Jetzt auch offline: Lachen behaupten mit LOL!
Im Chat hört man nie Gelächter. Deshalb wurde „lol“ erfunden. Ob es wirklich Menschen gibt, die das nötige Maß an Disziplin und abstrahierender Selbstreflexion aufbringen, um ihr Gelächter simultan als „lol“ zu verschriftlichen, erscheint mir fraglich.
Aber: es gibt ja genug Gelegenheiten, in denen ein behauptetes „lol“ genauso gut ist, wie der tatsächliche Akt des „laughing out loud“. (Zum Beispiel: der Chef erzählt einen Witz auf der Betriebsfeier. Oder so.) Deshalb ist es erfreulich, dass „lol“ — als Geste! — auch offline langsam Fuß fasst, obwohl man denken könnte, dass es dank Skype und Stickam selbst online mittlerweile überflüssig geworden wäre.
Beweisfoto:

Foto geklaut aus dem digiom-Blog von Jana Herwig, die das Bild einem Vortrag von Angelika Storrer entnahm. Gefunden via Plastikstuhl. Dank & Ruhm an alle!
Der Dativ ist dem Genitiv sein auch tot

Abb. 1: Gesehen in der Nähe des Osnabrücker Bahnhofs.
Wie man's auf den Titel schreibt, schreibt man's falsch.

Die Seite Eins der aktuellen Zeit: Ein praktisches Plädoyer für sensibles Wording. „Wie ticken die Linken“ heißt es da und nicht: „Wie ticken die Roten“, weil Linke in Deutschland Linke heißen und nicht Rote. Linke sammeln sich in Deutschland in der Partei Die Linke.
Die parlamentarischen Gegenspieler der Linken organisieren sich in der CDU, sind deshalb aber noch lange keine Rechten, weil Rechte in Deutschland Nazis sind. Deswegen heißt die nächste Ausgabe der Zeit, die sich den parlamentarischen Gegnern der Linken zu wendet, nicht „Wie ticken die Rechten“, sondern „Wie ticken die Schwarzen“.
Und da denkt man als Leser natürlich: Hä? Neger?
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