Tellavision: neu in der Nachbarschaft & herzlich willkommen

Video #1: Die neuen Nachbarn brauchen Kohle, damit sie Platten machen können

Das mit der Gentrifizierung hat mal wieder blendend funktioniert, dachte ich, als ich in der Signatur einer Promo-E-Mail neulich den vertrauten Straßennamen entdeckte. Weil: Moment, es gibt jetzt Indielabel-Presseleute zirka fünf Häuser von hier entfernt? Früher wohnten hier doch ausschließlich Rentner?! Vor zwei Jahren, oder so?

Meine Damen & Herrn, es ist offiziell, Bahrenfeld wird das nächste große Ding in Hamburg. Indizien: Das Netzwerk des Labels Bloody Hands reicht bis in die Gegend. Inzwischen gibt’s um die Ecke auch ein Mälzer-Restaurant. Und ein Künstlerhaus, zu dessen Eröffnung die Kultursenatorin vorbeischaut.

Schade für alle, die gerade nach Wilhelmsburg gezogen sind.

Wobei ich nicht sicher bin, ob Indielabelleute im Vergleich zu Rentnern wirklich eine ökonomische Aufwertung des Viertels bedeuten. Aber vielleicht stehen sie nicht gleich vor der Tür und beschweren sich, wenn nach 22 Uhr noch der Plattenspieler läuft? Das wäre mir Lebensqualitätssteigerung genug.

Reden wir also über Musik.

Funnel Walk heißt das neue Album von Tellavision, das am 17. Januar 2014 bei Bloody Hands erscheinen soll. Gerade läuft das Crowdfunding, um das Presswerk zu bezahlen. Tellavision ist ein einzelner Mensch mit allerlei Gerätschaften, es gibt geloopte Bastelgeräusche, gelegentlich kaum verständliche Vocals und insgesamt eine entspannte, dunkelwarme Trippieness, wenn man das so sagen darf.

Als spontane Referenzen fallen mir Stücke ein von Anika, Fever Ray, Planningtorock und Soap&Skin. Ich bin ein bisschen aus der Name-Drop-Übung. Aber was ich damit sagen will: Es könnte sich lohnen, meine Damen & Herrn.

Konkret klingt Tellavision zum Beispiel so:

Video #2: Tellavision – Million

Vom neuen Album Funnel Walk gibt es einige Songs schon öffentlich & offiziell zu hören: Cruel Kids, Haters You Love sowie 15 Miles, letzteres steht am anderen Ende des Links auch zum kostenlosen Download bereit.

& hier sieht es so aus, als wäre es eine Schande, Tellavision neulich im Pudel verpasst zu haben.

Ich behalte Euch im Auge, liebe Nachbarn.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Postings hieß es, die Betreiber von Bloody Hands wohnten in Bahrenfeld. OK, so weit sind wir doch noch nicht, es ist allein der Pressesprecher, der hier wohnt.

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