Street-Art-Sticker in Köln-Ehrenfeld

Entlang der Venloer Straße lebt und gedeiht das Supreme-Meme …

Werbeanzeigen

Meine Mutmaßung, das Supreme-Meme könnte das Run-DMC-Meme ablösen, hat sich nicht bewahrheitet.  Das Run-DMC-Meme ist mittlerweile sogar auf Wahlplakaten zu sehen und wird auf der Re:publica diskutiert. Das Supreme-Meme klebt derweil immer noch in dunklen Straßenecken, in denen es nicht selten nach Pipi riecht. Glanz und Elend des subversiven Logodesigns …

Aber immerhin: In keiner Stadt habe ich bisher so viele Remixe, Aneignungen und Verballhornungen des Supreme-Logos auf Stickern gesehen, wie am vergangenen Wochenende in Köln. Oder genauer: Entlang der Venloer Straße in Köln-Ehrenfeld, auf den gut zwei Kilometern zwischen der Ditib-Zentralmoschee und der Kaffeerösterei Schamong.

Im Layout des Logos der Streetwear-Marke klebten da an Straßenschildern, Türrahmen und Mauern die Schriftzüge »Made In«, »#cheatday« und noch eine Handvoll andere, die ich inzwischen wieder vergessen habe. Es dauerte ein bisschen, bis ich die Sticker endlich zu fotografieren begann. Ein paar konnte ich einfangen und präsentiere hier mit dem Stolz des verstädterten Schmetterlingssammlers die Supreme-Logo-Aneignungen von Reth One, Defekt TM, Sikerem und Minha Galera:

WeiterlesenStreet-Art-Sticker in Köln-Ehrenfeld

Neo-Nazis und das Run-DMC-Meme

Frage: Warum tragen deutsche Neo-Nazis auf ihren, ähem, »T-Hemden« das Logo der afrikanisch-amerikanischen Rap-Gruppe Run-DMC?

Antwort:

Lorenz Grünewald-Schukalla und Georg Fischer sprachen bei der Re:publica über den aktuellen Stand ihrer Sammlung des Run-DMC-Meme, ein paar Fotos in der Präsentation habe ich beigesteuert.

Meine Notizen zur Vorgeschichte: 1, 2, 3, 4.

Kritik der Sozialen Medien, ca. 1912:

Dieser Tollheit kann ich in Worten schwer beikommen. Es gibt in [Deutschland] kein Haus, wo nicht täglich ein Bote hinkommt, der Briefe bringt. Was schreiben aber die [Deutschen]? Was jeder von selbst weiß: »Ich bin hier und trinke«. »Ich komme morgen«, »der Wagen fährt«, »das Essen schmeckt«. Oder sie schicken Bilder, wie sie ein Trinkgefäß vor sich halten und ein dummes Gesicht machen. […] Ich will so sagen: Alles was sie tun und alles, was bewegt wird, schreiben sie nochmal.

— aus Hans Paasche: Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins Innerste Deutschlands, erstmals in Auszügen veröffentlicht 1912/1913 (hier im Volltext online).

10 Ideen, wie ihr Print hacken könnt

Spielen mit Magazindesign: Ein Auzug aus meiner Keynote auf dem Jugendmedienkongress 2019

Viele Printmagazine sehen gleich aus. Das muss nicht sein. ☝️ 10 Ideen, wie man Print hacken kann, habe ich am vergangenen Samstag in meiner Keynote auf dem Jugendmedienkongress 2019 in Hamburg vorgestellt. Alle mit Gestaltungsbeispielen von Magazinen, deren Redaktionen etwas anders machen als die meisten anderen.

Für alle, die das interessiert und die an der harten Tür der Jungen Presse Hamburg gescheitert sind (Leute über zwanzig waren im Publikum ziemlich streng verboten) gibt es hier meine Slides (ohne Ton-Spur):

Anfangs zeige ich vor allem Beispiele aus ZEIT CAMPUS (nicht, weil wir die Geilsten sind, sondern weil ich dieses Magazin als sein Chefredakteur besonders gut kenne).

