Hardcore Voyeurismus: Innenarchitektur in Amateur-Pornos

Abb: Innenarchitektur in Amateur-Pornos. Klickste drauf, kommt noch mehr. (© zuender)

Neu beim Netzmagazin Zuender: Aus Fotos und Video-Stills von Amateur-Porno-Websites hat unser Grafiker Norbert das Fleisch entfernt, um den Blick aufs Drumherum frei zu machen. Und die Innenarchitektin Katja Soppe war so gut, das ganze kritisch zu kommentieren.

Seit heute online: Unsere Bildergalerie zum Thema „Innenarchitektur in Amateur-Pornos“.

Thumb Around! Pen-Spinning ist geiler als Sommerloch.

Ich muss, glaube ich, aufpassen, dass dieses Blog nicht zur Kuriositätendeponie wird für alles, was bei uns im Büro über den Verteiler geht*. Aber: das hier liegt so haargenau an der Schnittstelle aus Reportagejournalismus, globalisierter Jugendkultur, „Sch“-Laut-Dialekten und gelungener Typographie (nicht!), dass es falsch wäre, dieses Video nicht zu posten:

Polylux, dieses Thema habt ihr verpasst!

*wer hasst sonst noch, dass deutsche Blogger immer total selbstreferenziell sind und nie gute Einstiege wählen?

[Update, 18.12.] Heute wird die letzte Polylux-Folge vor der Einstellung der Sendung gezeigt. Die taz hat einen gemeinen Artikel dazu veröffentlicht.

[Danke an Carsten für den Hinweis!]

HipHop feat./vs. Barack Obama: Kleiner Zuender-Themenschwerpunkt

Auf dem Zuender brechen wir heute das Three Strike Law in punkto Barack Obama & HipHop:

  1. Barack Obamas HipHop-Dilemma: Immer mehr Rapper mischen sich in den USA in den Wahlkampf ein. Barack Obama profitiert von dem Support – und leidet darunter.
  2. „Obama lost me“: Unter Präsident Obama werde für schwarze Amerikaner alles schlechter, sagt HipHop-Aktivist Troy Nkrumah. Ein Interview.
  3. Von „Fight The Power“ zu „Yes We Can“: Früher war politischer Rap gegen das System. Heute ist er immer häufiger Wahlkampfwerbung. Fünf Videos aus 20 Jahren HipHop.

Viel Vergnügen!

"39,90"-Verfilmung: Warum liest Octave die deutsche Vanity Fair?

Die Verfilmung von Frédéric Beigbeders 99 Francs (auf deutsch: 39,90) hinterlässt seine Betrachter mit vielen Fragen. Ich stelle mir vor allem diese: der Portagonist, ein französischer Werber namens Octave, entnimmt seine Mode-Tipps in der deutschen Sprachfassung des Filmes der „italienischen Vogue und deutschen Vanity Fair“ (Emphasis added) — habe ich das richtig verstanden?

In der Romanvorlage stand das so ganz sicher nicht — als die erschien gab es den deutschen Ableger dieses Magazins nämlich noch gar nicht. Entweder hier war ein wohl meinender Übersetzer am Werk (der offenbar die internationale Bedeutung der deutschen Vanity Fair überschätzt), oder es ist dem Verlag Condé Nast gelungen, Product Placement in die deutsche Übersetzung des Werbe-kritischen Filmes zu schummeln. Subversion an der Subversion — wäre ja nicht das erste Mal.

49% Jugendschutz, 51% Kaufanreiz: Stacey Dash und ein weißes Blatt Papier auf dem Titel des King Magazine

Auslage eines Kiosks entlang der Michigan Avenue in Chicago. Aufgenommen im Mai 2008.

Abb.: Auslage eines Kiosks entlang der Michigan Avenue in Chicago.

Ich hoffe diese Frage ist jetzt nicht zu philosophisch. Aber ist die gute Frau Dash wirklich angezogener, wenn ihr Körper durch ein knappes Stück Papier bedeckt wird, anstatt durch einen Bikini? Ist das Jugendschutz? Oder ist das Kaufanreizförderung? Auffallen tut das Cover auf diese Weise jedenfalls noch besser. Wieder was gelernt: Weniger ist mehr.

(Bild aus meinem Archiv, aufgenommen im Mai 2008. Die unzensierte Fassung des Covers hat das Flypaper Blog.)

Gute Zeitschriften (1): "Titty City", das Schmuddelheft an der Digi-Front

Abb. 1: Titelseite der dritten Ausgabe von „Titty City“.

Heute ist mein Ansichtsexemplar des Titty City Magazins eingetroffen. Titty City ist ein kleines, handkopiertes A5er-Heft aus San Francisco, dessen Macher sich komplett auf das Abdrucken von Fotos der weiblichen Brust beschränken. Darüber hinaus gibt’s in dem Heft gar nichts zu sehen. Auch keinen Text.

Ich bin auf Titty City aufmerksam geworden, als ich mich neulich fragte, wie es wohl um den Status Quo der Fanzine-Szene bestellt ist. Seitdem ich das letzte mal selbst an einem Fanzine beteiligt war, ist ein halbes Jahrzehnt vergangen. Die Hefte, die ich früher gerne las, haben heute entweder den Sprung an den Kiosk hinter sich, oder existieren nur noch als Blog. Eine gängige These war vor einigen Jahren auch entsprechend, dass langfristig Blogs die Fanzines ersetzen würden, auf Grund der offensichtlichen Vorteile (Farbe! Multimedialität! Reichweite! Aktualität! Vernetzung! Kostenfaktor!).

Klang plausibel. Allein: Diese These ist zu absolut. Genauso zu absolut, wie die Annahme zu absolut ist, dass die „alten Medien“ insgesamt von den „neuen Medien“ abgelöst werden würden. Anders als bei den „alten“ und „neuen“ Medien und den Diskussionen um Wirtschaftlichkeit im digitalen Zeitalter, geht es bei Fanzines kaum um Geld und praktische Erwägungen – sondern vor allem um Leidenschaft. Und da tun sich durch das Internet zunächst einmal neue Chancen auf.

(Mehr Titten und Thesen nach dem Seitenumbruch!)

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