»Lifestyle brands are becoming the new record labels«,…

…schreibt Ben Sisaro in einem Artikel der »New York Times«. Aufhänger ist ein Plan der Schlabberschuhfirma Converse, in Brooklyn ein Studio einzurichten, das ausgewählten Bands kostenlos zur Verfügung stehen soll. Konzernfinanzierte Sponsoring-Ansätze von Sound Foundation bis Rockliga sind auch hierzulande bekannt. Doch Sisaro schreibt weiterhin: Lifestyle-Konzerne seien nicht nur die neuen Plattenfirmen — sie böten möglicherweise auch bessere Konditionen als die alten. Converse etwa kündigte an, sich in die kreative Arbeit der Bands nicht einzumischen und keine Nutzungsrechte der Musik zu beanspruchen, nicht mal für die Verwendung in Werbeclips.

Das ist gut. Schlecht ist, dass Converse zu Nike gehört, die zwar immer wieder durch subversive Posen auf sich aufmerksam machen (vom Guerilla-Marketing in Berlin bis zur Aneignung eines Minor-Threat-Artworks), ihre Waren aber in Sweatshops produzieren lassen. Und, so hört man schon die Nostalgiker einwenden, das Versprechen von Subkultur war es doch mal, sich auf solche Sauereien nicht einzulassen. Bethany Consentino, die auch sonst happy harmlos auftretende Sängerin von Best Coast macht in dem Bericht jedenfalls keinen kritischen Eindruck.

Ein subtiler Kommentar zum Thema stammt von Ben Sisaro. Der vermeidet nämlich, die in seinem Artikel genannten Acts wie Best Coast, Vampire Weekend, Neon Indian, Kid Cudi und Chromeo auch nur einziges Mal unter einem Begriff zu subsumieren, der sonst bei Bands dieser Art schnell zur Hand ist: Independent.

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