Helmut Kohl, OG

Eine visuelle Kontinuität zwischen Altkanzler und Gangsta-Rappern

helmutkohl

Im aktuellen FAZ Magazin: Eine Geschichte über Eckhard Seeber, den langjährigen Fahrer von Dr. Helmut Kohl.

(Die ganze Ausgabe des Magazins gibt es hier als kostenlose PDF zum Download.)

Der Text ist etwas unglücklich überschrieben mit »Der getreue Eckhard«, was nach Knechtschaft klingt und nach »Hejo, spann den Wagen an«.

Die vielleicht bessere Überschrift wäre gewesen: »Ich rolle mit meim Besten«, nach dem Song von Haftbefehl:

An diesen Song musste ich zumindest denken, als ich das Foto sah, mit dem der Artikel bebildert worden ist.

Denn diese Ästhetik: dicker Benz im Bildvordergrund, dicker Typ dahinter, rauer Fassadenputz – die mag zum Zeitpunkt der Aufnahme mal für gute deutsche Solidität gestanden haben.

Heute gucke ich auf das Foto und denke: Gangsta. Dieser Hinterhof! Die Prominenz dieser Karre! Die Bosshaftigkeit! Sogar die Schwarz-Weiß-Optik.

Vgl. auch:

Zugegeben: Eckhard Seeber ist für sich genommen noch keine so imposante posse, wie Gzuz und AchtVier sie aufweisen können. Trotzdem kann man bei diesem Weiterleben der visuellen Formen womöglich frei nach Aby Warburg von einer Pathosformel sprechen.

Interessant, wie diese offenbar mal besitzbürgerliche Ästhetik von den Gangsta-Rappern gekarpert und gegen den Strich gebürstet worden ist.

Wobei, »gegen den Strich gebürstet«? Eventuell gibt es ja sogar gewisse inhaltliche Kontinuitäten. Stichwort: Millionensummen ungeklärter Herkunft.

Dann gilt womöglich: Helmut Kohl, OG.

1 Kommentar zu „Helmut Kohl, OG

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