Yeah, Yeah, Yeah!

Was wichtig wird, steht im ZEITmagazin: Das erste ZEIT CAMPUS Festival am 18. September im Mojo Club auf St. Pauli. Mit den Bands Fuck Art, Let’s Dance!, Trümmer (einziges Konzert des Jahres!) sowie Mavi Phoenix.

Special Guests: Ilgen-Nur  & Dave Doughman (St. Pauli Music School). Artwork von Sac Magique.

Maximale Vorfreude!

 

 

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Jon Hopkins – Emerald Rush (Video)

Geil: Der Typ heißt fast wie eine Uni (Jon Hopkins), sein neues Album wie ein Buch von Ray Kurzweil (Singularity) und er macht verspulte, poppige, etwas pathetische elektronische Musik. Alle Nerds auf die Tanzfläche!

(Das Album erscheint am 8. Mai bei Domino.)

Ist das Supreme-Meme das neue Run-DMC-Meme?

Kein Mensch braucht zwei rote Balken für seine Sticker. Einer reicht.

Kann schon sein, dass Supreme sterben muss, aber zumindest hindert das einige Leute nicht daran, noch schnell das Logo des Labels zu klauen.

Zuerst sah ich es vor einige Monaten, als ich mir Trettmanns fantastische neue Platte im Online-Shop des Sängers bestellte und aus dem Päckchen ein paar Sticker rieselten, in denen Trettmanns Name im Supreme-Logo-Design gesetzt war (siehe hier).

Dann klebte »Clubratten« im Supreme-Design an Türrahmen und anderen Stellen beim Rundgang der HGB Leipzig vor zwei Wochen (siehen oben). Und zuletzt fand ich an der Mülltonne meines Vertrauens in Hamburg-Altona das hier:

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Wann ist ein Meme ein Meme?

Ein E-Mail-Austausch über Sticker, Memes, Originalität und Run-DMC

Etwa ab 2014, vor allem aber in den beiden Folgejahren, tauchten in Hamburg, Berlin und anderen deutschen Städten Sticker auf, die alle sehr ähnlich gestaltet waren: An Ampelpfosten und auf Bauzäunen klebten schwarze Quadrate, auf die mit weißer, serifenloser Schrift in der Regel sechs Buchstaben in zwei Zeilen gedruckt waren, eingefasst in einem roten Balken oben und einem roten Balken unten: »FCK SPD«, »FCK NZS«, »FCK CPS«.

Anfangs war es leicht, die Bedeutung dieser minimal variierten Schriftzüge zu entschlüsseln. »FCK SPD« steht für »Fuck SPD« und wurde zum Emblem des Protests gegen die Flüchtlingspolitik des Hamburger SPD-Senats. Ähnlich zu verstehen sind »FCK NZS« (»Fuck Nazis«), »FCK CPS« (»Fuck Cops«), »FCK PGDA« (»Fuck Pediga«), usw.

Schwieriger bis gar nicht zu beantworten war die Frage, wieso diese Sticker sich in ihrer Gestaltung ausgerechnet am Logo der New Yorker Rap-Gruppe Run-DMC orientierten, und warum die Ausbreitung in kurzem Zeitraum stark zugenommen hatte. Run-DMC hatten sich im Jahr 2002 aufgelöst, es standen auch keine Jubiläen oder Neuveröffentlichungen an, die das plötzliche Wiederaufkommen des Bandlogos erklärt hätten.

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Leute singen über Telefone

… sie haben Angst davor wie’s weitergeht und vorm Alleinesein.

»Kein Netz, kein Netz, kein Teil dieser Welt«, singt Rola in ihrem gerade veröffentlichten Song Akku leer: »Was ist, wenn mich keiner mehr sucht, keiner mehr sucht, ey. Gehöre ich offline noch dazu?«

Das hat Tradition. Denn das Smartphone ist im Vokabular des Pop zur Chiffre für soziale Unsicherheiten und Selbstzweifel geworden. Für Einsamkeit und Kontaktverlust, oder zumindest die Angst davor.

Wunderbar zum Beispiel schon bei Mila (2006) von den Goldenen Zitronen: »Eine aufgeladene Prepaid-Karte macht noch keinen eingeladenen Freundeskreis«. Prepaid-Karten benutzen heute höchstens noch Dealer (apropos: Trap Phone!), aber das Bild funktioniert noch immer: Du hast ein Smartphone. Du hast eine Flat. Du hast Akku. Aber connected bist du deshalb nocht nicht.

Oder – ganz ähnlich wie bei Rola, nur noch elender – in Akku (2016) von Haiyti & KitschKrieg: »Immer ist der Akku leer, wie soll mich jemand finden?« Was bei der Frage immer mitklingt, ist das, was Rola in ihrem Song ausformuliert: Sucht mich überhaupt jemand? Kümmert überhaupt irgendwen meine Existenz?

Keiner der neuen Handy-Songs fängt das Verlorensein in der Gegenwart aber so treffend ein wie der beste von ihnen, Combination Pizza Hut and Taco Bell (2010) von Das Racist. Er zeigt: Mitten in der Konsumhölle hilft dir auch kein Handy mehr. Selbst wenn du weißt, dass Freunde auf dem Weg sind und dich suchen: Du bist verloren im Foodcourt-Fegefeuer.

P.S.: Ring, ring. Ah, hallo Jochen. Ja, sorry. Ich stell dich kurz auf laut ja? Also: Der Untertitel dieses Postings ist bei Blumfeld geklaut.

Lindenbergismus

Kurze Begriffsdefinition vorweg: Der Lindenbergismus ist keine Ideologie, sondern ein ästhetischer Effekt. Oder, halt, noch mal neu! Der Lindenbergismus ist keine Ideologie, sondern eine Udo-logie. Haha! Ähem.

Jedenfalls: Dass vor etwa zwei Jahren Udo Lindenberg auf einmal wieder in aller Munde und ein positiver Bezugspunkt jüngerer Kulturschaffender war, hat mich überrascht. Jan Delay mochte Udo, das wusste man (»immer auf der Hut, Udo darunter«, etc.). Max Herre mochte Udo, das war ebenfalls verbrieft (»ansonsten gab’s für uns nur Udo«, etc.). Ansonsten, so war mein Eindruck, herrschte stillschweigendes Einvernehmen, den Altrocker (Eben! Schon dieses Wort: Altrocker!) panne zu finden. Zumindest bis circa 2016.

Denn dann mochte auf einmal Benjamin von Stuckrad-Barre öffentlich und offensiv Udo (und machte ihn zum wichtigsten Nebendarsteller in seiner Autobiografie Panikherz) und wer Stuckrad-Barre mochte, mochte Udo auch. Das waren nicht wenige. Der Linderbergismus grassierte. Aus uncool wurde cool, oder so ähnlich.

2018 zieht der Lindenbergismus weitere Kreise: Hamburgs, nein, Deutschlands HipHop-, nein, Pop-Hoffnung Haiyti (ich folge hier der Einschätzung des geschätzten Kollegen Haas und der vielen, die bei ihm abschreiben) wollte, wie man hört, Lindenberg für ein Feature auf ihrer gerade erschienenden Platte Montenegro Zero gewinnen. Das hat nicht geklappt, aber einer der besten Songs auf dem Album, American Dream, ist auch ohne Udo purer Lindenbergismus.

Und dann spült YouTube plötzlich dieses zwanzig Jahre alte Video von Bernd Begemann an und ich frage mich beim Anschauen: Klingt der da etwa auch wie Udo Lindenberg (wenn er spricht, nicht wenn er singt)? Kommt mir das nur so vor? Werde ich paranoid?