Buchtipp: »Uncanny Valley« von Anna Wiener

Uncanny Valley ist das mutmaßlich erste Buch über Start-ups im Silicon Valley, bei dem sich einem beim Lesen die Zehennägel hochklappen, aber es liegt nicht an dem Autoren oder der Autorin.

Anna Wiener erzählt hier die wahre Geschichte, wie sie ihre Ambitionen begrub, nach ihrem Studium im alten kulturellen Machtzentrum New York Fuß zu fassen (Verlage, Intellektuelle, Martinis, Sie wissen schon), und sich stattdessen dem neuen Machtzentrum San Francisco zuwandte (Venture Capital Funds, Tech Bros und, äh, Algen-Smoothies?).

Dies ist die Reportage einer Außenseiterin, die in das Innere eines Goldrausches gerät. Keine Anklageschrift, sondern eine Ethnografie der Gegenwart, geschrieben mit staunender, milde ironischer Distanz — und dadurch umso erhellender.

Wer in hundert Jahren eine Ahnung davon bekommen will, wie ein scheinbar harmloses Spiel den Überwachungskapitalismus gebar, einen ungelenken Jungen in Adiletten zum circa mächtigsten Mann der Welt machte und Internettrolle bis ins Weiße Haus beförderte, der wird zu diesem Buch greifen.

Selbstverständlich muss man nicht erst hundert Jahre dafür warten.

(Buchtipp für die »Freunde der ZEIT« und ihren neuen Newsletter »Was wir lesen«. Den Newsletter können Sie hier kostenlos abonnieren. Eine Leseprobe aus Uncanny Valley gibt es hier. Mehr zum Buch auf der Website des US-Verlags. Eine deutsche Übersetzung ist neulich erschienen.)

Was ist »So-Cal-ism«?

Kalifornien ist nicht nur ein Staat. Kalifornien ist eine Idee. Ein LebensgefĂĽhl! Manche seiner Kritiker sagten sogar: eine Ideologie.

Wortspiele, die den (unterstellten) liberalen Geist und den (unterstellten) krassen Materialismus des Landes auf die Schippe nehmen, sind inzwischen ein bisschen abgenudelt: Californication, zum Beispiel, die kalifornische Hurerei oder kalifornische Unzucht (»fornication«), die es erst als Song gab, dann als TV-Serie.

Neu ist das hier:

so-cal-ism

(Gefunden als Kommentar unter diesem kuriosen YouTube-Video.)

»So-Cal-ism« = »Südkalifornianismus«, nehme ich an. Ein Schmähbegriff aus offenbar rechter / konservativer Sicht gegen den Staat, der ja bekanntermaßen verhasst ist unter den Konservativen der USA.

Warum verhasst? Weil in Kalifornien (zumal in SĂĽdkalifornien) zwar der Kapitalismus gedeiht, aber eben auch ein Libertarismus, der neben dem Unternehmertum auch die Sexualmoral, den Drogenkonsum, usw. umfasst. Und weil Hollywood-Leute im Ruf stehen, das amerikanische Ă„quivalent der Salonkommunisten zu sein: limousine liberals. Oder: latte liberals.

Silicion-Valley-Typen mit wenigen Ausnahmen auch. AuĂźerdem ist Kalifornien einer der wenigen Staaten in den USA, in dem auch Republikaner Donald Trump kritisieren.

Aber »So-Cal-ism«: Ist das eine Begriffsschöpfung dieses ja offenbar ohnehin den Wortspielen zugeneigten YouTube-Kommentators? Oder ist das ein stehender Begriff, wie die kalifornische Ideologie, wie Californication?

Wer mehr weiĂź: Bitte melden.

Corona: Trump and the Virus

The pandamenic is an event in the natural history of our species, but it is also a political episode. Its trajectory is shaped by policy measures specific to particular governments. The fact that the United States is experiencing tremendous losses — that it has far more COVID-19 cases than any other country in the world — relates to a number of collective risk factors and preexisting conditions. The most notable one is to be found in the Oval Office. […]

The Administration, from its start, has waged war on science and expertise and on what Trump’s former adviser Steve Bannon called ‚the administrative state.‘ The results are all around us.

