Stephenie Meyers »Twilight«: For Whites Only?

»Hautärzte jubeln«, behauptet berichtet heute die Hamburger Morgenpost. Der Grund: Wegen des Trends um Stephenie Meyers Vampir-Romane rennen die Kids angeblich nicht mehr ins Solarium und kriegen folglich weniger Hautkrebs. »Gebräunter Teint ist out — noble Vampir-Blässe ist in!«, heißt es da. Mal abgesehen davon, dass diese These den älteren (und ähnlich blassgesichtigen) Emo-Trend ignoriert und auch an anderen Stellen spektakulär verknappt, muss man wohl sagen: Blöd gelaufen, wer den »gebräunten Teint« nicht im Solarium bezieht, sondern von Geburt an anders als weißhäutig ist.

Die Frage nach der Hautfarbe mythologischer Figuren in »multikulturellen« Gesellschaften ist aber nicht uninteressant: »Black people make terrible vampires«, behauptet ein User dieses Gothic-Forums — trotz und wegen »Blacula« und »Blade«. Und wenn dort ein anderer User auf Lucio Fulcis Filme als Indiz dafür verweist, dass Zombies (anders als Vampire) verschiedene Hautfarben haben dürfen, scheint das ziemlich entlarvend: Weiße Filmemacher/Filmfans nehmen sich das Recht raus, sich Voodoo-Folklore als »race neutral« anzueignen — die Definitionsmacht über den Vampir geben sie aber nicht ab (…und dabei lehrt uns Wikipedia, dass Vampire noch nicht mal ein exklusiv europäischer Mythos sind).

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