»Vampires of the Silicon Valley«

US-Arzneimittelbehörde warnt: Blut trinken macht gar nicht unsterblich

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Es ist 2019 und die Grenze zwischen Realität und Fiktion ist porös: Computer werden intelligent wie HAL 9000, in den Straßen deutscher Städte gehen Cyborgs spazieren und unweit des Silicon Valleys wurden sogar Vampire gesichtet.

Es ist eine zunehmende – und weitgehend unregulierte – Einwanderung fantastischer Figuren in die außerliterarische Wirklichkeit festzustellen. Und niemand tut was dagegen! OK, fast niemand. Denn im Fall der Vampire schaltete sich jetzt die Food and Drug Administration (FDA) ein, die amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittelsicherheit.

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Macht die Uni unglücklich?

Kurze Antwort: unklar. Es gibt Leute (z.B. neurotische Intellektuelle, Landlust-Infizierte), die behaupten, ungebildete Menschen seien glücklicher. Da könnte was dran sein, schreibt der Guardian unter Berufung auf die Forschung von Paul Dolan, Psychologie-Professor an der London School of Economics:

In fact, his data suggests, pursuing education beyond the age of 18 is unlikely to make much positive difference to the pleasure or sense of purpose you experience in life: on average, after secondary school, „happiness decreases as education increases“.

Wobei damit längst nicht gesagt ist, dass ein Studium unglücklich macht:

[I]t could be that gloomier people are more prone to doing university degrees, rather than that degrees make people gloomy.

Unzufrieden zu sein mit sich selbst, den Status Quo von Welt und Gesellschaft so nicht hinzunehmen, sondern ihn zu hinterfragen und ändern zu wollen — das ist immerhin eine starke Motivation für ein Studium, für Forschung, für Fortschritt.

Den vollständigen Artikel gibt es hier.

Happy New Year!

Please drink responsibly. Oder gleich Gin-Tonic ohne Alkohol.

1751 veröffentlichte der englische Maler William Hogarth seinen Druck „Beer Street and Gin Lane“, der vor den Gefahren des neumodischen Gintrinkens warnte. (Die Bildausschnitte in diesem Blog-Eintrag habe ich von Wikipedia gemopst.)

Damit kein Zweifel daran aufkam, wie schädlich das Gintrinken für das Gemeinwohl ist, fügte Hogarth seinem Druck ein drastisches Detail hinzu: Eine Mutter, der beim Stillen das Baby aus den Armen flutscht und in einen Abgrund stürzt. In ihrem Gin-Suff merkt die Frau das noch nicht mal.

Mit seinem nicht unbedingt subtilen Werk hatte Hogarth Erfolg: Im selben Jahr, in dem sein Druck erschien, verabschiedete das britische Parlament den „Gin Act“, der durch hohe Abgaben den Gin unattraktiver machen sollte. Schließlich waren es vor allem Arme und Arbeiter, die sich des ungeziemten Ginkonsums verdächtig machten. Die sollten halt mehr Tee trinken! Oder, wie William Hogarth in seinem Druck vorschlug: mehr Bier.

(Inzwischen wissen wir: Bier ist keine optimale Alternative in der Schwangerschaft und Stillzeit.)

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Leute mit Handys (3)

„Könnte ich hier kurz mein Handy aufladen?“ ist das neue „Könnte ich hier kurz aufs Klo?“

Bald werden Cafés und Kneipen Zettel in ihre Eingangstüren hängen: „Strom nur für Kunden“, oder „Steckdosennutzung 50 Cent“.

Apps und Websites werden dann Listen „ladefreundlicher Einrichtungen“ veröffentlichen, mit Hilfe derer sich Bedürftige im öffentlichen Raum zurecht finden. Eine geniale Start-up-Idee, fast grenzenlos skalierbar.

Doch was hilft mir das jetzt, wo mein Akku schon tot ist?

Leute mit Handys (2)

Der Stream fließt nicht — er stockt. Wisch, Stop. Kuck, Nö. Wisch, Stop. Kuck, Nö. Wisch, Stop. Kuck, Ah!, Herz. Wisch, Stop. Kuck, Nö. Und so weiter.

Freunde performen für Fotos ein erfülltes Leben, andere Freunde bewerten das, Herz oder kein Herz. 

(Als Maßstab werden immer wieder Fotos eingefeeded, auf denen professionelle Models und Schauspieler dasselbe tun.)

Doch so wie die Herzchen-Richter da sitzen, zusammengekrümmt über ihren Bildschirmtelefonen, mit einer Mischung aus Blasiertheit und Langeweile abarbeitend, was der Feed ihnen anspült — Wisch, Stop. Kuck, Nö, Wisch — fragt man sich, was daran Spaß machen soll.

Lifestyle-Juror auf Instagram: Einer der shittiesten Bullshitjob des frühen 21. Jahrhunderts (man wird ja noch nicht mal dafür bezahlt).

Leute mit Handys

Noch vor wenigen Jahren hielten sich die Menschen ihre Mobiltelefone ausnahmslos ans Ohr, sie wollten hören. Heute halten sich viele die Handys vor den Mund, sie wollen gehört werden. Symptomatisch? Für was?

Es begründet auch niemand mehr seinen Handybesitz damit, er wolle erreichbar sein. Eher ist inzwischen Konsens, dass die ständige Erreichbarkeit einen Nachteil darstellt, den man aber gerne in Kauf nimmt. Für was?

In Ottensen riecht es muffig

In Ottensen riecht es muffig. So, als hätten die Menschen des Viertels sich verabredet, alle zeitgleich ihre Keller- und Dachbodentüren aufzureißen. Und all das an die frische Luft zu lassen, was bisher im Dunklen, Feuchten, Abgeschiedenen vor sich hinmoderte und Staub sammelte.

Halt, wozu der Konjunktiv? Exakt das ist passiert! Es ist der Altonale-Flohmarkt am Platz der Republik. Massen an Menschen drängen sich durch noch größere Massen an Babykleidern, Büchern und dekorativen Kerzenständern aus Messing. Eine gewisse Nostalgie erfasst mich beim Anblick der professionellen Händlern mit Quadratmetern voller Compact Discs und Digital Versatile Discs.

Datenträger, die Ende des 20. Jahrhunderts Fortschritt versprachen, ehe man Anfang des 21. beschloss, dass Fortschritt noch besser ganz ohne Datenträger geht. Warten wir noch 20 Jahre, dann werden die Leute hier Spotify- und Netflix-Gutscheine verhökern.

Muffig wird es dann immer noch riechen. Die Babykleider, Bücher und dekorativen Kerzenständer werden so schnell nicht aussterben.