Was für alle ist, muss scheiße sein: Nachhilfe in Konsumkritik mit Jamie Hince (The Kills)

The aesthetics of beauty can be found more easily in old things. […] For me there’s often a craft and care in the construction and design of old things. People had an idea of beauty that was simply different than now. These days things aren’t built to last – they’re built for mass consumption. It’s all been cheapened in order to sell to as many people as possible.

Nein, das ist nicht aus dem Vorwort des Manufactum-Katalogs, sondern aus einem neuen Interview, das der Journalist A.J. Samuels mit Alison Mosshart und Jamie Hince a.k.a. The Kills führte.

Bemerkenswert finde ich, wie Jamie Hinces Konsumkritik neben den schamlos nostalgischen hier auch fast schon anti-demokratische Züge trägt:

[I]t goes hand in hand with »professionalizing« the hobby artist. Who would have thought it, but companies have managed to convince everybody that you too can be a photographer or a filmmaker or a producer or a musician, because professional equipment is affordable […] old amps weren’t built for everybody to use or afford, and to me, it’s a really simple explanation for why they’re better.

Nun könnte man einwenden, dass Jamie Hince als Gitarrist einer rohen, rauen und kommerziell erfolgreichen Garagenband selbst der professionalisierte Amateur ist, den er so kritisiert. Andererseits: Hey, warum sollten Rockbandgitarristen nicht schlecht gelaunte Snobs sein? Das war ja auch schon früher so.

Das Interview mit The Kills ist erschienen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Electronic Beats (Nr. 31, Fall 2012), die freundlicherweise Jamie Hince auch gleich Lügen straft – immerhin gibt es das Heft kostenlos für die Massen, obwohl es von einer inhaltlichen craft and care und einer formalen idea of beauty geprägt ist, die in diesen Breitengraden für Musikmagazine unüblich sind.

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