Wie halten Sie’s mit der Zeitung?

In einem Buch aus den Nachkriegsjahren lese ich über eine Berliner Familie: »Eine Zeitung wird aus Mangel an Interesse und Geld nicht gehalten.«

Wann ist diese Formulierung aus dem Gebrauch gekommen: dass man sich eine Zeitung (oder ein Abonnement) hält?

Ich nehme an, dass man sich damals Zeitungen gehalten hat, wie man heute noch Fahrzeughalter ist, also relativ unromantisch.

Aber wieviel schöner ist die Vorstellung, eine Zeitung (oder zwei) wie ein Haustier zu halten! Man lebt zusammen, man sieht sich jeden Morgen, mit wedelndem Schwanz liegt die Zeitung vor der Tür, springt zur Begrüßung an einem hoch, was für eine Freude.

Man hegt und pflegt die Zeitung dann auch und ist für ihr Wohlergehen verantwortlich. Eine Zeitung, die man hält, bestellt man jedenfalls nicht einfach von heute auf morgen ab, das wäre, als setzte man sie vor dem Urlaub am Rastplatz der Autobahn aus.

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