Re: On Literary Criticism – Jacob Silverman discusses the »problem with liking«; Gary Shteyngart heaps »promiscuous praise«
Related to my earlier posting about Dwight Garner’s case for hurting writers’ feelings, I enjoyed reading Jacob Silverman complaint about how nice everyone is online:
if you spend time in the literary Twitter- or blogospheres, you’ll be positively besieged by amiability, by a relentless enthusiasm that might have you believing that all new books are wonderful and that every writer is every other writer’s biggest fan.
And why does this upset you, Mr Silverman?
It’s not only shallow, it’s untrue, and it’s having a chilling effect on literary culture, creating an environment where writers are vaunted for their personal biographies or their online followings rather than for their work on the page. [...] The problem with Liking is that it’s a critical dead-end, a conversation nonstarter. It’s opinion without evidence—or, really, posture without opinion.
I wonder what Gary Shteyngart (a contributing writer to my new favorite blog The Collected Blurbs of Gary Shteyngart) has to say about this …
[Thanks to Uwe Wittstock]
Mal wieder Kulturkrieg: Leidet die erzählerische Qualität im Netz? Ben Macintyre sagt: Ja. Ich sage: Hm.
“Is Google making us stupid?”, fragte Nicholas Carr im vergangenen Jahr, nachdem er seine nachlassende Konzentrationsfähigkeit beobachtet und seinen Internetkonsum als Quelle dieses Übels identifiziert hatte. Jetzt greift Ben Macintyre diese Frage auf und sorgt sich um die Qualität von “Narratives”, oder “Erzählungen”, angesichts der Fragmentierung von Informationen im Netz. Jede Kultur bedürfe Erzählungen, schreibt er, und unsere Zeit vielleicht noch mehr als andere, wenn man bedenkt, dass Barack Obama vor allem auf Grund seiner überzeugenden Geschichte Präsident geworden sei.
Zugleich nehme im Internet aber die Zerstreuung zu. Lange Handlungsbögen durchzuhalten werde schwieriger, Texte mit mehr als 1000 Wörtern seien im Netz kaum nachgefragt. Macintyres Text endet mit einem blöden Twitter-Witz (“In the beginning was the Word, and the Word, [...] was not written as [sic] twitter”), der sich ironischerweise ideal Retweeten lässt und so das Lesen des vollständigen Artikels überflüssig macht. Schuss ins Knie, Herr Macintyre.
Ungeachtet der versiebten Pointe stellt Ben Macintyre natürlich eine wichtige Frage. Wer “Moby Dick” lesen will, muss sein iPhone ausschalten, das ist schon klar. Wenn wir uns bei der Diskussion des Netzes einzig auf Erzählformen konzentrieren, sollten wir aber dringend auch über Mediastorm (das Anti-Twitter?) sprechen. Es ist ja nicht so, dass die lange und langsame Erzählung im Netz nicht stattfinden würde. Tut sie. Im Falle von Mediastorm sogar in einer Form, die undenkbar wäre in diesem anderen kulturzersetzenden Medium, über das heute fast keiner mehr spricht… wie hieß das noch… äh… Fernsehen.
PS: “Tweets” mit “Twitter” zu verwechseln (und Nicholas Carrs Text zu zitieren ohne ihn zu verlinken!) spricht nicht für Ben Macintyres Bereitschaft, sich mit dem Internet und seinen Möglochkeiten intensiver auseinander zu setzen, oder irre ich mich?
ROFL doch mal, Kulturpessimist! Robert Lanhams "Writing for Nonreaders in the Postprint Era"
Neulich ging es hier um die Möglichkeit(en) von SMS-Literatur. Passend dazu hat der Satiriker Robert Lanham einen Semesterplan für das fiktive Creative-Writing-Seminar “Writing for Nonreaders in the Postprint Era” geschrieben — mit Schreibtipps für die literarischen Gattungen Blog, Tweet und Facebook-Status-Update.
[via Buzzmachine]
i love.
Twistori ist ein Twitter-Aggregator. “Twistori” klingt doof. “Twitter-Aggregator” klingt langweilig. Und weil tausend Worte (von vielen) mehr sagen als tausend Worte (von mir) klicken Sie bitte einfach hier und teilen mit mir eine Internet-Entdeckung, die aktuell zu meinen allerallerliebsten gehört.
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