— David Remnick: The Politics of the Virus (The New Yorker, April 20, 2020)

Attentate als Mittel der US-AuĂźenpolitik

Haager Landkriegsordnung? Trump don’t care.

Since the Hague Convention of 1907, killing a foreign government official outside wartime has generally been barred by the Law of Armed Conflict. When the Trump Administration first announced the killing of [Qassem] Suleimani, officials declared that he had posed an »imminent« threat to Americans. Then, under questioning and criticism, the Administration changed its explanation, citing Suleimani’s role in an ongoing »series of attacks.« Eventually, President Trump abandoned the attempt at justification, tweeting that it didn’t »really matter,« because of Suleimani’s »horrible past.«

Mehr dazu in diesem Artikel des New Yorkers ĂĽber die Geschichte und Logik des Mordanschlags als Mittel der US-AuĂźenpolitik.

Präsident Gerald Ford (Amtszeit: 1974–1977) hatte einst verfügt, dass sich kein Regierungsmitarbeiter der USA an einem politischen Attentat (oder dessen Planung) beteiligen dürfe. Ronald Reagan (1981–1989) verschärfte die Regel noch, indem er das Wörtchen »politisch« aus der präsidialen Verfügung strich.

Adam Entous und Evan Osnos, die Autoren des New Yorker-Artikels schreiben: »the ban was never ironclad«, Ausnahmen waren also immer möglich. George W. Bush (2001–2009) agierte den beiden Journalisten zufolge noch skrupulös, was den Einsatz von Bombenanschlägen im Ausland anging, eröffnete nach den historisch beispiellosen Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 aber auch das Programm der Attentate mit Hilfe von unbemannten Drohnen.

Zum regulären Mittel der US-Außenpolitik wurde das Töten per Drohne dann unter Barack Obama (2009–2017). Die Zulässigkeit politischer Attentate im Ausland scheint eine der wenigen Überzeugungen zu sein, die Trump mit seinem Amtsvorgänger teilt.

(Ein Unterschied: Barack Obama hat meines Wissens keine hochrangigen Mitarbeiter ausländischer Regierungen töten lassen — und er begründete seine Attentate mit Prävention. Nicht, wie Trump im Fall Suleimani, mit Rache.)

Lesenswert zur Entgrenzung der Attentate unter Obama sind die Bücher Sudden Justice, eine investigative Recherche von Chris Woods (hier mein Interview mit dem Autoren) sowie Gezielte Tötung, ein eher theoretischer und stellenweise spekulativer Essay von Armin Krishnan (hier meine Rezension).

Donald Trump & der Â»Tribalismus«

Während europäische Zuschauer des Superbowls am Sonntag die Nacht zum Tag machen mussten, wurde das Trump-Impeachment diese Woche zu familienfreundlichen Uhrzeiten durchgeführt. Die Schlussplädoyers im Senat waren am Montagmittag zu hören, die abschließende Abstimmung am Mittwochnachmittag, durch die Zeitverschiebung war es bei uns sechs Stunden später, der Livestream lief also jeweils zur mitteleuropäischen Primetime.

Ich habe in den vergangenen Tagen ein paar Mal für ein paar halbe Stunden reingeschaut und staunte, dass es zeitweise so wirkte, als solle nicht der Präsident des Amtes enthoben werden, sondern die Mehrheit der Demokrat*innen im Repräsentant*innenhaus, die — so argumentierten die Trump-Anwälte — schlampig, voreingenommen, ja, im Grunde anti-demokratisch agiert hätten, als sie das Verfahren gegen Trump bemühten, das nun in dem von Republikaner*innen beherrschten Senat gelandet war.

So zum Beispiel Jay Sekulow, einer von Trumps Anwälten, am Montag:

Noch nie sei in einem Amtsenthebungsverfahren (beim Republikaner Nixon nicht, beim Demokraten Clinton nicht) von den Repräsentant*innen so geschlossen entsprechend der Parteizugehörigkeit abgestimmt worden: Demokrat*innen dafür, Republikaner*innen dagegen. Für die Trump-Verteidiger war das ein Zeichen, dass das Verfahren hanebüchen und allein von Parteiinteressen getrieben sei.