Später auch andere Titel (weil sie die Geilsten sind), zum Beispiel The Last Magazine, mono.kultur, Magazine B, The California Sunday Magazine & Du.

Es gibt natürlich noch viele weitere Magazine, die nicht wie alle anderen aussehen. Aber ich durfte nur 20 Minuten reden …

❤️ an alle AutorInnen, FotografInnen und andere Menschen, deren Arbeit ich hier zeige, insbesondere an die Gestalterinnen von ZEIT CAMPUS: Artdirektorin Beate Pietrek, Grafikerin Beate Zollbrecht & Bildredakteurin Hedi Lusser.

Die Beispiele verdanke ich unter anderem Coffee Table Mags & Martina Kix & Daniel Erk & Indiemags / Indiecon. Merci!

Das Foto dieses Blog-Postings zeigt mich während eines Workshops im Anschluss an meine Keynote. Es wurde aufgenommen von Jonas Walzberg. Vielen Dank!

Stealing art for love

Stealing art for money, he says, is stupid. Money can be made with far less risk. But stealing for love, Breitwieser knows, is ecstatic.

Der Reporter Michael Finkel erzählt die Geschichte von Stéphane Breitwieser, einem notorischen Kunstdieb, der Werke von Dürer und Cranach dem Jüngeren aus Museen in verschiedenen europäischen Ländern stahl. Nicht, um sie zu verkaufen, sondern aus Liebe, wie er sagt.

Eine Love Story ohne Happy End: hier lesen.

[via Next Draft]

Heinrich-Mann-Preis für Danilo Scholz 

… hier sein schönster Beitrag für ZEIT CAMPUS (inkl. Cat Content)

Yeah! Danilo Scholz bekommt den Heinrich-Mann-Preis für Essayistik. Herzlichen Glückwunsch! 🥂

In der Begründung der Jury heißt es:

Danilo Scholz ist ein ebenso kenntnisreicher wie leichtfüßiger und witziger Intellektueller […]. Seine Verbindung von Wissenschaft und Feuilleton, die Nutzung unterschiedlichster Medien und Kanäle lassen eine neue intellektuelle Rolle erkennen.

Dass Danilo das letzte Mal für ZEIT CAMPUS geschrieben hat, ist schon etwas her (zuletzt erschienen seine Texte eher im Merkur).

Aber als wir für unsere Januar/Februar 2014-Ausgabe einen Autor suchten, der uns die Inflation der »Post«-Begriffe erklärt, und zwar innerhalb und außerhalb der Universität, also jemanden, der auf extrem wenig Platz genauso souverän über die »Postmoderne« wie über »Postdubstep« schreibt, da war klar, dass wir Danilo Scholz fragen müssen.

Und Danilo? Machte das. Ebenso kenntnisreich wie leichtfüßig und witzig. Hier der Beweis:

WeiterlesenHeinrich-Mann-Preis für Danilo Scholz 

Alle gegen Alle

Mein kleiner Überblick der Fehden (und Freundschaften) von Professoren

»Poser!« — »Zwölfjähriger!« Nein, Noam Chomsky und Slavoj Žižek werden wohl keine Freunde mehr. Für die aktuelle ZEIT CAMPUS habe ich eine kleine Übersicht der Fehden (und Freundschaften) von Professoren recherchiert. Erleben Sie dort: Feine Spitzen mit den Florett — und solche mit der Kettensäge.

Lars Weisbrod aus dem ZEIT-Feuilleton fordert passend dazu in seinem Essay mehr Streit in der Wissenschaft — und erklärt, was Denkerinnen und Denker dafür von dem Battle-Rap und der Renaissance-Malerei lernen können.

Die Beteiligten: Karl Heinz Bohrer, Judith Butler, Noam Chomsky, Detlev Claussen, Jürgen Habermas, Axel Honneth, Herfried Münkler, Richard David Precht, Peter Sloterdijk, Klaus Theweleit, Barbara Vinken, Harald Welzer, Slavoj Žižek.

WeiterlesenAlle gegen Alle