Gegenwartskunde (2): Opis im Exil, selektiver Antisexismus & Christen

Es ist nicht immer leicht, ein deutscher Rassist zu sein. Jetzt schmeckt nicht mal mehr die Kinderschokolade. Nur konsequent also, dass einige von ihnen bereits das Land verlassen. So berichtet es der Bayerische Rundfunk (BR), demzufolge »immer mehr« Deutsche nach Ungarn auswandern, weil es dort kaum Flüchtlinge und eine rechte Regierung gebe. Eine tolle Geschichte, but I don’t buy it. Tatsächlich kommen im BR-Bericht nur ein paar Rentner vor, die angeben, ihren Alterssitz an den Plattensee verlegen zu wollen. Dorthin also, wo das Wetter besser, der Gulasch saftiger und der Obstler billiger ist (ganz zu schweigen von den Pflegekräften). Und dorthin, wo seit langem deutsche Touristen willkommen sind. Einen solchen Umzug als politischen Akt zu deklarieren, ist schon reichlich frech. Aber gut, es finden sich immer Leute (manchmal auch Journalisten), die einem die Wichtigtuerei abkaufen.

(Quelle: Report München, BR, zum Fernsehbericht)

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Eine Tram-Haltestelle in Berlin: Links wirbt ein Bikinihersteller mit dem Foto einer Frau im Bikini. Rechts wirbt der örtliche Nahverkehrsanbieter mit zwei Ledermännern (»Tageskarte. Bringt dich ans andere Ufer.«). Der Sticker »Sexistische Kackscheiße« klebt auf dem falschen Plakat.

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Wie christlich ist die AfD? Offenbar: nicht so christlich. Gefühlt öfter als jede andere Partei führt die AfD das Christentum im Munde. Schon in der Präambel ihres Parteiprogramms bekennt sich die Partei dazu, die »abendländische christliche Kultur […] dauerhaft erhalten« zu wollen. Doch laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) besucht das Spitzenpersonal der Partei kaum regelmäßig Gottesdienste. Der stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Gauland sagte der Zeitung sogar, das Christentum sei für ihn bloß »eine Metapher«. Ein bemerkenswerte Aussage – man stelle sich vor, ein führender Grüner würde sagen, dass ihm Ökologie kein echtes Anliegen sei, sondern halt nur so »eine Metapher«. Oder jemand von der SPD-Spitze würde selbiges über soziale Gerechtigkeit sagen. Die AfD-Wähler scheint es nicht zu stören: Im Westen wie im Osten seien überproportional viele von ihnen konfessionslos, meldet die FAS.

(Quelle: FAS, Link zum Gauland-Artikel und zum Christen-Artikel)

 

Zu lang für Twitter, zu kurz für ein eigenes Blog-Posting: Beobachtungen, Links und andere Fundstücke dieser Art sammle ich unregelmäßig unter der Überschrift »Gegenwartskunde«. Mein inhaltlicher Fokus liegt irgendwo zwischen (populärer) Kultur, Medien und Politik. Alle bisherigen Folgen der Gegenwartskunde gibt es hier, mehr über mich hier.

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