Weiterlesen „Donald Trump & der Â»Tribalismus«“

Sonntagmorgens in Harlem

Eine meiner Lieblingspopsongzeilen stammt aus Harlem, dem – wie mir strenge, popbeflissene Freunde einreden – mit seinen Streichern vielleicht etwas zu kitschig instrumentierten, ansonsten aber ganz fantastischen Song von Bill Withers aus dem Jahr 1971 (man kann ihn hier auf YouTube nachhören).

Bill Withers beschreibt dort das Leben in Harlem zu einer Zeit, als sich noch keine früheren US-Präsidenten mit ihren Büros in dem Stadtviertel niederließen, als es noch nicht mal Starbucks-Filialen gab, dafür herzlose Vermieter, betrügerische Prediger, viel Armut und jeden Sonntagmorgen ein besonderes Spektakel:

Sunday morning here in Harlem
now everybody’s all dressed up
the hip folks are getting home from the party
and the good folks just got up.

Das ist das vielleicht beste Beispiel fĂĽr Hemingways Eisbergmodell, das ich kenne: Gerade mal 26 Worte, die ein Bild entstehen lassen, das ich nicht mehr vergessen konnte.

26 Worte, die eine ganze Welt entstehen lassen. Man ahnt, welche Konflikte es hier gibt. Zwischen Nachbarn, aber auch in Familien, zwischen den Eltern (good folks), die noch ihrer Südstaaten-Frömmigkeit anhängen und den Kindern (hip folks), die darauf bestehen, dass es in der Großstadt doch gerade nicht darum geht, seine ländlichen Traditionen zu pflegen, sondern ums Sich-neu-erfinden.

Dass man Sonntagmorgens seine besten Kleider trägt, darauf können sie sich immerhin noch einigen.

Aber … es ist eine Popsongzeile. Und man tut in der Regel gut daran, die nicht zu wörtlich zu nehmen. Denn auch im Pop geht es ums Sich-neu-erfinden.

Da rappt Kanye West zum Beispiel in We Don’t Care, dass er als Kind zu den Dealern aufgeschaut habe, weil das die einzigen Erwachsenen gewesen seien, die nicht komplett pleite waren. Tatsächlich war West aber der Sohn einer Uni-Professorin, so schlimm kann’s also nicht gewesen sein.

Und Bill Withers schildert Straßenszenen in Harlem, die kleinen und großen Dramen des Lebens in diesem Viertel, als sei er ein intimer Kenner dieser Straßen. Tatsächlich wuchs er aber in Kleinstädten auf, reiste um die Welt, lebte am anderen Ende Amerikas in LA … und bevor er diese Platte aufnahm offenbar nie länger in Harlem.

Einer, der in Harlem aufgewachsen ist und bis heute dort arbeitet, der Modedesigner Daniel R. Day a.k.a. Dapper Dan schildert in seinen Memoiren Made in Harlem (ĂĽber die ich neulich schon ein paar Zeilen geschrieben habe) aber exakt dieselbe Szene wie Bill Withers:

On Sunday mornings at eleven o’clock, everybody emptied out into the street, the whole neighborhood heading to their preferred churches. […] I remember coming out to the stoop with my mother and my siblings on our own way to church and seeing how beautiful that looked: the good people of Harlem walking around in their finest clothes, while the bad people of Harlem would be creeping back home from a long night at the bars and after-hours spots. Seventh Avenue in Sunday morning, nicknamed the Stroll, was the greatest runway in the world.

Das sind etwas mehr als 26 Worte, aber Day beglaubigt, was Withers in Harlem singt. Ich würde größere Geldbeträge darauf wetten, dass Day (und/oder sein Ghostwriter Mikael Awake) den Withers-Song kennen, aber macht ja nichts: das hat die Erinnerung vielleicht sprachlich geformt, aber es hat sie nicht erzeugt.

Bill Withers hat keinen Scheiß gesungen, die Szene von den aus unterschiedlichen, unvereinbaren Gründen bestmöglich gekleideten Leuten am Sonntagmorgen ist nicht ausgedacht. Und jetzt, wo ich den Song noch mal gehört habe, finde ich auch die Streicher eigentlich gar nicht mehr so schlimm.

