sarah Palin. Zitatschnipsel:

I have to thank the governor because she gave a speech about issues important to all women. She talked about equal pay for equal work, putting an end to honor killings, aiding women who are being exploited in the sex trade, and ending policies that sanction abortion of a country’s unborn daughters.

(Hervorhebung hinzugefügt)

Interessant, wie hier das Recht auf Schwangeschaftsabbruch (unumstritten wohl eines der wesentlichen Errungenschaften Anliegen der feministischen Bewegung) aus einer Position der Frauenrechte argumentierend angegriffen wird und abgeschafft werden soll.

Aha: Die Ablehnung der Abtreibung ist in USA nicht nur Sache der Mieslinge, sondern mindestens auch der Mieslinginnen… was dann wohl wieder ein großes Stück Kuchen für die Gleichberechtigung wäre.

Aber mal ernsthaft: in Deutschland hat Alice Schwarzer immer wieder darauf hingewiesen, dass Feminismus (auch wenn das hierzulande oft so wirkt) nicht per se „links“ sei. Zuletzt zum Beispiel in der Börne-Preis-Rede, als es um Stellvertreterpolitik ging. Aber kann von einem „rechten“ Feminismus gesprochen werden?

Vergleichen Sie dazu auch: Caryl Rivers Kommentar zu Ann Coulter, der Königin der konservativen Polemik: „The Right-Wing Feminist Success Story“. Weiterhin ist noch Tammy Bruce zu nennen (Bruce über Bruce: „openly gay, pro-choice, gun owning, pro-death penalty, voted-for-President Reagan progressive feminist“, anti-Hillary-Clinton, pro-Rudy-Giuliani, und, wie Hasselbeck, pro-Sarah-Palin).

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Geiler Werben dank Klempnern

Wenn für Duschen geworben wird, dann oft so, so, oder so. Nur konsequent also, wie ein Santitäraustatter in meiner Nachbarschaft sein Schaufenster gestaltet hat:

Er mache die Straßen unsicher, so wie die Außenwerbung des Unterwäschefabrikanten Palmers, rappte Dendemann einst über sich selbst. Soweit ich das beurteilen kann, ist es hier noch nicht zu vermehrten Verkehrsunfällen gekommen. Ach, Leute…

Online-Videos: Kein Geld. Keine Klicks. Aber Spaß. Oder wie?

Online-Videos waren eines der Themen, die gestern bei der „Besser Online„-Konferenz des Deutschen Journalisten-Verbandes diskutiert wurden. Der Workshop zum Thema verlor sich leider zu sehr zwischen den unterschiedlichen Hintergründen und Erwartungshaltungen seiner Teilnehmer. Während ein anwesender TV-Mann darauf bestand, dass Fotografen nicht über ausreichende Fähigkeiten verfügen, um (Online-) Videos zu drehen, fragte sich eine Teilnehmerin, wie man sich überhaupt längere Online-Videos anschauen wollen könne. Ein anderer Mensch im Publikum produzierte selbst Online-Videos und wollte mit den Damen und Herren auf dem Podium am liebsten über Videodateiformate streiten. Schwierig.

Hängen blieb, was ja ohnehin bekannt ist: Online-Videos sind der ganz heiße Scheiß. Journalistisch und ästhetisch entwickeln sich gerade neue Stilformen. Aber Online-Videos sind auch ein Problem für Verleger: sie sind, gemessen an den gängigen Währungen im Netz, ziemlich wertlos. Weder lassen sie sich wirklich zu Geld machen (Werbung vor oder während des Videos führt zu oft zum Abbruch), noch produzieren sie viele Klicks.

///Nach dem Seitenumbruch: Ein gutes Beispiel & offene Fragen.

Weiterlesen „Online-Videos: Kein Geld. Keine Klicks. Aber Spaß. Oder wie?“

Schade, dass du nicht da warst: Major Matt Mason USA im Lockengelöt

Abb. 1: Major Matt Mason USA, hier bei der Acapella-Zugabe. Die Bildqualität muss so. This is Antifolk!

Vielleicht 40 dicht gedrängte Leute, alle sehr gut aussehend und verliebt in Richtung der kleinen Bühne blickend, auf der ein Mann mit AC/DC-Shirt und Indianerhaar engagiert auf seine Gitarre einschrammelt und in ein Mikrofon singt, das wie ein Telefon klingt. Die Texte handeln davon, dass die Welt auch ohne Nachtsichtgerät grün ist und dass einen Stern-Tattoos noch lange nicht zum Sheriff machen. Umringt wird der Vortragende von künstlerischem Krimskrams der leuchtet und pendelt, das Bier und die Bionade kosten einen Euro, der Eintritt zwei. Einen Refrain singen alle mit, indem sie Hundestimmen nachmachen (allerdings auf Amerikanisch, also „ruff“ und nicht „wau“). Der Vortragende berichtet von seinen Schwierigkeiten, in Bremen einen Schal zu kaufen. Also kriegt er in Hamburg von einem jungen Herrn im Publikum einen geschenkt.

Man könnte auch sagen: Als Major Matt Mason USA heute abend im Lockengelöt auftrat, war die Welt gefühlte 45 Minuten lang äußerst in Ordnung. Es kommen eben nicht nur Finanzmarktkrisen aus New York, sondern auch echt schöner Antifolk. Hier gibt’s mehr von der Sorte.

Morgen geht’s weiter in Berlin, dann Osten, dann Süden, dann Frankreich. Alle Infos und massig Songbeispiele hat sein MySpace. (Seid gewarnt – ich war gerade ein bisschen enttäuscht von der 7″, die ich im Anschluss an das Konzert erstanden habe. Live klingt das viel besser weil etwas schlechter.)


Abb. 2: Für heute die charmanteste Live-Venue der Stadt: Das Lockengelöt in der Wohlwillstraße, St. Pauli.

Kreidler gegen GEMA: Der Papierkriegserklärung folgte die Tat.

Erst war ich ein bisschen skeptisch, als Johannes Kreidler beim zuender-Interview meine Frage, wieviele Druckerpatronen man verschleißt, wenn man 72.000 GEMA-Formulare  ausdruckt, nicht beantworten wollte. Ein Fake? Nö. Freitag machte er ernst.

Neues Album von "Sport": deutsch singen ist ab sofort wieder verboten.

Abb: Das neue Album von „Sport“. Wahrscheinlich irgendwie ironisch gemeint. I don’t get it.

Lang nicht mehr vorgekommen, dass ich das Anhören einer erwarteten Platte nach dem ersten Lied abgebrochen habe. Aber liebe Gruppe Sport, der Opener eues neuen Album, ey, herzlichen Glückwunsch. Dafür gibt’s Airplay auf Delta Radio. Und mit ein bisschen Glück spielt ihr bald als Vorband von Revolverheld.