E-Governance: Im echten Leben echt öde.

Ausgehend von Obamas potentem Online-Wahlkampf wurde spekuliert (z.B. hier und hier und hier), wie sich ab dem 20. Januar die amerikanische Regierungsführung durch das Internet ändern könnte. Viele schillernde Begriffe wurden in den Raum geworfen, E-Governance, Open Source Policy, Wiki-Government, aber die Realität sieht mal wieder etwas profaner aus, wie techPresident.com meldet:

[A]s the New York Times reported this morning, the incoming Obama Administration is asking applicants such questions as „if you have ever sent an electronic communication, including but [not, Anm. O.P.] limited to an email, text message or instant message, that could suggest a conflict of interest or be a possible source of embarrassment to you, your family, or the President-Elect if it were made public,“ and „please provide the URL address of any websites that feature you in either a personal or professional capacity (e.g., Facebook, My Space [sic], etc.).“

Klingt so, als würde das Internet zunächst nicht die große Demokratisierung der politischen Institutionen mit sich bringen — sondern das große Aussieben aller potentiellen Staatsdiener, die peinliche Fotos auf ihren Facebook-Seiten haben und Blogs mit unqualifiziertem Quark vollschreiben. Barack Obama: Count me out.

Zu dem zitierten Artikel der New York Times geht es hier.

2 Kommentare zu „E-Governance: Im echten Leben echt öde.“

  1. da sich presse und politische gegner gerne auf skandälchen stürzen und sie in der form leicht recherchierbar sind, wundert mich das überhaupt nicht mehr. extrem fraglich ist außerdem, ob das obama team bewerber_innen aussortiert, _weil_ sie irgendwo accounts haben. ich denke nicht. sie werden vorab prüfen, ob irgendwas _problematisches_ zu finden ist, und dann wird noch mal drüber nachgedacht. das gehört vermutlich bei der prüfung von möglichen mitarbeiter_innen ohnehin dazu, und dehnt sich jetzt halt auf das internet aus.

  2. richtig. dass die tochter von rudy giuliani in irgendeiner facebook-obama-supporter-gruppe mitglied war, während ihr vater noch um die republikanische kandidatur stritt, war dann ja tatsächlich auch den großen networks eine meldung wert.

    spannend wird, ob wir uns demnächst auf einen unaufgeregten umgang mit peinlichen facebook-fotos etc. einpendeln werden. hierzulande ist da wohl dem guten herrn wowereit für seine wertvollen beiträge zur entskandalisierung von partyfotos zu danken.

    und um nochmal auf giuliani zurück zu kommen: von dem gab’s ja auch politisch problematische crossdresser-fotos — ganz ohne facebook-leaks.

    insofern: mal schauen. aber du hast natürlich recht.

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