Der Pate der HipHop-Fashion

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Ich glaube, das letzte Mal, dass ich ein Buch in der Hand hielt, an dem etwas golden schimmerte, war im Konfirmanden-Unterricht. Made in Harlem, die Memoiren des Modedesigners Daniel R. Day a.k.a. Dapper Dan, sind trotz der flashy Goldlettern auf dem Umschlag aber ca. das Gegenteil des Evangelischen Gesangbuchs.

Der heute 75jährige Daniel Day wuchs in den 1950ern ohne Geld und große Zukunftsaussichten in Harlem auf. Seine ersten echten Dollars, so schildert er es, verdiente er damit, Zuhälter und andere dubiose Gestalten im Glücksspiel abzuziehen (ein Hang zur Wahrscheinlichkeitsrechnung hilft! Gezinkte Würfel auch).

Wenn Dealer ihre Ware setzten, verkaufte er sie weiter. Später versuchte er sich in großem Stil mit Scheckbetrug, landete einige Zeit im Knast, kam raus, probierte was Neues: Kreditkartenbetrug.

Die Idee mit der Mode-Boutique kam erst spät — und seine ersten Kunden waren Crack-Dealer, denen er eigene Klamotten verkaufte, die Day groĂźzĂĽgig mit den Logos von Gucci und Louis Vuitton bedruckte. NatĂĽrlich ohne vorher die Rechte zu klären und ohne jedes Unrechtsbewusstsein (»I knocked them up, I didn’t knock them off«).

Dies hier sind also die Memoiren eines Tricksters und die vielleicht größte erzählerische Leistung von Made in Harlem ist, dass man das alles liest und trotzdem das Gefühl hat, Day habe das Herz am richtigen Fleck und sei ein eigentlich liebenswerter Schurke. Hm.

Das Buch ist eine (sorry, ScheiĂźwort) *sĂĽffig* geschriebene Zeitreise durch ein halbes Jahrhundert des afrikanisch-amerikanischen Struggles und der urbanen Kultur in Amerika. In den Nebenrollen: Malcolm X, Muhammad Ali, Frank Lucas (der aus American Gangster) und all die Rapper, die anfingen, Dapper Dans extravagante, »blackenized« Versionen der Klamotten der weiĂźen Oberschicht zu tragen: Eric B. & Rakim, Big Daddy Kane, LL Cool J, Salt-N-Pepa (…) — allein der Bildteil ist ein groĂźes VergnĂĽgen.

Wer noch eine StrandlektĂĽre oder dergleichen sucht: Bitte dieses Buch.

Entdeckt in der amerikanischen Esquire, gekauft bei Amazon (argh, sorry, absolute Ausnahme, ich schwör), 19 Euro. Hier geht’s zur Verlagsseite.

Tote weiße Männer

Das amerikanische Rolling Stone-Magazin hat einen bedrückenden Artikel über die »Epidemie« (so nennen es einige Fachleute) der Selbsttötungen unter nordamerikanischen Männern veröffentlicht:

The Centers for Disease Control recorded 47,173 suicides in 2017, and there were an estimated 1.4 million total attempts. Many of society’s plagues strike heavier at women and minorities, but suicide in America is dominated by white men, who account for 70 percent of all cases.

Und weiter:

No segment of the population is more likely to be impacted by these horrifying numbers than middle-aged men in rural America. They not only own guns and lack mental-health resources — by one estimate, there are 80 or so psychiatrists licensed to practice in Wyoming — but they also have chosen a life that values independence above all else.

Merke: Das Patriarchat ist schlecht für Männer.

In Nebensätzen ist ein weiteres Problem versteckt: Nicht alle, denen eine Therapie helfen könnte, können sie sich leisten — weil sie nicht krankenversichert sind.

Hier geht es zu dem Artikel (kostenlos online lesbar).

Who the fuck is Henry Miller?

Meine Nachbarn stoßen ihre Henry-Miller-Sammlung ab. Deutschsprachige Erstausgaben aus den 1960er- und 1970er-Jahren liegen draußen vor der Tür auf dem Stromkasten und warten auf den nächsten Hamburger Regen. Keiner greift zu. Es ist ziemlich bitter.

Denn jahrelang waren diese BĂĽcher der ganz heiĂźe ScheiĂź im Untergrund, ihr Verkauf in Deutschland verboten, weil: subversiver Schmuddelkram.

