Spießiger Punk: über Johnny Ramones Autobiografie »Commando«

Abb.: Johnny Ramones Grab in Los Angeles, entworfen nach seinen eigenen Wünschen. (Foto: Meribona/Wikimedia mit CC-Lizenz)

Über die Toten soll man nichts Schlechtes sagen. Das fällt schwer, solange die Toten nicht aufhören, Bücher zu schreiben. Hier meine Schmähschrift auf »Commando«, die posthum auch auf Deutsch erscheinende Autobiografie von Johnny Ramone (Gitarrist der Ramones). Möge er friedlich ruhen – und andere sein Andenken in Ehren halten.

7 Kommentare zu „Spießiger Punk: über Johnny Ramones Autobiografie »Commando«“

  1. Wenn es um die Intention von Johnny Ramone geht, würde ich viele seiner Provokationen unter Anti-PC-Sticheleien verbuchen (also als ironisch auftretende, aber ernst gemeinte Interventionen in eine gefühlte linke Hegemonie). Darüber hinaus war er beim Schreiben des Buches offenbar einfach nicht sehr interessiert an Selbstreflexion.

    Das Buch ist kurz, rotzig und gekennzeichnet von seinem handwerklichen Unvermögen – also womöglich Punk. Deshalb würde ich auch nicht grundsätzlich davon abraten, mir hat es schon auch Spaß gemacht, so wie schlechte Horrorfilme oder Fernsehen manchmal Spaß macht.

    Als ein besseres, mutigeres und auf produktivere Weise provokantes Buch von und über Punks habe ich Michael M. Knights „Taqwacore“ empfunden, das dieses Jahr ebenfalls in deutscher Übersetzung erschienen ist.

  2. Rotzigkeit und Unvermögen klingen versöhnlich ;-) Den kleinen Taqwacore-Hype hab ich am Rand mitbekommen, werd nun aber endlich mal sehen, dass das Buch in meine Hände gelangt.

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