Lob des Regenradars

Screenshot_20220601-080132_FirefoxIn keinem gesellschaftlichen Bereich ist das Versprechen der Digitalisierung, alle Vermittler, Filter und Türwächter arbeitslos zu machen (»Cut out the middleman!«) so wenig zu Ungunsten der Nutzerinnen und Nutzer ausgefallen, wie in der Wettervorhersage.

Früher: Am Vorabend bekomme ich von einem exzentrisch gekleideten Sabbelonkel im Fernsehen gesagt, dass ich klatschnass im Büro ankommen werde. In Erwartung dieses Umstands gehe ich schlecht gelaunt ins Bett und finde mich morgens aus unruhigen Träumen erwacht zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. (Leider ohne Kiemen.)

Heute: Halbwegs ausgeschlafen schaue ich beim Frühstück aufs Regenradar meines Telefons und erkenne das Unvermeidliche erst im allerletzten Moment.

Klatschnass im Büro bin ich immer noch, erspare mir aber schlechte Laune im Umfang von mindestens 50 Prozent.

Das, meine Damen und Herren, ist der Fortschritt.

(Der Screenshot zeigt einen Ausschnitt der fantastischen Website Wetter Online. Es handelt sich um eine Darstellung der Regenwolken über Hamburg am 1. Juni 2022 um 8 Uhr morgens.)

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