Die Helden in den Romanen von Henry Miller (1891—1980) leben in den Tag hinein, kein Gott, kein Staat, kein Mietvertrag, haben mal kein Geld und bringen es ein andernmal mit Huren und Champagner durch. Die Ich-Erzähler (es war durchaus in Millers Sinne, wenn Leserinnen und Leser sie mit ihm, dem Autoren, verwechselten) vögeln sich vergnügt quer durch New York und Paris. Viel Plot oder Charaktertiefe gibt’s da nicht, dafür umso mehr unstetes, anti-bürgerliches Leben und eine Sprache, die sich um Anstand und Tabus nicht schert:

O Tania, wo ist jetzt deine warme Möse, diese dicken, schweren Strumpfbänder, diese weichen, ĂĽppigen Schenkel? In meinem Pint ist ein sechs Zoll langer Knochen. Ich will jede Falte in deiner Möse aushobeln, samenträchtige Tania. […] Nach mir kannst du Hengste nehmen, Bullen, Widder, Drachen oder Bernhadinerhunde.

(Aus Wendekreis des Krebses. Fun fact: Tania ist bereits vergeben.)

Oder weniger genital-fixiert:

Sie war Kind, Jungfrau, Engel, VerfĂĽhrerin, Priesterin, Hure, Prophetin in einem.

(Aus Der Koloß von Maroussi. Fun fact: Miller schreibt hier von einem, wie er selbst sagt, vielleicht zehn Jahre alten Mädchen.)

Der Prominenz ihres Autoren schadete das Verbot seiner Bücher jedenfalls nicht, ganz im Gegenteil. Jörg Fauser las Miller, George Orwell lobte Miller, John Burnside schwärmte für Miller und einige Kritiker bezeichneten ihn als Ziehvater der Beat Generation.

Er sei »Amerikas berühmtester lebender Schriftsteller«, urteilte gar Der Spiegel im Jahr 1964 (hier geht’s zur PDF des entsprechenden Artikels), da war Wendekreis des Krebses gerade erstmals legal in die deutschen Buchhandlungen gekommen. Der Roman wurde ausgeliefert mit einem Kärtchen, auf dem der Käufer unterzeichnen sollte, dass er selbst volljährig sei und das Buch keineswegs an Minderjährige weitergeben werde.

Das sah so aus: Weiterlesen Who the fuck is Henry Miller?

Oh, Jacobin! Hello again!

It’s been more than five years since I met Bhaskar Sunkara, the founder and editor of Jacobin Magazine, in a coffee shop in a basement somewhere in Bed-Stuy. He was in his 20s, I was in my 20s and I had no idea he’d write American history.

Back then, I’d been on a trip down the east coast to meet the editors of a resurgent scene of little magazines who published their cultural criticism the (very) old way: With black ink on white paper, with little or no photos or fancy layouts, in a language free of jargon and academese. Serious people. Smart people. People who seemed rather out of place in the 21st century.

After all, newspapers and magazines were dying left and right and experts talked about the wonders and inevitability of a form of digital publishing that was geared towards social media. Which meant: Short pieces. Short sentences. Don’t provoke people to think. Trigger them, so your shit may go viral.

Talking to the editors of n+1 (in New York), The Baffler (in Cambridge and DC), The Point (in Chicago) and Jacobin (also in NY) was inspiring. Here were people who demanded the right to treat their readers like grown-ups. I loved it.

But my trip also felt like a rather nerdish pursuit. I’d written about n+1 for Spex, but when I embarked on my journey, I had no idea whether I would find a German publication that might be interested in my exploits. Eventually, DIE ZEIT offered a whole page for me to introduce their readers to n+1, The Baffler, The Point and Jacobin. My piece was called „Klare Sprache, schwarze Tinte“. Someone even translated it into English, guerilla-style.

Fast forward five years and I pull this book from my mailbox. It’s an anthology of German translations of pieces taken from Jacobin, published by Suhrkamp Verlag.

It makes sense to read and to re-read Jacobin pieces now. After all, on both sides of the Atlantic, the left is struggling to find it’s purpose. Jacobin, in the meantime, has been part of the revival of socialist thought in the US, one of the many unexpected surprises on the American political scene in recent years.