Apple Watch: Ein altmodisches Produkt

Die Apple Watch ist ein seltsames Statussymbol: Sie ist keine Investition, kein Erbstück zukünftiger Generationen (so wie es andere Uhrenhersteller von ihren Produkten behaupten), kein rares Vintage Piece. Die Apple Watch ist keineswegs exklusiv.

Eine Kollegin kam neulich aus San Francisco zurück, trug eine neue Apple Watch, und machte mich auf den demokratischen Gestus dieses Accessoires aufmerksam: Der CEO des Weltkonzerns trägt diesselbe Armbanduhr wie seine Assistentin. Der Top-Investor ist durch einen bloßen Blick auf sein Handgelenk nicht von seinem Praktikanten zu unterscheiden. Oder vom Barrista in der Kaffeefiliale nebenan.

Damit steht die Appel Watch in einer amerikanischen Tradition. WeiterlesenApple Watch: Ein altmodisches Produkt“

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Gegenwartskunde (2): Opis im Exil, selektiver Antisexismus & Christen

Es ist nicht immer leicht, ein deutscher Rassist zu sein. Jetzt schmeckt nicht mal mehr die Kinderschokolade. Nur konsequent also, dass einige von ihnen bereits das Land verlassen. So berichtet es der Bayerische Rundfunk (BR), demzufolge »immer mehr« Deutsche nach Ungarn auswandern, weil es dort kaum Flüchtlinge und eine rechte Regierung gebe. Eine tolle Geschichte, but I don’t buy it. Tatsächlich kommen im BR-Bericht nur ein paar Rentner vor, die angeben, ihren Alterssitz an den Plattensee verlegen zu wollen. Dorthin also, wo das Wetter besser, der Gulasch saftiger und der Obstler billiger ist (ganz zu schweigen von den Pflegekräften). Und dorthin, wo seit langem deutsche Touristen willkommen sind. Einen solchen Umzug als politischen Akt zu deklarieren, ist schon reichlich frech. Aber gut, es finden sich immer Leute (manchmal auch Journalisten), die einem die Wichtigtuerei abkaufen.

(Quelle: Report München, BR, zum Fernsehbericht)

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Eine Tram-Haltestelle in Berlin: Links wirbt ein Bikinihersteller mit dem Foto einer Frau im Bikini. Rechts wirbt der örtliche Nahverkehrsanbieter mit zwei Ledermännern (»Tageskarte. Bringt dich ans andere Ufer.«). Der Sticker »Sexistische Kackscheiße« klebt auf dem falschen Plakat.

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Wie christlich ist die AfD? Offenbar: nicht so christlich. Gefühlt öfter als jede andere Partei führt die AfD das Christentum im Munde. Schon in der Präambel ihres Parteiprogramms bekennt sich die Partei dazu, die »abendländische christliche Kultur […] dauerhaft erhalten« zu wollen. Doch laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) besucht das Spitzenpersonal der Partei kaum regelmäßig Gottesdienste. Der stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Gauland sagte der Zeitung sogar, das Christentum sei für ihn bloß »eine Metapher«. Ein bemerkenswerte Aussage – man stelle sich vor, ein führender Grüner würde sagen, dass ihm Ökologie kein echtes Anliegen sei, sondern halt nur so »eine Metapher«. Oder jemand von der SPD-Spitze würde selbiges über soziale Gerechtigkeit sagen. Die AfD-Wähler scheint es nicht zu stören: Im Westen wie im Osten seien überproportional viele von ihnen konfessionslos, meldet die FAS.

(Quelle: FAS, Link zum Gauland-Artikel und zum Christen-Artikel)

 

Zu lang für Twitter, zu kurz für ein eigenes Blog-Posting: Beobachtungen, Links und andere Fundstücke dieser Art sammle ich unregelmäßig unter der Überschrift »Gegenwartskunde«. Mein inhaltlicher Fokus liegt irgendwo zwischen (populärer) Kultur, Medien und Politik. Alle bisherigen Folgen der Gegenwartskunde gibt es hier, mehr über mich hier.

Gegenwartskunde (1): Superhelden, Lego-Waffen, Facebook vs. Frauen

Lassen sich politische Konflikte durch Superhelden lösen? Es scheint sich eine entsprechende Sehnsucht auszubreiten: Nachdem die aktivistischen Hacker von Anonymous die Guy-Fawkes-Maske aus der Comic-Verfilmung V for Vendetta zu ihrem Erkennungszeichen machten und die ethno-nationalistischen Identitären ihr Logo aus der Comic-Verfilmung 300 übernahmen, demonstrierten im vergangenen Monat Stahlarbeiter mit der Maske von Iron Man, bekannt aus dem gleichnamigen Comic und seinen Verfilmungen. Sie forderten unter anderem Strafzölle zur Abwehr von billigem Stahl aus China.

(Quelle: Die Welt, Link zum Artikel)

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Bei Lego herrscht keine heile Welt mehr. Forscher der Uni Canterbury haben nachgezählt und festgestellt: 30 Prozent aller Lego-Sets enthalten heute eine Waffe. Das war nicht immer so. Seit 1978 (Beginn des Untersuchungszeitraums) hat die Militarisierung demnach rapide zugenommen. Kein Problem, sagt Lego. Im Hamburger Abendblatt vom 24. Mai 2016 wird eine Sprecherin der Firma mit den Worten zitiert, »in einigen Lego-Welten gehe es um Konflikte, und die seien Teil des Alltags der Kinder«. Wie löst man Konflikte am besten? Eben: Mit Ninja-Schwertern und X-Wing-Fightern. Zumindest, wenn man gerade keine Superhelden zur Hand hat.

(Quelle: Hamburger Abendblatt, hier geht’s zur Studie)

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Facebook hat ein Problem mit Fotos von Frauenkörpern. Fotos, die nackte Frauen zeigen, werden von dem Konzern gelöscht. Vorgeblich geht es dabei um die Bekämpfung von Pornografie oder so, doch das ist Quatsch: Werbefotos für Pornos toleriert Facebook, solange keine Brustwarzen zu sehen sind. Kunst- oder Pressefotos hingegen werden vom Konzern entfernt, selbst wenn diese in Absicht, Inhalt und Kontext eindeutig nicht pornografisch sind. Das dürfte bekannt sein. Neu war für mich, dass Facebook in bestimmten Fällen auch Fotos von Frauenkörpern löscht, die der Konzern offenbar als zu dick empfindet – und zwar unabhängig von ihrer Bekleidung.

(Quelle: Spiegel Online, Link zum Artikel)

Zu lang für Twitter, zu kurz für ein eigenes Blog-Posting: Beobachtungen, Links und andere Fundstücke dieser Art sammle ich ab sofort unter der Überschrift »Gegenwartskunde«. Mein inhaltlicher Fokus liegt irgendwo zwischen (populärer) Kultur, Medien und Politik. Alle bisherigen Folgen der Gegenwartskunde gibt es hier, mehr über mich hier.