Pop & Wahlkampf: heikle Mischung

Als Barack Obama bei Werbeveranstaltungen einst einen Song von Jay-Z spielte, bekam er Ärger mit Feminist*innen (99 problems).

Als die CDU einen Song von den Toten Hosen spielte, entschuldigte sich danach die Kanzlerin bei der Band (Tage wie dieser).

Als die Grünen ihren Wahlkampfslogan bei Nena abschrieben, störte es irgendwie keine/n, war aber trotzdem panne (Irgendwie, irgendwo, irgendwann).

Und jetzt: Die SPD. Wie ich der heutigen Ausgabe des Hamburger Abendblatts entnehme, lief auf einer Wahlkampfveranstaltung, bei der Spitzenkandidaten sich über Songs anderer Leute vorstellten, nicht nur erzsozialdemokratisches Liedgut (Woody-Guthrie-Coverversionen, etc.), sondern auch Keine Parolen von Dendemann. Ein Song also, der K.E.I.N.E. aus dem Frühwerk der (Absoluten) Beginner aufgreift, der wiederum auf Wir wollen keine Bullenschweine von Slime verweist.

In einem Wahlkampf, in dem der bisher einzige politische Streitpunkt ist, inwieweit regierende Parteien eventuell ganz vielleicht heimliche Sympathien für militante Linke hegen (solches warf man aus dem Büro des Regierenden Bürgermeisters dem Koalitionspartner vor, woraufhin dieser umgehend sein Wahlprogramm umschrieb), ist das brisant.

Denn, wie hieß es bei Slime?

Dies ist ein Aufruf zur Revolte,
dies ist ein Aufruf zur Gewalt,
Bomben bauen, Waffen klauen,
den Bullen auf die Fresse hauen,
haut die Bullen platt wie Stullen
(etc. pp.)

Hat aber zum Glück niemand gemerkt.

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